Vorschau auf den Spieltag
Hier brennt‘s, dort zwickt‘s, da läuft‘s: Bezirksliga Ost – so ist die Stimmungslage

14.10.2022 | Stand 14.10.2022, 21:22 Uhr |

Zurück im Künzinger Tor: Christoph Obernhuber. −Foto: Nagl

Die Römer sind zurück in der Erfolgsspur und dank einer Niederlage der DJK Vornbach nun auch wieder auf Tabellenplatz 2 der Bezirksliga Ost zurück. Nun muss die Prebeck-Elf zuhause gegen den SV Schalding-Heining II nachlegen.

Zugegeben – beim Spiel in Oberpolling vergangene Woche ging es recht wild her. Zur Pause führte der FC Künzing schon mit 3:0, dann kamen die Hausherren dank zweier Treffer nochmal gefährlich nach an ein Unentschieden heran. Zu allem Überfluss kassierte Ersatztorwart Simon Zitzelsperger zwischen Gegentor eins und zwei nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums auch noch die rote Karte. Dies nutzte Polling zum Anschlusstreffer – und danach wurde es turbulent: Zuerst verteilte der Schiri eine Zeitstrafe für einen Pollinger, dann für einen Gäste-Akteur. Erst mit dem Schlusspfiff waren die drei Punkte für Künzing wirklich sicher. Zuhause will man es nun besser machen. „Wenn wir jetzt nachlegen, dann sind wir wirklich wieder in der Spur“, betont sportlicher Leiter Daniel Seidl. Mit der Bayernliga-Reserve des SV Schalding-Heining kommt jedoch eine Mannschaft nach Künzing, die weiß, wie sie ihren Kasten sauber hält. „Schalding hat die beste Defensive der Liga. Die stehen relativ kompakt“, analysiert Seidl. In der Vergangenheit sind die Künzinger damit nicht immer gut klar gekommen: „Wir haben uns schon oft schwer getan mit Schalding“, sagt Seidl. Knapp drei Jahre ist der letzte Sieg der Künzinger gegen Schalding-Heining II her: „Damals haben wir 6:0 gewonnen“, erinnert sich Seidl. Die Gäste können auf eine taktisch gute Mannschaft zurückgreifen, „das sind gut ausbildete, junge Leute. Die werden es uns nicht einfach machen.“ Ziel ist, die Defensive zu knacken und selbst möglichst ohne Gegentor zu bleiben. Da ist es ein Glücksfall für die Römer, dass Torwart Christoph Obernhuber nun endlich wieder fit ist. Er wird am Samstag wieder zwischen den Pfosten stehen – Ersatzwortwart Zitzelsperger ist ohnehin gesperrt. Einen kurzen Einsatz hatte vergangene Woche in Oberpolling Andreas Drexler, „er hat diese Woche auch wieder trainiert und steht vermutlich im Kader“, sagt Seidl. Summa summarum sieht es im Kader deutlich besser aus als noch vergangene Woche, weil auch ein paar Erkrankte wieder fit sind.

Déjà-vu oder Sinnbild einer gesamten Vorrunde – wie man’s auch nennt: Die Bayernliga-Reserve verkauft sich unter Wert. „Gegen Hutturm zeigte sich das selbe Muster, das sich über die bisherige Hinrunde durchzieht. Hutthurm macht gefühlt mit einer Halbchance ein Tor“, hadert SVS-Trainer Christopher Pauli. „Wir verteidigen im Kollektiv sehr gut, spielen zumeist sehr gut, machen aber als Mannschaft zu wenig aus unseren vielen Offensivaktionen.“ Dementsprechend mager die Punkteausbeute. Pauli erklärt aber auch: „Uns war bewusst, dass wir wieder einen Umbruch zu meistern haben, aber unterm Strich sind wir mit der bisherigen Ausbeute nicht zufrieden.“ Beim Tabellendritten FC Künzing will Pauli nicht das in solcher Konstellation gern zitierte „Freispiel“ sehen. „Künzing ist zwar Favorit, aber aufgrund unserer bisher gezeigten Leistungen bin ich überzeugt, dass wir auch gegen die Römer mithalten können.“ Dazuhelfen können die verletzten Luis Grubmüller und Florian Schabl nicht, hinter weiteren Akteuren stehen lauf Coach wegen Krankheit noch Fragezeichen.

