Topspiel der Bayernliga-Nord
Hält die starke Defensive des FC Ingolstadt II auch gegen den Zweiten Hankofen-Hailing?

22.02.2024 | Stand 22.02.2024, 15:58 Uhr
Julian Meier

Beim 4:2-Hinspiel-Sieg gegen die SpVgg Hankofen-Hailing war Mussa Fofanah (links) beim FC Ingolstadt noch unter den Torschützen. Sein Einsatz im anstehenden Rückspiel ist fraglich. Foto: Meyer

Wie wichtig im Fußball eine gute Defensive ist, dürfte allgemein bekannt sein. Nicht umsonst stehen in der Bayernliga Nord die drei Mannschaften mit den wenigsten Gegentreffern auch in der Tabelle ganz vorne. Beim FC Ingolstadt II war die Abwehr dagegen lange Zeit das Manko.

36 Gegentreffer kassierten die Jungschanzer in den 21 Partien des ersten Halbjahres. Zuletzt stand aber sowohl bei der Generalprobe (3:0 gegen Pipinsried) als auch beim Restrunden-Auftakt (2:0 in Regensburg) hinten die Null. Geht Dank verbesserter Defensivarbeit nach oben noch etwas?

Wenn es nach FCI-Trainer Thomas Karg geht, gibt es für die neu gewonnene defensive Stabilität zwei Gründe: „Ich glaube, die Erfahrung spielt eine wichtige Rolle. Die Jungs sind jetzt ein halbes Jahr im Herrenbereich unterwegs und wissen, auf was es ankommt. Hinzu kommt unsere derzeitige Grundstruktur, die den Spielern vielleicht ein bisschen besser passt“, mutmaßt er. Auf den beiden Zu-Null-Spielen ausruhen, das kommt für ihn aber natürlich nicht in Frage: „Wir wissen sehr wohl, dass die große Herausforderung ist, über einen längeren Zeitraum Konstanz reinzubringen.“

Wie sattelfest die Schanzer Abwehr mittlerweile ist, dürfte sich bereits an diesem Samstag (14 Uhr) herausstellen. Dann nämlich gastiert mit der SpVgg Hankofen-Hailing nicht nur der Tabellenzweite beim FCI, sondern Dank der 45 Treffer auch die zweitstärkste Offensive der Liga. Der große Vorteil beim Regionalliga-Absteiger ist, dass er nicht nur den einen Torjäger hat, sondern im Prinzip alle Akteure torgefährlich sind. Mit Andreas Wagner (7 Treffer), Tobias Lermer (6), Valentin Harlander (5), Tobias Richter (5) und David Vogl (5, inzwischen SV Schalding-Heining) waren bereits fünf Spieler mindestens fünfmal erfolgreich. „Das ist eine erfahrene Herrentruppe, die uns mit Sicherheit alles abverlangen wird. Aber ich glaube, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um sie bei uns zu empfangen“, erklärt Karg angesichts der ansteigenden Formkurve seines Teams.

Zum Vorteil könnte für die Schanzer werden, dass sie am vergangenen Wochenende ihr Nachholspiel in Regensburg bestritten haben und bereits wieder im Wettkampfmodus sind, während für Hankofen-Hailing das Spieljahr erst am Samstag so richtig beginnt. Ob sich das auszahlt, wird man laut Karg erst nach dem Spiel sagen können. Eines kann er aber schon jetzt feststellen: „Das Gute ist, dass wir jetzt einige Spiele in Folge stabile Leistungen gebracht haben. Das gibt den Jungs Selbstvertrauen; da ist die Stimmung gleich besser.“

Für zusätzliche Motivation dürfte der Blick auf die Tabelle sorgen: Aktuell haben die Schanzer als Achtplatzierter sechs Punkte Rückstand auf den Zweiten Hankofen-Hailing. Bei einem Sieg könnte dieser Rückstand auf drei Punkte schmelzen – und plötzlich wäre der FCI wieder mittendrin im Aufstiegsrennen. Gedankenspiele, die durchaus auch bei den Ingolstädtern kursieren. „Wir wollen, dass in der Rückrunde eine Entwicklung erkennbar ist. Da sind wir jetzt auf einem ganz guten Weg. Unser Ziel ist es, am Samstag daran anzuknüpfen. Wenn wir dann auf drei Punkte heranrücken, nehmen wir das natürlich gerne mit“, sagt Karg.

Der Coach der Schanzer kann für das erste Heimspiel des Jahres wieder auf Jonas Perconti zurückgreifen, der aufgrund von muskulären Problemen gegen Regensburg noch gefehlt hatte. Auch Herbert Paul wird nach einer langwierigen Erkältung voraussichtlich wieder zur Verfügung stehen. Hinter Mussa Fofanah steht dagegen noch ein Fragezeichen: Der Offensivspieler war im Training umgeknickt und könnte die Partie gegen die „Dorfbuam“ verpassen. Im Hinspiel war Fofanah noch unter den Torschützen. Der 4:2-Sieg von Mitte August ist bei den Schanzern jedenfalls noch präsent: „Wir haben sehr gute Erinnerungen an Hankofen, da haben wir mit unser bestes Spiel in der Hinrunde gemacht“, erklärt Karg. Gegen ein erneutes 4:2 hätte er wohl nichts einzuwenden – Zu-Null-Serie hin oder her.

DK