Die Reaktionen zum Relegations-Drama
„Tut aktuell sehr weh“: Eichstätts Sportvorstand Schiebel zwischen großer Enttäuschung und Stolz

03.06.2024 | Stand 03.06.2024, 7:00 Uhr |

Große Enttäuschung herrscht bei Spielern (rechts Toptorjäger Lucas Schraufstetter) und Verantwortlichen des VfB Eichstätt nach der verpassten Rückkehr in die Regionalliga Bayern. Foto: Traub/Archiv

Es hat nicht sollen sein! Der VfB Eichstätt als Vizemeister der Bayernliga Nord hat – nach dem undankbaren dritten Tabellenplatz in der eigenen Relegationsrunde mit dem FC Eintracht Bamberg und dem TSV Buchbach – die sofortige Rückkehr in die vierthöchste deutsche Spielklasse endgültig verpasst.

Die Würzburger Kickers unterlagen nämlich am Sonntagnachmittag bei Hannover 96 II (Meister der Regionalliga Nord) in einem hochdramatischen Relegationsrückspiel mit 6:8 (4:5, 2:3) nach Elfmeterschießen. Hätten die Unterfranken den Aufstieg in die 3. Liga geschafft, wäre in der Regionalliga Bayern ein weiterer Platz frei geworden, den die Schützlinge von Trainer Dominic Rühl bekommen hätten.

„Es ist verdammt bitter und tut aktuell sehr weh, weil wir so nah dran waren und es die Mannschaft auch verdient gehabt hätte“, sagte ein spürbar enttäuschter Marco Schiebel in einer ersten Stellungnahme.

Lob an die Mannschaft für großartige Saison



Aus Sicht des Eichstätter Sportvorstands ist der verpasste Aufstieg umso schmerzhafter, weil man in der Relegationsrunde gegen Bamberg (0:0) und Buchbach (1:1) nach der regulären Spielzeit keine Partie verloren hatte. Erst die Zusatzpunkte in den aus VfB-Sicht verlorenen Elfmeterschießen hatten den Ausschlag gegeben – und nun hat wieder ein Elfmeterschießen zuungunsten des VfB geendet. „Wir werden uns schütteln und uns die trotz alledem sehr gute Saison nicht nehmen lassen. Die Mannschaft hat nach dem gewaltigen Umbruch Großartiges geleistet. Wir werden positiv in die neue Saison gehen und dann wieder angreifen“, sagte Schiebel weiter.

Für Spielführer Jonas Fries, der das an Dramatik kaum zu überbietende Spektakel per Live-Ticker verfolgt hatte, war es für eine Kampfansage dagegen noch zu früh. Er sagte: „Dafür ist jetzt der falsche Moment. Vielmehr geht es darum, jetzt die zwei Wochen Pause noch zu genießen und Kraft für die neue Saison zu tanken.“ Bei Fries und seinen Mitspielern überwog nach dem „endgültigen Aus, das in einem Elfmeterschießen besiegelt wurde“ natürlich die Enttäuschung, „aber wir müssen unsere Leistung der kompletten Saison sehen. Und da können wir stolz auf uns sein.“

Doppelter Fehlversuch bei Würzburger Elfer-Drama



Ausgerechnet Top-Torjäger Saliou Sané, der in der zurückliegenden Spielzeit 19-Mal ins Schwarze getroffen hatte und in der Jugend sowie in der Saison 2011/12 in der Regionalliga für die Hannoveraner spielte, scheiterte beim finalen Elfmeterschießen – und zwar gleich zweimal, nachdem sein erster Fehlversuch wiederholt werden musste. In der regulären Spielzeit, die vor 25000 Zuschauern in der Heinz von Heiden Arena mit 2:1 (1:0) an die Zweitliga-Reserve von Hannover ging, hatte Sané (75./FE) noch vom Punkt aus getroffen, und damit die Führung der Hausherren durch Brooklyn Ezeh (22.) egalisiert. Nach dem 1:0-Hinspielsieg hätte den Kickers dieses Unentschieden zum Aufstieg gereicht. Doch Eric Uhlmann (85./FE) rettete sein Team mit dem 2:1 in die Verlängerung. Dort traf Hayate Matsuda (105.) zum zwischenzeitlichen 3:1, der Würzburger Ivan Franjic (112./FE) schlug per Strafstoß zurück. Dann kam das Elfmeterschießen – und der Knockout.

EK