Vornbach – Straubing: Erst zwei Niederlagen musste Aufsteiger Vornbach hinnehmen, kein Grund also, sich von Nervosität überfallen zu lassen. „Nach der Niederlage in Schöfweg wollen wir zu Hause gleich wieder in die Spur zurückfinden“, spricht sportlicher Leiter Michael Jäger für die gesamte Mannschaft. Mit 28 Punkten und gleichauf mit dem großen Titelaspiranten Künzing bzw. im leichten Sog zu Tabellenführer 1.FC Passau sind die Inntaler mehr als im Soll. Dies soll aber im Heimspiel gegen Schlusslicht Türk Gücü Straubing nicht zu Leichtsinn verleiten, wie Jäger propagiert: „Den Gegner werden wir trotz seiner Platzierung nicht unterschätzen und versuchen mit einer Leistungssteigerung gegenüber der Vorwoche, die Punkte in Vornbach zu behalten.“ Nicht im Aufgebot sind Moritz Krompaß, Lukas Stallmeier, Manuel Höchbauer.

Ruhmannsfelden – 1.FC Passau: Noch sind die Gedanken nicht ganz verraucht an die Turbulenzen vom Samstagspiel gegen Mauth. Auch bei ihm selbst nicht, versichert Christian Nußhart. Der 37-jährige Coach des 1.FC Passau hat sich schließlich selbst daneben benommen und neben den Spielern Noah Aklassou und Felix Hochholzer die rote Karte gesehen. Wie dies herging, will er nicht detailliert sagen, „nach mehreren fragwürdigen Entscheidungen und dann einer Beleidigung durch den Linienrichter mit Worten, die ich eigentlich nicht wiedergeben möchte, wurde ich auch lauter und musste dann leider gehen“. Einen gesperrten Trainer kann die Mannschaft eher verkraften, innerhalb der Platzbegrenzung sieht’s anders aus. „Es war natürlich ein sehr großes Thema, da uns jetzt zwei Spieler für die entscheidenden Wochen fehlen“, weiß Nußhart. Er bedauert zudem, dass bei den Wortgefechten mit den Gästen auch das Thema Rassismus im Fokus stand. „Das war natürlich sehr schade. Ich habe ja selber vier Jahre in der Mauth gespielt und hoffe, dass zwischen den Vereinen irgendwann wieder alles passt.“ Nun will man sich auf ’s Sportliche konzentrieren, und das fordert Aufmerksamkeit genug, geht es doch am Samstag zu einem Hochkaräter der Liga. „Ruhmannsfelden wird ein sehr harter Brocken“, weiß nicht nur der Coach. „Durch ihre hervorragende Jugendarbeit sind die Spieler auch technisch immer sehr gut ausgebildet.“ Das ändere aber nichts an dem Vorhaben der FC-ler, die Serie von zwölf Partien ohne Niederlage nochmal zu „strecken“. Mit dem Problem zweier neuerlicher Ausfälle „wissen wir umzugehen“, sagt Nußhart. Die mögliche Formation ohne Aklassou habe man während der Woche intensiv trainiert. Personell arg gebeutelt muss die Spvgg Ruhmannsfelden das Heimspiel gegen den Tabellenführer bestreiten. Mit Johannes Wittenzellner (Syndesmosebandriss), Robert Peter (Bänderriss am Sprunggelenk) fallen zwei Stammspieler mindestens bis zur Frühjahrsrunde aus. Auch der Einsatz von Innenverteidiger Armin Pfeffer, der sich im Training verletzt hat, ist fraglich. Sportchef Alois Wittenzellner rechnet daher mit einem harten Stück Arbeit, gibt sich aber dennoch gewohnt kämpferisch. „Trotz der bescheidenen Personalsituation wollen wir dem Spitzenreiter alles abverlangen.“

