Aus Interimslösung wird Dauerlösung
FC Pipinsried geht mit Sepp Steinberger als Cheftrainer in die neue Saison

05.06.2024 | Stand 05.06.2024, 17:15 Uhr |

Bleibt dem Bayernligisten FC Pipinsried als Cheftrainer erhalten: Josef „Sepp“ Steinberger. Foto: M. Schalk

Aufatmen beim FC Pipinsried: Sepp Steinberger hat sich nach einigen Tagen Bedenkzeit nun doch dazu entschlossen, bei den Gelb-Blauen zu bleiben und bei ihnen weiterhin das Amt des Cheftrainers auszuüben.

Von Beginn an der Wunschkandidat des Vereins

Ursprünglich war der gebürtige Gottfriedinger Mitte April als Interimslösung verpflichtet worden, um den da noch in Richtung Abstiegsrelegation taumelnden Dorfklub aus dem Dachauer Hinterland zum sicheren Kassenerhalt zu führen. Und das ist Steinberger dann in souveräner Manier gelungen. So blieben de FCP-Fußballer in den sechs Partien unter seiner Ägide fünfmal ungeschlagen, holten hierbei neun Punkte − und belegten dadurch im Endklassement der Bayernliga Süd sogar noch einen einstelligen Rang (Position acht).

Für Johannes Müller, den Sportlichen Leiter der Gelb-Blauen, stand damit fest: Steinberger ist sein Wunschkandidat beziehungsweise erster Ansprechpartner für das Amt des Chefcoaches 2024/25. Die große Frage war allerdings: Was will Steinberger? Vor seinem Engagement in Pipinsried war er jahrelang fest bei namhaften Nachwuchsleistungszentren angestellt gewesen (2007 bis 2012 beim SSV Jahn Regensburg, 2012 bis 2017 beim TSV 1860 München, 2017 bis 2018 bei der SpVgg Greuther Fürth, 2018 bis 2022 beim FC Augsburg) – um sich dann ein Sabbatical zu gönnen. Oder, wie es der 51-jährige Niederbayer selbst ausdrückt: „Ich hatte mir nach vielen intensiven Jahren in der Nachwuchsarbeit bewusst eine Auszeit genommen, um die Akkus aufzuladen und mich selbstkritisch zu reflektieren. Hierbei bin ich zur Erkenntnis gekommen, mich erst weiterbilden zu wollen, um für den nächsten Schritt in den Herrenfußball ideal vorbereitet zu sein sowie meine Fähigkeiten als Trainer noch ein bisschen besser einsetzen zu können.“

Und dann kam eben, Mitte April, die Offerte des FC Pipinsried „Für mich war relativ schnell klar, dass ich diese Aufgabe übernehmen will, weil sie sehr gut vereinbar war mit den Seminaren im Rahmen meiner Ausbildung zum systemischen Coach, NLP-Practitioner und Mentaltrainer“, erzählt Steinberger.

Irgendwelche Gedanken, wie es für ihn nach dem Saisonende 2023/24 weitergeht, habe er sich damals aber noch nicht gemacht. Für ihn galt es, rein den Abstieg zu verhindern – darauf legte der 51-Jährige den Fokus. Wer ihn in jener Zeit trotzdem nach seinen sportlichen Plänen fragte, musste immer wieder mit einem nonchalanten, aber auch bestimmten „Schau mer mal“ vorliebnehmen.

Erst nachdem der Klassenhalt endgültig feststand, setzte er sich mit FCP-Sportchef Müller zusammen. „Wir hatten einen sehr guten, offenen und ehrlichen Austausch – sowohl über die abgelaufene Saison als auch über die Planungen für neue“, berichtet der gebürtige Niederbayer: „Und nach intensiven Gesprächen sind wir jetzt eben zum Entschluss gekommen, den eingeschlagenen Weg gemeinsam fortsetzen zu wollen.“

Trainingsauftakt 2024/25 ist bereits am 15. Juni

Worüber Müller sehr erleichtert ist. „Es gibt nicht viele Trainer in der Bayern- beziehungsweise Regionalliga, die – wie es der Sepp tut – zum einen eine natürliche Autorität haben und zum anderen entsprechend fachliche Qualitäten mitbringen“, so der Sportliche Leiter der Pipinsrieder: „Außerdem wirkte der Sepp in allen Gesprächen sehr direkt, transparent und selbstkritisch. Das hat mich beeindruckt.“ Ganz davon abgesehen wurde es nun auch höchste Zeit, dass der FCP seinen Chefcoach für 2024/25 präsentiert – denn der Trainingsauftakt für die neue Saison ist bereits am 15. Juni (Beginn um 10.30 Uhr).

SZ