Letztes Heimspiel 2023/24 gegen Türkspor Augsburg
Inzwischen schon acht Neuzugänge fix: Planungen des FC Pipinsried schreiten weiter voran

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 18:01 Uhr

Wird am Samstag offiziell vom FC Pipinsried verabschiedet: Yomi Scintu. Foto: M. Schalk

Nur noch 90 Spielminuten, dann ist die Bayernliga-Süd-Saison 2023/24 Geschichte. Eine Saison, in der es beim FC Pipinsried (wieder einmal) ausgesprochen turbulent zuging. Zumindest das absolute Mindestziel, den Klassenerhalt, haben die Gelb-Blauen zwar erreicht – aber trotzdem steht fest, dass sich bei ihnen im Hinblick auf die neue Spielzeit eine Menge tun muss. Nicht zuletzt in personeller Hinsicht.

Also wird beim letzten Heimmatch 2023/24 – am heutigen Samstag (Anstoß 14 Uhr) gegen Türkspor Augsburg – auch fleißig „Servus“ gesagt. Sieben Abgänge (Daniel Gerstmayer, Yomi Scintu, Simon Kampmann. Bleron Pirku, Benedikt Gärtner, Kevin Kozica, Fabien Ngounou Djayo) sind bereits fix. „Und ob dann noch mehr passiert – je nachdem, wer letztlich unser Trainer wird – werden wir sehen“, lässt FCP-Sportchef Johannes Müller wissen.

„Alles offen“ in Sachen Cheftrainer für 2024/25

Ja, die Sache mit dem Trainer... Bleibt Josef „Sepp“ Steinberger bei den Gelb-Blauen oder nicht? Fakt jedenfalls ist, dass der 51-Jährige an diesem Samstag nicht offiziell verabschiedet wird – was so viel bedeutet wie: Der gebürtige Niederbayer und der Verein befinden sich weiterhin in Gesprächen. „Und das wäre nicht der Fall, wenn ich es mir überhaupt nicht vorstellen könnte, weiterhin in Pipinsried zu arbeiten“, so Steinberger: „Schaun mer einfach mal, Stand jetzt ist noch alles offen.“

Währenddessen bastelt Sportchef Müller eifrig am neuen FCP-Kader weiter. Die Verpflichtungen von Nico Karger, Michael Bachhuber, Mario Götzendörfer, Daniel Zanker und Paul Iffrath hatte der 32-Jährige ja schon vor einigen Wochen in trockene Tücher gebracht. Jetzt gibt es die drei nächsten Neuzugänge für die Saison 2024/25 zu vermelden – und sie fallen allesamt in die Kategorie „jung, talentiert und hungrig“.

Da wäre zunächst Angreifer Florian Gebert. „,Flo‘ ist ein richtig guter Junge. Er besitzt eine gute Mentalität gegen den Ball und hat seine Stärken im Tiefgang sowie in der ,Box‘“, beschreibt Müller den 23-Jährigen: „Diese Fähigkeiten sind für uns sehr wichtig, da im Strafraum die Spiele entschieden werden.“

Für seinen Heimatverein TSV Bobingen hatte Gebert einst stolze 58 Treffer in 74 Bezirksligapartien erzielt, worauf ihn der FC Augsburg im Sommer 2023 in sein Nachwuchsleistungszentrum holte. „Nach dem einen Jahr beim FCA II glaube ich, dass die Bayernliga nun genau der richtige Schritt für mich ist – und die Gespräche mit den Pipinsrieder Verantwortlichen waren von Anfang an sehr positiv“, erklärt der Goalgetter.

„Wollen Helfern einen schönen Tag bereiten“

Weiter zu Benjamin Krist. „Mit ihm erwartet uns ein Außenbahnspieler, der eine sehr gute Athletik besitzt. Seine Schnelligkeit, seine Dynamik und seine Körperlichkeit werden uns voranbringen“, ist FCP-Sportchef Müller fest überzeugt. Nach vielen Jahren im Nachwuchsleistungszentrum des FC Augsburg war der 20-Jährige im Sommer 2023 zum TSV Rain gewechselt – um sich dort, in seinem ersten Herrenjahr, sofort zu einem Stammspieler zu entwickeln. Sein bisheriger Arbeitsnachweis 2023/24: 32 Einsätze für die Lechstädter in der Bayernliga Süd, bei 31 davon gehörte er zur Startelf. „Die Gespräche mit ,Jochi’ Müller haben mich davon überzeugt, dass ein Wechsel nun nach Pipinsried der richtige Schritt für meine Entwicklung ist“, so der Rechtsfuß. Ob sie das in Rain wohl ebenso sehen?

Bleibt noch Antonio Mlakic. Müller bezeichnet ihn als „interessanten, zentralen Mittelfeldspieler aus der Umgebung, der sich in seinen jungen Jahren beim TSV Aindling in jeder Liga durchgesetzt hat“. Der FCP-Sportchef kann sich den 21-Jährigen sehr gut als „spielerischen Sechser“ auch in der Bayernliga vorstellen: „,Laki‘ besitzt definitiv Entwicklungspotenzial. Obwohl noch sehr jung, kann er jedes Spiel aufgrund seines großen Spielverständnisses sehr gut lesen.“

Nochmals zurück in die Saison 2023/24. Beziehungsweise zur Heimpartie des FCP am heutigen Samstag. Wer glaubt, dass es da ein lockeres Pipinsrieder Auslaufen zu sehen gibt, der täuscht sich. Zumindest, wenn es nach Chefcoach Steinberger geht. „Nach dem Spiel gibt es ein Fest für alle Unterstützer des Vereins. Da gehört es sich einfach, dass wir als Mannschaft diesen vielen Helfern ebenfalls einen schönen Tag bereiten. Und das bedeutet, dass wir ihnen eine gute Leistung zu bieten haben“, sagt der 51-Jährige klipp und klar.

Einstelliger Tabellenplatz sehr wohl noch ein Ziel

Einmal ganz davon abgesehen gibt es aus seiner Sicht sehr wohl auch noch ein sportliches Ziel, das anzustreben sei – nämlich ein einstelliger Tabellenrang im Schlussklassement. Zurzeit sind die Gelb-Blauen auf der elften Position zu finden – punktgleich mit dem zehntplatzierten TSV Rain, einen Zähler hinter dem an neunter Stelle liegenden 1. FC Sonthofen, zwei hinter dem TSV Kottern. Daher stellt sich für Steinberger gar nicht erst die Frage, ob er dem einen oder anderen Edelreservisten diesmal etwas mehr Einsatzzeit beziehungsweise sogar einen Startelfeinsatz einräumt. „Ich will unbedingt gewinnen – also spielen auch die Besten, die zur Verfügung stehen.“

Und von denen erwarte er, dass sie sich gegen den Tabellendrittletzten aus Augsburg hundertprozentig reinhängen: „In so einem Spiel, in dem es vermeintlich um nichts mehr geht, kann ich sehr gut sehen, aus welchem Holz jemand wirklich geschnitzt ist.“ Und solche Erkenntnisse könnten ja eventuell noch sehr wichtig für Steinberger werden – nämlich für den Fall, dass er doch über den Sommer hinaus beim FC Pipinsried bleibt.

SZ