Höchste Pleite seit August 2019
Erlbach kassiert erste Niederlage, und das gleich mit 2:5 – – Gastgeber TSV Dachau bei Standardsituationen äußerst effektiv

03.09.2023 | Stand 12.09.2023, 22:20 Uhr

Erstmals leer gingen in dieser Saison der Bayernliga Süd der eingewechselte Florian Wiedl (links, gegen Dachaus Sebastian Löser) und seine Erlbacher aus. −Foto: Fehrmann

Am 8. Spieltag der Fußball-Bayernliga Süd hat es auch den SV Erlbach erwischt: Die Holzland-Truppe kassierte am Freitagabend die erste Niederlage der Saison – und die fiel mit 2:5 beim TSV Dachau deutlich aus. Bemerkenswert sind dabei insbesondere die fünf Gegentore für die eigentlich bis dato so souveräne Hintermannschaft. Das war die höchste Pleite seit einem 0:6 gegen den SC Eintracht Freising im August 2019. Damit musste die Truppe von Trainer Lukas Lechner auch gleich wieder den Tabellenthron räumen und ist jetzt Dritter.

„Das Ergebnis liest sich sehr deutlich, wir waren aber phasenweise sogar besser als die Dachauer. Die waren hochmotiviert, haben gut gepresst und die Räume, die sich ihnen geboten haben, sehr gut ausgenutzt. Und dann mussten wir immer wieder mal ein Foul ziehen oder den Ball zur Ecke klären. Und gerade die Standardsituationen waren beeindruckend, sowas habe ich in der ganzen Liga noch nicht so gut gesehen“, erklärte Christoph Huber, der Sportliche Leiter des SVE.

Bereits in der 5. Minute ereignete sich Außergewöhnliches, denn Anthony Manuba verwandelte eine Ecke direkt zum 1:0 der Gastgeber ins lange Toreck. Erlbachs Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten (8.): Eine Flanke konnte die Defensive des TSV noch klären, Benjamin Schlettwagner sicherte sich das Leder, zog aus 20 Metern ab und Thomas Breu fälschte es noch entscheidend per Kopf ins Netz ab. Breu hätte kurz darauf sein Team in Führung bringen können, nach einer Flanke von Simon Hefter zwang er mit einem Kopfball Torwart Marco Jakob zu einer Glanzparade (14.). Wiederum Manuba beförderte nach einer Flanke den Ball aus elf Metern ins SVE-Gehäuse (23.).

Die Gefahr durch Standards des Heimteams blieb weiter bestehen. Jede Ecke und jeder Freistoß kam sehr gut vor den Kasten von Andreas Steer. Doch auch die Offensive der Erlbacher war gefährlich, sie hatte viele Räume und spielte gegen eine nicht sattelfeste Hintermannschaft des Gegners eigentlich sehr gefällig. Sebastian Hager schickte Tobias Hofbauer, der im Strafraum nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Maximilian Sammereier (25.). Nun wollte Erlbach in Führung gehen und spielte forsch nach vorne. Hager setzte Hefter ein, der mit seinem Abschluss den starken Jakob nicht überwinden konnte (30.). Noch vor der Pause geriet das Lechner-Team dann zum dritten Mal in Rückstand (40.): Sebastian Nappo erzielte ein wunderschönes Tor aus 20 Metern, als er einen Freistoß direkt verwandelte. Dieser Treffer war ein echter Nackenschlag für den bisherigen Spitzenreiter, stellte er zu diesem Zeitpunkt doch eigentlich die bessere Mannschaft und die Freistoß-Entscheidung war nicht unumstritten.

Im zweiten Durchgang versuchte der SVE vor 160 Zuschauern erneut schnell zum Gleichstand zu kommen, doch die erste Gelegenheit hatte der TSV. Eren Emirgan konnte den überragend reagierenden Steer aus fünf Metern nicht bezwingen (56.). Bei Erlbach fand Leonhard Thiel aus 16 Metern in Jakob seinen Meister (62.). Das Duell war weiter sehr offen, Dachau gelang dann aber gegen den aufgerückten Rivalen die Vorentscheidung mit dem 4:2 (64.): Marcel Kosuch wurde steil geschickt, seinen Abschluss parierte einmal mehr Steer. Diesmal war aber Emirgan zur Stelle und schob ein. Kurz darauf machte dann Kosuch alles klar, per Foulelfmeter erzielte er den 5:2-Endstand (68.).

„Das war ein sehr offenes Spiel, viele Torchancen auf beiden Seiten und für die Zuschauer sicher sehr attraktiv. Dachau war von Beginn an offensiv, dadurch haben sich für uns viele Räume ergeben. Es ist wirklich sehr unglücklich gelaufen, das direkte Eckentor, der direkte Freistoß und auch wir hatten gute Chancen. Das Spielglück war nicht wirklich auf unserer Seite. Wir haben es auch nicht geschafft, in der Defensive wie gewohnt stabil zu stehen. Wir haken das Spiel jetzt schnell ab und freuen uns auf das Highlight gegen Landsberg“, blickte Lechner in seinem Fazit bereits nach vorne. Der Knaller gegen den absoluten Aufstiegsfavoriten steigt am Freitag, 8. September, um 19 Uhr in der Holzbau Grübl Arena.

− Thorsten Eisenacker