Landesliga Mitte
Burglengenfeld blamiert sich: Der ASV verliert gegen das bis dato sieglose Schlusslicht

05.11.2023 | Stand 05.11.2023, 18:41 Uhr
Josef Schaller

An Tegernheims Torwart Stefan Walter war für den ASV Burglengenfeld kein Vorbeikommen. Foto: Josef Schaller

Mit hängenden Köpfen verließen die Spieler des ASV Burglengenfeld nach der 0:1-Pleite gegen das Landesliga-Schlusslicht aus Tegernheim den Platz. Fans und Spieler hatten sich das Ergebnis im Vorfeld sicherlich völlig anders vorgestellt, doch der Sieg der Gäste war nicht unverdient.

Das Spiel der Burglengenfelder war zu pomadig, die vielen klaren Torchancen wurden teilweise kläglich vergeben. Zum Spieler des Spiels avancierte Gästekeeper Stefan Walter, an dem an diesem Tag kein Vorbeikommen war. Man hatte das Gefühl, dass der ASV noch zwei Stunden anlaufen hätte können – ein Tor wäre vermutlich dennoch nicht gefallen. Auf der anderen Seite sicherte Gentrit Jusufi den Tegernheimern mit einem Weitschuss in der Schlussphase den überraschenden und ersten Sieg der laufenden Saison.

Es trat genau das ein, wovor ASV-Trainer Studtrucker Mitte der Woche noch gewarnt hatte. In den Köpfen seiner Akteure sollte sich nicht das Gefühl breitmachen, dass die drei Punkte schon eingefahren seien. Aber bereits in den ersten Minuten der Begegnung war zu erkennen, das weder die Konzentration, noch der nötige Biss im Spiel der Burglengenfelder vorhanden war.

So brauchten die Hausherren, die nach der Roten Karte gegen Trainer Timo Studtrucker im vergangenen Spiel gegen Hauzenberg diesmal von Co-Trainer Erkan Kara betreut wurden, eine Weile, bis sie in ihr Spiel fanden. Trotz drückender Überlegenheit taten sie sich allerdings anfangs schwer, gute Torgelegenheiten herauszuspielen. Zu langsam war das Spiel nach vorne.

Viele Fehler in der Offensive

Die Gäste hatten immer ausreichend Zeit, sich zu positionieren – und wenn sich mal gute Chancen ergaben, wurde zu fahrlässig damit umgegangen. So beispielsweise in der 21. Minute als Tobias Wunderle rechts durch war und auf den Gästekeeper zu lief. Er brauchte nur noch den Ball vor dem Kasten quer zu Fernando Rösler passen, doch das Zuspiel aus kurzer Distanz war für seinen Mitspieler nicht zu erreichen. Die Kugel kullerte am langen Pfosten vorbei ins Toraus.

Erst nach einer Riesengelegenheit der Gäste, die in der 26.Minute gleich bei fünf Abschlüssen die Möglichkeit zur Führung hatten, wachte der ASV langsam auf. Zunächst rette Christian Wagner mit einer Glanztat seine Mannschaft vor dem Rückstand, der Nachschuss prallte vom linken Torpfosten zurück, wieder musste Wagner mit einem Reflex auf der Torlinie retten. Der erneute Nachschuss traf einen Burglengenfelder Spieler, bevor eine weitere Einschussmöglichkeit aus kurzer Distanz um Zentimeter über die Querlatte streifte. Matthias Graf und Christoph Gietl hatten danach die Möglichkeit, den ASV in Führung zu schießen, scheiterten aber am ausgezeichneten Gästekeeper.

Ein Spiel auf ein Tor

Auch nach der Pause mussten die Burglengenfelder erstmal vom Gegner geweckt werden. Wieder musste Wagner den ASV mit einer Glanztat vor einem Rückstand bewahren. Danach folgte allerdings ein Spiel auf ein Tor: Wiederholt wurden beste Chancen vergeben – so auch ein Schuss in der 50. Minute aus kurzer Distanz oder in der 52. und 57. Minute, als jeweils Christoph Gietl frei vor dem Tor zum Abschluss kam, aber den Ball nicht im Gästetor unterbringen konnte. In der 60. Minute folgte erneut eine hundertprozentige Gelegenheit, einmal rette der Keeper, der Nachschuss wurde auf der Linie geklärt. Danach wurden die Burglengenfelder in der Defensive immer unorganisierter. Die Gäste wussten das zu nutzen: Mit einem Weitschuss erzielten sie in der 82. Minute schließlich das entscheidende Tor.

Der Sieg des FC Tegernheim war deshalb nicht unverdient, weil sich die Gäste 90 Minuten lang in jeden Ball warfen, mit vollem Körpereinsatz die Zweikämpfe bestritten und sich nach jeder gelungenen Abwehraktion gegenseitig anfeuerten. Den ASV-Akteuren dagegen fehlte der letzte Wille, unbedingt ein Tor erzielen zu wollen.

Nach dem überzeugenden 6:1-Auswärtssieg in Regenstauf verspielte der ASV in den beiden folgenden Heimspielen gegen Hauzenberg und Tegernheim somit also die Gelegenheit, sich endgültig aus der Abstiegszone zu befreien. Jetzt beginnt bei den Burglengenfeldern erneut das Zittern, denn mit Kötzing, Weiden und Seebach warten in den kommenden Wochen harte Brocken.