Aufstieg in die Landesliga
Lauterhofens Meister-Coup: Das Fußballmärchen an der Lauterach

21.05.2024 | Stand 21.05.2024, 18:15 Uhr
Jürgen Schlegel

Ist mit 28 Toren Torschützenkönig in der Bezirksliga Mittelfranken Süd: Alexander Wastl Foto: Jürgen Schlegel

Nun ist es wahr geworden, das Fußball-Märchen von Lauterhofen. Was sicher zu Beginn der Saison keiner gedacht hätte, ist Realität: Der Aufstieg des SVL in die Landesliga.

2021 stieg der Verein in die Bezirksliga auf, in der vergangenen Saison, der ersten mit Trainer Thomas Brunner, gab es mit dem siebten einen Mittelfeldplatz in der Tabelle. Vor dem Start in die Saison gab Brunner das Ziel aus, dass der SV Lauterhofen ein bis zwei Plätze weiter oben stehen solle, bei weniger Gegentoren und ein paar Punkten mehr. Auf jeden Fall sollte der Klassenerhalt schneller erreicht werden, nicht erst drei Wochen vor Saisonende.

Fans mussten zittern

Das erste Spiel zu Hause gegen den Aufsteiger DJK Stopfenheim wurde 3:2 gewonnen, doch mussten die Fans nach einer 3:0-Führung um den Sieg noch zittern. Im 5. Saisonspiel gegen den TuS Feuchtwangen konnte nach einer Verletzungsunterbrechung erstmals Andreas Wastl eingesetzt werden. Mit seinen beiden Toren sicherte er den Lauterhofener Sieg und den vierten Tabellenplatz.

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Im nächsten Spiel wurde der Lokalrivale DJK-SV Berg mit 4:0 deklassiert. Ein Spiel später kletterte Lauterhofen mit einem Sieg gegen den TV Hilpoltstein auf Rang 3 und wieder ein Spiel später (8. Spieltag) auf Rang 2. In einem Interview mit unserer Zeitung stellte Thomas Brunner klar, dass er nicht auf die Tabelle und die anderen sehe, sondern lediglich auf seine Mannschaft. Das Erfolgsrezept der Mannschaft nach fünf Siegen in Folge sei die Geschlossenheit, die Motivation, der Biss.

In Wendelstein kam dann am 10. Spieltag das böse Erwachen. Mit 1:5 verloren die Oberpfälzer. Trainer Brunner resümierte damals, die Mannschaft hätte zu viele Fehler gemacht. „Das kriegen wir aber wieder hin“, fügte er sofort hinzu. Mit einer tollen Leistung bewiesen die Lauterhofener nur einen Spieltag später Stärke: Mit 2:1 wurde in Zirndorf der Spitzenreiter geschlagen, Lauterhofen war erstmals Tabellenführer. Nach einem 2:4 gegen Dinkelsbühl wiederum einen Spieltag später ging diese jedoch gleich wieder verloren.

Wechsel an der Spitze

Mehrfach wechselten sich in den darauffolgenden Spielen Lauterhofen und Zirndorf an der Tabellenspitze ab. Erst schwächelte Lauterhofen, was Brunner bei Rückrundenstart bei 10 Punkten Vorsprung von Zirndorf zu der Aussage veranlasste „die sind durch“.

Dann aber schwächelte Zirndorf. Nach dem 22. Spieltag hatte es dann Lauterhofen selbst wieder in der Hand Meister zu werden. Unvergessen bei vielen ist sicher auch das 2:2 gegen Zirndorf am 26. Spieltag, eines von etlichen entscheidungserheblichen Spielen. Mit 1:2 zurückliegend dachte bei einer Zirndorfer Überlegenheit keiner mehr an ein Unentschieden, als Alexander Wastl in der 88. den Ausgleich schaffte – und damit den besseren Direktvergleich sicherte.

Am Ende waren in Neuses die Spieler und rund 300 mitgereiste Fans „aus dem Häuschen“. Viele konnten es noch nicht glauben. Trainer Thomas Brunner erklärte, wenn man die Chance hat, wolle man das Ziel auch erreichen. Für die Spieler, die Zuschauer sei das ein unvergessener Tag, auch für die Vereinsgeschichte. Sportlicher Leiter Jochen Pucknus resümiert, die drei Tore seien zu schnell gefallen. Die Mannschaft habe es sich dann schwer gemacht, aber „die Burschen“ hätten den Aufstieg verdient.

Welche Neuzugänge kommen, ist noch völlig offen. Bekannt ist lediglich, dass alle Spieler der Mannschaft auch für die kommende Saison zur Verfügung stehen.