Endlich geschafft!
Erfolg im fünften Anlauf: FC Kosova freut sich auf die Landesliga

05.06.2024 | Stand 05.06.2024, 16:03 Uhr |
Markus Schmautz

Der FC Kosova holte sich gleich vier Titel. Neben der Meisterschaft in der Bezirksliga Süd gewannen die Regensburger auch die Hallenkreismeisterschaft, den Toto-Pokal und die Oberpfalzmeisterschaft. Foto: Schmautz

Endlich ist man am Ziel! Der FC Kosova hat als Meister der Fußball-Bezirksliga Süd vor wenigen Wochen vorzeitig den Aufstieg in die Landesliga Mitte geschafft. Das ist der größte sportliche Erfolg der Vereinsgeschichte, die im Jahr 2007 ihren Anfang genommen hat.

Der Aufstieg in die Kreisliga gelang den Kosovaren im Jahr 2016. Zwei Spielrunden später glückte bereits der Sprung auf die Bezirksebene.

Auf Anhieb wurde der FC Kosova in der Saison 2018/19 Vizemeister in der Bezirksliga Süd, scheiterte aber in der Relegation an der SpVgg Pfreimd. Nach dem undankbaren dritten Rang im Vorjahr, als man durch zwei Niederlagen in den letzten beiden Saisonspielen nicht nur die Meisterschaft, sondern auch die Vizemeisterschaft aus der Hand gegeben hat, bündelten die Verantwortlichen noch einmal alle Kräfte.

„Damals waren wir am Boden zerstört. Sportler geben aber nicht auf. Wir versuchten, die Mannschaft zu verstärken“, blickt der sportliche Leiter Armando Zani zurück. Der ehemalige Profi sammelte in der Regionalliga Nord und Süd, damals die dritthöchste Liga Deutschlands, rund 150 Einsätze. In den Geschichtsbüchern des SSV Jahn ist er auch daher unsterblich, weil Zani in der Saison 2002/03 gegen den FC Bayern München II das Jahn-Tor des Jahrzehnts erzielte und mit dem Team in die Zweite Liga aufstieg.

Neuzugänge akquirierte der FC Kosova im Sommer 2023 sowohl aus Vereinen aus der Umgebung als auch durch Spieler, die bis dato in Albanien höherklassig gekickt hatten. „Vom ersten Spieltag an lief es wie am Schnürchen. Das Selbstvertrauen wuchs, wir holten einen Sieg nach dem anderen. Die Mannschaft demonstrierte ihre Stärke auf dem Platz“, freuten sich Zani, Spielertrainer Enkel Alikaj, der verletzungsbedingt nur drei Mal selbst auflief, sowie Co-Trainer Nexhi Gashi.

31 Tore von Mujcinovic

Im fünften Anlauf klappte es endlich mit dem Aufstieg in die Landesliga Mitte. 76 Punkte, 24 Siege und zwei Remis bei zwei Niederlagen in der Schlussphase der Saison bei einem Torverhältnis von 89:21 sprechen in der Endabrechnung eine klare Sprache, verdeutlichen eindrucksvoll die Überlegenheit des FCK.

Insgesamt wurden 27 Spieler eingesetzt. Die Torjägerkanone sicherte sich Almir Mujcinovic mit 31 Treffern. In der internen Torjägerliste folgten mit großem Abstand Erald Kolgega mit acht, Alket Celhaka und Ildian Shyti mit je sechs Toren. Die meisten Assists verzeichnete Shkelzen Kleqka mit zwölf, der im Winter allerdings zum SV Wenzenbach gewechselt war. Hinter ihm reihten sich Erald Kolgega (9), Kevi Berberi (8) und Ildian Shyti (7) ein.

Die Erleichterung nach dem Aufstieg war spürbar. Es blieb allerdings nicht bei der Meisterschaft in der Bezirksliga Süd. Der FC Kosova gewann sowohl die Hallenkreismeisterschaft als auch den Toto-Pokal auf Kreisebene. Im Nachgang der Saison setzten sich die Kosovaren zudem im Endspiel um die Oberpfalzmeisterschaft nach Elfmeterschießen durch. Dabei traf der Meister der Bezirksliga Süd auf den FC Amberg, der sich in der Nord-Staffel die Meisterschaft krallte. „Wir sind überglücklich, haben alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, freuen uns über jeden einzelnen Erfolg“, so Zani.

Aktuell sind die Verantwortlichen des FC dabei, den Kader für die neue Saison zu bestücken. „Wir wollen den gesamten Aufstiegskader beisammenhalten. Jeder einzelne Spieler war wichtig für das Gesamtgefüge und hat es verdient, sich in der Landesliga beweisen zu dürfen“, berichtet Zani, der aber auch auf der Suche „nach dem einen oder anderen Neuzugang“ ist. Spruchreif ist bisher nur Bruno Posayanant (25) von der SpVgg Hainsacker. „Ich habe Bruno selbst trainiert. Er bringt das nötige Potenzial mit, um sich in der Landesliga zu beweisen“, ist Zani sicher.

Trainingsstart am 14. Juni

Am 14. Juni starten die Kicker mit dem Adler auf der Brust in die schweißtreibende Vorbereitung. Wenige Wochen später beginnt dann das lang erwartete und heiß ersehnte Abenteuer in der Landesliga. „Wir freuen uns auf viele attraktive und starke Gegner und werden alles daransetzen, um uns dort behaupten zu können. Klar ist, es soll für uns nicht nur ein kleiner Ausflug werden“, zeigt sich Ex-Profi Armando Zani kämpferisch und optimistisch. Auf der Trainerbank behält weiter Enkel Alikaj (42) das Zepter in der Hand. Enkel Alikaj ist in Albanien ein bekannter Name. Der 42-Jährige ist ehemaliger albanischer U21-Nationalspieler und seit 2018 bei Kosova im Amt. Er sammelte 136 Einsätze in Albaniens erster Liga. Zudem spielte er mit albanischen Teams im UI-Cup (6), in der Uefa-Cup-Quali (10) und in der Europa-League-Quali (7).