4:2-Sieg im Waldstadion
Gnadenlose Garchinger vor fast 1000 Fans: Bayernligist lässt Seebachs Aufstiegsträume fast schon platzen

22.05.2024 | Stand 23.05.2024, 7:32 Uhr

Jubel über den 1:1-Ausgleich bei den Spielern des VfR Garching. − Foto: Franz Nagl

Wie bitter: Selbstbewusst und mit viel Energie im Gepäck wollte der Vizemeister der Landesliga Mitte die erste Hürde in der Relegation zur Bayernliga angehen. Am Ende jubelten im Seebacher Waldstadion aber nicht unverdient die Gäste aus dem Münchner Norden.

Nach dem 4:2-Sieg vor knapp 1000 Zuschauern hat der VfB Garching im Rückspiel zuhause am Samstag (16 Uhr) alle Trümpfe in der Hand.

Von Abtasten keine Spur: Schon nach knapp einer Minute setzten die Gäste das erste dicke Ausrufezeichen. Ein Freistoß aus dem Halbfeld landet auf dem Kopf von Robin Oswald, der allerdings knapp verzieht. Und es geht munter weiter, quasi mit der ersten Seebacher Chance zappelt der Ball im Netz. Ein altbewährtes TSV-Muster führt dabei zum Erfolg: Einen Abschlag von Keeper Mathias Loibl verlängert Patrick Pfisterer in den Lauf von Christian Mühlbauer (6.), der aus 16 Metern eiskalt vollstreckt. Garching zeigte sich davon unbeeindruckt, gerade im zentralen Mittelfeld konnte der Bayernligist in den ersten 45 Minuten oft nach Belieben schalten und walten.

Die Strafe folgte prompt – und sorgte im Seebacher Lager für lange Gesichter. Ein langer Pass auf den stark abseitsverdächtig stehenden Yazid Tambo. Ein Querpass auf Harouna Boubacar der nach 14 Minuten das runde Leder nur mehr einschieben muss.

Kurze Zeit später steht erneut Linienrichter Thomas Huber im Kreuzfeuer der Kritik. Ein Befreiungsschlag der Gäste landet bei Kapitän Roman Gertsmann, der aber gleich doppelt in Torhüter Loibl seinen Meister findet. Garching ist jetzt am Drücker, lässt aber im Abschluss die nötige Konsequenz vermissen. Diese zeigt dafür auf der andern Seite der Vizemeister der Landesliga Mitte. Ein Einwurf von Florian Weber verlängert erneut der hochaufgeschossene Pfisterer mustergültig auf Jonas Brunner (35.), der die Kugel vorbei an VfR-Schlussmann Dominik Bals nur mehr über die Linie drücken muss. Die 2:1-Führung hält aber gerade mal fünf Minuten. Giovanni Pollio steht am Flügel viel zu sträflich frei, kann unbedrängt Gertsmann bedienen, der zum 2:2-Halbzeitstand vollendet.

Auch das Garchinger zwei aus abseitsverdächtiger Position



So wie die ersten 45 Minuten endeten, so ging es auch nach der Pause weiter: Mit offenem Visier suchten beide Teams ihr Heil in der Offensive, drängten auf den Führungstreffer. Der gelang nach 59 Minuten allerdings den Gästen. Wieder ging eine fragwürdige Abseitsstellung der Garchinger voraus. Der folgende Einwurf landet nach Seebacher Ping-Pong bei Gertsmann, der frei vor Loibl die Oberbayern mit 3:2 erstmals in Führung schoss.

Von diesem Schock erholte sich die Truppe von Coach Manfred Stern bis zum Abpfiff durch Schiedsrichter Ilirjan Morina (Landau/Isar) nie mehr so richtig. Und es kommt noch schlimmer: Als Kilian Schwarzmüller dann neun Minuten vor Ende der Partie mit Gelb-Rot vom Platz muss und in folge dieser Szene Garching durch Gabriel Wanzeck auf 4:2 stellt, ist die Messe endgültig gelesen. Der Bayernliga-Traum des TSV Seebach – er könnte bereits am Samstag Geschichte sein…

Im Duell des möglichen Seebacher Zweitrundengegners in der Gruppe Südost hat das Hinspiel der TSV Wasserburg mit 3:1 gegen SV Fortuna Regensburg gewonnen.

Trainerstimmen zum Spiel



Manfred Stern (TSV Seebach): „Das war ein komisches Spiel, gehen trotzdem mit 1:0 und 2:1 in Führung, kassieren dann aber relativ billig zweimal den Ausgleich und kommen dann irgendwie aus dem Tritt. Garching hat es clever gemacht und uns den Spielfluss genommen. Die beiden Ping-Pong-Tore zum 2:4 waren natürlich Gift und mehr als unglücklich. Danach waren wir nicht mehr in der Lage gegen zweikampfstarke Garchinger zu reagieren. Nichtsdestotrotz werden wir im Rückspiel alles versuchen, um das Ergebnis noch umzubiegen. Wir wissen, dass sie vorne brandgefährlich, aber hinten auch sehr verwundbar sind.“

Nicola Basta (VfR Garching): „Unsere Mentalität war heute der Schlüssel zum Erfolg. Und: das wir nach zweimaligen Rückstand zurück in die Partie kommen und die ersten beiden Tore gut rausspielen. Wir wussten, dass Seebach nicht den schönsten Fußball spielt, aber eben gnadenlos effektiv. Das zeichnet die Mannschaft auch aus. Wir haben zwar mit zwei Toren Unterschied gewonnen, aber entschieden ist noch gar nichts, dafür ist Seebach zu gut.“