Am Donnerstag beginnt der Marathon
Die Lage vor der Landesliga-Relegation: Osterhofener Hiobsbotschaft und Hutthurms Kopfaufgabe

23.05.2024 | Stand 23.05.2024, 7:32 Uhr

Ohne ihren Top-Torjäger Ashour Abraham muss Osterhofen heute in das erste Relegationsspiel zur Landesliga beim FC Ergolding gehen. Den Stürmer hat es am Oberschenkel und an der Leister erwischt. Die Hezogstädter hoffen, dass der Syrer zumindest fürs Rückspiel am Sonntag daheim fit wird. − Foto: Franz Nagl/Archiv

Der Marathon beginnt. Maximal vier Spiele stehen vor den Anwärtern auf die bayerischen Landesligen, wollen sie diese erhalten bzw. aufsteigen. Fünf niederbayerische Mannschaften, drei aus dem Fußballkreis Ost, zwei aus dem Westen müssen am Donnerstag (18.30 Uhr), erstmals in die Relegationsmühle und wollen dabei versuchen, für die Rückspiele am Sonntag die bestmögliche Ausgangsposition zu erreichen, wollen sie die erste von zwei Quali-Runden überstehen. Eine Übersicht:

SV Hutthurm – SSV Eggenfelden

So knapp waren die Hutthurmer dran am Titel, das 2:2 in Mauth zum Finale der Bezirksliga Ost hat sie aus dem Titeltraum gerissen, und übers Pfingstwochenende musste sich die Truppe um Trainer Albert Krenn erst wieder etwas fangen. „Es waren natürlich alle sehr enttäuscht“, sagt der 38-Jährige, „es sind sogar Tränen geflossen. Aber so ist Fußball, er kann schön sein, aber auch weh tun.“ Die Zeit, Wunden zu lecken, war kurz. „Wir müssen das Ganze aus den Köpfen kriegen“, weiß Krenn vor dem Duell mit dem Tabellen-14. der Landesliga Südost. Von der Mannschaft um Spielertrainer Tobias Huber wisse man wenig, „außer“, so der Hutthurmer Übungsleiter, „dass es eine spielstarke Mannschaft und sie bei Standards gefährlich ist“. Diese Spielweise der Rottaler, glaubt er, könne wiederum seinem eigenen Team entgegen kommen. Wie auch immer, „wichtig ist, dass wir daheim etwas vorlegen müssen, zumindest nicht verlieren dürfen“. Mit Ausnahme von Philipp Weber (Muskelprobleme) können die Hutthurmer den gleichen Kader wie zuletzt in Mauth aufbieten.

Die Herbstserie verlief aufgrund des dünnen Kaders – viele Verletzte – nicht rund, aber auch in der Frühjahrsrunde blieben für den dann zwar personell deutlich breiter aufgestellten SSV Eggenfelden die gewünschten Ergebnisse aus. „Wir haben vor allen Dingen in den für uns entscheidenden Partien die Big Points verpasst“, blickt sportlicher Leiter Joe Stinglhammer auf eine schwierige Spielzeit zurück. Die Rottaler müssen über den Umweg Relegation den Klassenerhalt perfekt machen. „Wir haben uns über den Gegner schlau gemacht und wissen, was auf uns zukommt: Viele Fans, die ihre Mannschaft unterstützen und eine Truppe, die in der Offensive ihre Qualitäten hat, mit einem starken Umschaltspiel und guten Standards aufwartet“, so Spielertrainer Tobias Huber über Hutthurm, „wenn wir aber robust gegen diesen kampfstarken Gegner dagegen halten, die Nervosität ablegen, die mit Sicherheit da sein wird, die Partie mit Mut in Angriff nehmen, unsere fußballerischen Stärken aufs Spielfeld bringen, werden wir am Ende belohnt werden und die Basis für das Weiterkommen schaffen. Wir wollen zeigen, was wir drauf haben und werden alles raushauen. Dass bei Hutthurm die Enttäuschung über die verpasste Meisterschaft noch nachwirkt, glaube ich jedenfalls nicht“. „Ich bin schon guter Dinge, dass wir in die zweite Runde einziehen und und schließlich auch den Klassenerhalt packen. Die Mannschaft ist jedenfalls voll fokussiert“, verdeutlicht sportlicher Leiter Joe Stinglhammer und hofft auf einen positiven Ausgang. Beim Saisonfinale in Schwaig – 0:3-Niederlage – noch geschont, in der Relegation allerdings wieder mit dabei: Ankido Abraham, Daniel Ungur, Nico Reitberger, Blin Kelmendi und Thomas Wohlmannstetter.