Grafenau – Perlesreut: Die Erleichterung ist zum Greifen im Fußballerlager des TSV Grafenau. Mit zehn Punkten aus den letzten vier Partien haben sich die „Stodbär‘n“ vorerst aus der Abstiegszone gelöst, jetzt möchte man zum Abschluss der Vorrunde auch im Derby gegen den SV Perlesreut einen positiven Akzent setzen. „Ich denke, die Jungs haben jetzt kapiert, dass man nur zusammen mit Kampfgeist diese Situation meistern kann. Natürlich läuft die Saison nicht nach Wunsch, zumindest wurde aber der Abwärtstrend gestoppt. Allmählich trägt auch der Trainerwechsel Früchte, zudem hat sich die Personalsituation deutlich aufgehellt“, freut sich der langjährige Sportleiter Franz Seitz über die Trendwende. Den Gast aus Perlesreut schätzt er ebenso wie stv. Abteilungsleiter Daniel Reitberger ganz stark ein: „Auch sie haben in den letzten Wochen gut gepunktet. Wir erwarten ein echtes Kampfspiel vor schöner Kulisse und werden alles daransetzen, um unseren kleinen Lauf fortzusetzen. Dann könnten wir noch zuversichtlicher ins nächste Heimspiel zum Rückrunden-Start gegen den TSV Regen gehen.“ Coach Armin Stadler muss diesmal auf die Urlauber Sebastian Garhammer und Benjamin Klose sowie Ondrej Sima verzichten. Letzterer ist laut Daniel Reitberger mit der Nationalmannschaft unterwegs. Die Perlesreuter haben sich mit dem 2:1-Erfolg im Aufsteiger-Duell gegen den TSV Regen etwas Luft verschafft und trauen sich mit einer ähnlichen Vorstellung auch zu, aus der Galgenau etwas mitzunehmen. Übrigens: Die beiden letzten Duelle aus der Abbruch-Saison 19/21 gingen mit 3:1 und 3:2 an die Grafenauer. Gäste-Spielertrainer Matthias Url zeigt Respekt: „Grafenau hat offenbar die Krise hinter sich gelassen und spielt derzeit wie aus einem Guss. Wir sind Außenseiter und können nur überraschen.“ Beim SVP fehlen Sterr, Celcic und Grafenaus Ex-Coach Thomas Beyer.

Grainet – Kirchroth: Einen ganz wichtigen Dreier hat der SV Grainet aus Salzweg mitgebracht – und geht nun forsch die nächste Aufgabe an. „Mit Kirchroth erwartet uns ein unbeschriebenes Blatt. Wir lassen uns von der Tabellensituation nicht täuschen und wissen, dass sie mit etwas Glück auch den ein oder anderen Punkt mehr auf dem Konto haben könnten“, warnt Abteilungsleiter Christian Moser. Dennoch ist man optimistisch, dass man an die gute Leistung aus der Vorwoche anknüpfen kann. Fehlen werden beim SVG diesmal Stefan Grimbs und Johannes Glaser.

