Brandls „Spiel des Lebens“ reicht nicht
Nach Tegernheim erwischt es Regenstauf: Wagner-Elf steigt aus der Landesliga ab

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 21:25 Uhr
Gerd Winkler

Trainer Stefan Wagner muss mit Regenstauf den Gang in die Bezirksliga antreten. Foto: oot

Beinahe wie die Dominosteine fallen dieser Tage die höherklassigen Fußballmannschaften aus dem Raum Regensburg um. Bayernligist Donaustauf hat sich freiwillig in die Kreisliga verabschiedet, Tegernheim ist als Landesliga-Letzter abgestiegen und am Sonntag hat es nun den TB/ASV Regenstauf erwischt! Nach dem 2:3 im Relegations-Hinspiel beim Bezirksliga-Zweiten TV Parsberg hatten die Blitzer im Rückspiel um einen Platz in der Landesliga vor 1118 Zuschauern mit 1:3 (0:1) das Nachsehen.

Angesichts einer Flut an Topchancen für Parsberg schmeichelte das Ergebnis sogar. Für den Fusionsverein war es die neunte Pflichtspiel-Pleite am Stück.

Künftig spielt Regenstauf nicht mehr gegen Kareth, Burglengenfeld und Schwandorf, sondern eine Etage tiefer in der Bezirksliga gegen Kareth II oder Prüfening. Weiterhin mit Stefan Wagner auf der Bank, der Trainer hatte bekanntlich liga-unabhängig am Pfingstmontag sein Engagement verlängert.

Parsberg zunächst fahrig

Zunächst sah es so aus, als könne das von unzähligen Schlachtenbummlern begleitete Parsberg ins Bockshorn gejagt werden. Während die Gäste im Spielaufbau recht fahrig waren, deshalb nicht kontrolliert ins letzte Drittel kamen, verstand es Regenstaufs Viererkette die Angriffe einzufädeln. Der später verletzt ausscheidende Cesar Sodji verpasste um eine Fußlänge die Annahme eines Steckpasses (2.), Wasilis Mayer fehlte bei einer Flanke eine halbe Kopflänge (5.) und ein Schuss von ihm wurde geblockt (8.). Jarno Bündgens Abschluss ins kurze Eck vereitelte TV-Keeper Tim Eichenseher mit größter Mühe (14.).

Ex-Löwen-Dompteur schaut erneut zu

Von nun an fingen sich die Gäste stetig, bekamen das Geschehen unter Kontrolle und bauten mächtig Druck auf. Felix Heinloth scheiterte allein vor Torhüter Alexander Brandl (18.), zwei Minuten später köpfte Manuel Traub einen Freistoß von Standardspezialist Alexander Freitag drüber. Freitags nächster Freistoß mündete in das 1:0 (24.): Flügelflitzer-Kollege Dominick Wynn legte die Hereingabe quer für den vollendenden Traub. Ein paar Minuten durfte der TB/ASV durchschnaufen, dann kam der Bezirksligist wieder ins Rollen. Matthias Pröbster (37., 42.) und Alexander Guth (40.) ließen jedoch dicke Bretter liegen. Das letzte Wort in der ersten Halbzeit hatte vor den Augen von Ex-Löwen-Dompteur Michael Köllner (der sich auch schon das Hinspiel ansah) an der Fünfmeterlinie Vitali Hauk (45.+1).

Coach Wagner hadert



Als Maxi Hupfloher (49.) nach einem Foul eine Zeitstrafe kassierte, sorgte Parsberg in den nächsten zehn Minuten für die Entscheidung. Nach einem Freistoß von der Mittellinie wuchtete Wynn das Leder zum 2:0 (51.) ins Netz, Fabian Heinloth krönte ein Solo final durch die Innenverteidigung zum 3:0 (59.). Regenstaufs Ehrentreffer besorgte Hupfloher nach einer Ecke (70.). In der Schlussphase hielt Brandl mit Glanztaten (83., 88., 90.+2) die Niederlage in Grenzen. Es folgte grenzenloser Jubel bei Parsbergs Anhang: „Hier regiert der TVP!“

Coach Wagner haderte später: „Wir haben uns nur in den ersten 20 Minuten an den Plan gehalten.“ Da hätte das 1:0 fallen müssen, dann wäre das Spiel ganz anders gelaufen. „Das ist auch eine Qualitätsfrage, wenn du nicht triffst“, klagte er. Außerdem sei der Fitnesszustand nicht ligatauglich, man habe nach der Pause nichts mehr zuzusetzen gehabt. „Ganz klar, Parsberg ist verdient eine Runde weitergekommen“, sagte Wagner.

Parsbergs Stefan Weber lobte indes den „unbedingten Willen in den Zweikämpfen gegen und mit dem Ball.“ Schon in der Kabine habe er ein gutes Gefühl gehabt: „Ich habe das Feuer in den Augen meiner Spieler gesehen, ich musste die gar nicht motivieren.“ Nach dem schweren Start hätte seine Mannschaft den Gegner gut überspielt. „Regenstaufs Torwart hat brutal gut gehalten, der hat das Spiel seines Lebens gemacht“, schloss Weber.