FC Weiden-Ost – SpVgg Ruhmannsfelden

Auch wenn’s im letzten Spiel in Landshut (1:2) noch in den Schlussminuten bei zwei „Mega-Chancen“, so Martin Kreß, die Möglichkeit gab, den direkten Erhalt der Landesliga Mitte sicherzustellen, weiß der 37-jährige Ruhmannsfeldener Trainer, „dass wir es während der Saison versäumt haben“. Lamentieren oder sich selbst bemitleiden will sich der Vorjahres-Aufsteiger nicht, vielmehr sei die Niedergeschlagenheit nach dem Landshuter Spiel im Dienstag-Training bereits wieder aufgehellter Stimmung gewichen. „Vielleicht macht es auch einen gewissen Reiz aus, wenn du einmal gegen andere Mannschaften spielst“, formuliert er vorsichtig mit Hinweis auf den FC Weiden-Ost. Der Vizemeister der Bezirksliga Oberpfalz Nord „ist uns relativ unbekannt, aber wir haben schon ein paar Informationen eingeholt“. U.a. wohl auch diese, dass mit Noah Forster ein Toptorjäger (18 Treffer) jener Liga große Gefahr ausstrahlt. Im Prinzip aber, so fordert der SpVgg-Chefanweiser, „müssen wir uns auf unsere Spielweise konzentrieren“. Und da vor allem versuchen, wieder mehr Druck auf den Gegner auszuüben und bei den – wie in Landshut – gebotenen Chancen mehr Effektivität zu entwickeln. Apropos: Angreifer Fabian Schiller (21) kann diesmal beruflich nicht dabei sein, ansonsten kann Kreß auf den Kader aus dem Liga-Finale bauen.

FC Ergolding – SpVgg Osterhofen

Die Aufgabe gegen den FC Ergolding wird für die Osterhofener in der momentanen Verfassung maximal schwer, die Herzogstädter haben es mit einer spielstarken, sehr torgefährlichen Mannschaft zu tun. Obwohl sich beide Vereine länger auf Bezirksebene bewegen, gab es in der jüngeren Vergangenheit, außer in der Halle 2013, noch keine Duelle. Trotzdem ist der Traditionsverein, der es in der Landesliga Südost auf vier Spielzeiten brachte, für Osterhofens Trainer Andreas Stadler kein Unbekannter: „Wir wissen, was uns erwartet, und sind hoffentlich gut vorbereitet.” Ergolding hat nicht den einen Torjäger, sondern mit Rocco Schmidleitner (21, 15 Tore) und Aziz Ouro Agrignan (21, 14 Tore) gleich zwei Angreifer, die wissen, wo die Kiste steht. So liegt wohl im Hinspiel zunächst das Hauptaugenmerk auf der Defensive. Nach vorne wird’s ohnehin schwierig werden. Der souveräne Mitte-Torschützenkönig der SpVgg, Ashour Abraham (27 Treffer), kann nicht auflaufen. Neben einer Oberschenkelzerrung plagt den 25-Jährigen die Leiste. „Wir brauchen Ashour fit. Aufgrund der Blessuren muss er geschont werden, da er sonst am Sonntag ausfallen könnte”, erklärt Stadler die Zwangspause des Syrers. Aber wer außer Abraham soll für Osterhofen heute die Buden machen? „Es wird verdammt hart”, sagt der Coach zur Ausgangslage und nennt auch die Gründe dafür: „Wir müssen es schaffen, über 90 Minuten unsere Leistung abzurufen und Kampf und Einsatzwillen zeigen, sonst werden wir die Relegation nicht überstehen.” Neben Abraham fehlen neben den Langzeitverletzten Hannes Hobelsberger, Kaan Schaffrath und Florian Dachl die sich im Urlaub befindenden Arben Ismaljaj, Paul Scheungrab und Armin Mesic. Vom Unterbau fahren dafür Nico Wimmer, Fabian Früchtl und fürs Tor Stefan Irmen mit nach Ergolding.

− brö/fn