Hutthurm – Schöfweg: Mit dem 5:2-Coup gegen die bis dato furiosen Vornbacher hat der SV Schöfweg bewiesen, dass er in der Liga niemanden zu fürchten braucht. Entsprechend erwartungsfroh tritt man auch die Fahrt zum punktgleichen SV Hutthurm an. „Wir gehen seit drei Jahren tabellarisch Schulter an Schulter mit den Hutthurmern durch die Liga. Wir wissen um die Stärke dieser Mannschaft und stellen uns auf ein enges Match ein, in dem auch die Tagesform entscheidend sein wird“, glaubt SVS-Trainer Matthias Süß, der Michael Weny, Fabian Wagner sowie Marco und Martin Galow ersetzen muss. Hutthurms Coach Albert Krenn berichtet von einer sehr guten Stimmung in seiner Mannschaft. Kein Wunder, nach dem feinen 1:0-Sieg in Schalding. „Vieles passt momentan, wir wollen an die jüngste Leistung anknüpfen.“ Fehlen werden Fabian Semsch, Maximilian Köberl, Adrian Böck und Matthias Kühberger. Veim SV Hutthurm stimmt das Guthaben in der Tabelle nicht ganz. Es könnten mehr als die 21 Punkte sein, sagt Albert Krenn, „wenn man sich anschaut, gegen welche Teams wir sie gelassen haben, denn die meisten stehen in der Tabelle hinter uns“. Die Mannschaft um den 37-jährigen Spielertrainer befindet sich sechs Zähler über dem ersten Relegationsrang, Platz 2 liegt sieben Punkte entfernt. Dorthin wollte man ohnehin nicht, im besseren Mittelfeld, so die Hoffnung zu Saisonbeginn, aber schon mitmischen. Und von „besser“ ist die Mannschaft nicht wo weit weg. „Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, passt im Großen und Ganzen“, stellt Krenn fest. „Wir bekommen nicht mehr soviel Tore, das hat sich deutlich verbessert.“ Diese Qualität muss das junge Team am Samstag daheim bestätigen gegen ein zuletzt furioses Team. „Mit Schöfweg kommt eine Mannschaft, die erst wieder gegen Vornbach gezeigt hat, wozu was sie fähig ist“, hebt der 37-Jährige den Zeigefinger nach dem 5:2-Sieg. Aber: „Wir haben eine gute Stimmung in der Mannschaft, vieles passt momentan und wollen an die Leistung gegen Schalding II anknüpfen.“ Fehlen werden Fabian Semsch, Maximilian Köberl, Adrian Böck und Matthias Kühberger. Auf der Kippe steht ein Einsatz von Lukas Krenn.

TSV Mauth – FC Salzweg: Enttäuscht waren die Mauther Kicker, dass sie zuletzt beim 2:4 in Passau aus der numerische Überzahl, nach zwei roten Karten und drei Zeitstrafen gegen den FCP kein Kapital schlagen konnten. Jetzt kreuzt mit dem FC Salzweg ein angeschlagener Gegner auf, der während der Woche einen Trainerwechsel vorgenommen hat. Michael Kolarsch soll den auf einem Relegationsplatz stehenden Klub zum Klassenerhalt führen. „Gegen Salzweg ist es immer schwierig zu spielen, nach dem Trainerwechsel werden die Gäste bestimmt besonders motiviert sein“, glaubt Abteilungsleiter Maximilian Stockinger. Wenn der TSV aber sein Potenzial abrufen kann, ist der Spartenchef davon überzeugt, dass man dieses wichtige Spiel gewinnen wird. Nach Niko Herzig und Dominik Bernhardt droht mit Christian Fuchs nach einem überharten Einsteigen des Gegners zuletzt nun auch der Dritte aus dem Kapitäns-Trio auszufallen. Ansonsten stehen Trainer Andreas Baar mit Ausnahme von Tobias Stockinger voraussichtlich alle Cracks zur Verfügung.

Regen – Oberopolling: Hier geht‘s zum Vorbericht.


Freitag, 19 Uhr: Regen – Oberpolling; Samstag, 15 Uhr: Künzing – Schalding II, Ruhmannsfelden – Passau, Grafenau – Perlesreut; 16 Uhr: Hutthurm – Schöfweg, Vornbach – TG Straubing, Grainet – Kirchroth; 17 Uhr: Mauth – Salzweg.