Bayernliga Nord
Gebenbach hält im Kampf um den Vizetitel den Druck von sich fern

Gebenbach hält den Druck von sich fern – Ammerthal möchte die Schmach aus dem Hinspiel tilgen

19.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:53 Uhr |

Im Hinspiel servierte Gebenbach (in Schwarz) die DJK Ammerthal mit 6:1 ab. Foto: Torsten Baier

Die Titelträume der DJK Gebenbach scheinen in der Bayernliga Nord geplatzt zu sein. Im Ringen um Platz eins ist Gebenbach auf Ausrutscher von Spitzenreiter FC Eintracht Bamberg angewiesen. Die Vizemeisterschaft können die DJK-Kicker am vorletzten Spieltag aber aus eigener Kraft eintüten.

Mit einem Auswärtserfolg beim Lokalrivalen DJK Ammerthal. Am Samstag (14 Uhr) steigt das Kräftemessen zwischen den sechstplatzierten Ammerthalern und den zweitgereihten Gebenabachern. Durch die für viele Fußballfans überraschende 0:3-Pleite des Titelanwärters in Neumarkt am vergangenen Spieltag ist die Meisterschaft für die Oberpfälzer in die Ferne gerückt. Spitzenreiter Eintracht Bamberg (74 Punkte) könnte bei fünf Zähler Vorsprung auf die DJK mit einem Sieg gegen SSV Jahn Regensburg II Jahns den Aufstieg in die Regionalliga perfekt machen. Das 0:3, das auch mitunter der personellen Situation geschuldet war, war möglicherweise eine Niederlage im engen Kampf um die Meisterschaft zu viel. Es seien mehrere Faktoren verantwortlich.

Natürlich habe auch mitgespielt, dass fünf bis sechs Spieler im Kern wegfielen. Trotzdem habe man genügend Qualität auf dem Platz gehabt. Ein Großteil der Spieler sei nicht an seine Leistungsgrenze gekommen, analysiert Trainer Hempel. „Es war ein gebrauchter Tag von jedem. Neumarkt hat es gut gemacht und deshalb haben wir verloren“, meint der Coach. Um nach 2019 wieder Vizemeister zu werden und gleichzeitig den Relegationsplatz zum Aufstieg in die Regionalliga zu sichern, ist ein Sieg im Derby auswärts in Ammerthal beim Tabellensechsten (47 Punkte) notwendig.

Gelingt das nicht, ist auf eine Niederlage des SC Eltersdorf gegen Bayern Hof zu hoffen. Denn mit einem Sieg von Eltersdorf und einer Pleite der DJK rückt der Tabellendritte bis auf einen Punkt an die DJK heran. Spannung, die Gebenbach am letzten Spieltag am liebsten unbedingt vermeiden würde. Von Druck möchte der Coach des Tabellenzweiten aber dennoch nicht sprechen. „Wir haben in Gebenbach vom Verein keinen Druck, haben eine tolle Saison gespielt. Wir haben den Anspruch an uns selbst, das ist ein großer Unterschied“, so Hempel.

Die Statistik passt

„Wir haben die meisten Siege, wir haben die meisten Tore, haben in 90 bis 95 Prozent der Spiele den Zuschauern richtig guten Fußball geboten. Und weil ein bisschen etwas verloren geht, werden wir uns die Saison nicht kaputtmachen lassen.“ Ziel des Trainerteams ist es gerade in den entscheidenden Spielen den Druck von der Mannschaft bestmöglich fernzuhalten.
Auch wenn die Personallage weiterhin sehr angespannt ist, ist die Freude vor dem Derby riesig. Allerdings warnt der 36-Jährige auch vor der immensen Qualität der Mannschaft von Trainer Tobias Rösl. „Das Derby ist immer etwas Besonderes. Wir spielen auf dem kleinen Platz und freuen uns natürlich drauf. Wenn es sich Ammerthal aussuchen könnte, würden sie wahrscheinlich lieber an unserer Position sein. Wir werden alles reinhauen. Ammerthal hat tolle Einzelspieler. Im Kader ist brutale Qualität dabei, sie haben in der Defensive wieder eine gewisse Stabilität bekommen und lassen wenig zu“, so Hempel. „Deshalb wird es darauf ankommen, dass wir konzentriert unsere Leistung abrufen. In den letzten beiden Runden (6:1 und 5:0, Red.) haben wir sie immer vom Platz geschossen. Dieses Mal wird es eine engere Kiste. Wir werden versuchen mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, Kampf und Willen zu unserer Qualität im Offensivspiel zu finden.“ Personell muss das Trainerteam neben dem Langzeitverletzten Bastian Freisinger (Reha nach Knie-Op) auch auf wichtige Leistungsträger wie Dominik Haller, Jan Fischer, Marco Geier, Salah El Berd, Timo Kohler (alle verletzt) sowie Fabian Vogl (Sperre) verzichten. Hinter der Rückkehr von Mittelfeldstratege Jonas Lindner steht noch ein Fragezeichen. Dass im Saisonendspurt so viele Spieler fehlen, zeigt sich Hempel selbstkritisch. „Wir haben vielleicht auch Fehler gemacht, hätten den ein oder anderen Spieler etwas mehr schonen müssen. Es sind viele Faktoren, die zu so einer Situation führen“, so der Coach.
Die Gastgeber von der DJK Ammerthal stellen sich traditionell auf ordentlichen Betrieb rund ums Derby mit Gebenbach ein. Spannung sei im Prestigeduell definitiv garantiert. Dafür sorgt die Ausgangslage: Mit einem Sieg würde sich Gebenbach den Vizetitel sichern. Ob weiterhin Aussichten auf den direkten Aufstieg in die Regionalliga Bayern bestehen, hängt von Eintracht Bamberg (74 Punkte) ab. Bamberg müsste an den letzten beiden Spieltagen zweimal patzen müsste. Das Restprogramm der Oberfranken gegen die aktuell bärenstarken Mannschaften Jahn Regensburg II und Bayern Hof hat es aber in sich. Andererseits muss Gebenbach auch nach hinten blicken: Leistet sich der Rangzweite zum Saisonfinale zwei weitere Niederlagen, könnte sich der Tabellendritte SC Eltersdorf (65) mit sechs Punkten aus zwei Spielen noch auf den zweiten Tabellenplatz katapultieren und in die Aufstiegsrelegation einsteigen.

Soweit will es die Hempel-Truppe nicht kommen lassen. Ziel wird sein, in Ammerthal zu punkten und Platz zwei einzutüten. Mit solchen Gegebenheiten braucht man sich in Ammerthal nicht zu beschäftigen.

Klare Zielsetzung

Die Gastgeber verfolgen ein klares Ziel und wollen sechs Punkte aus den verbleibenden zwei Spielen der Saison holen. An Motivation wird es auf beiden Seiten nicht mangeln.

Die DJK Ammerthal kassierte unter Interimscoach Tobias Rösl ihrerseits lediglich eine überaus unglückliche Niederlage (1:2 gegen Eintracht Bamberg) aus den letzten sechs Spielen, befindet sich also nach einer längeren Durststrecke durchaus im Aufwind. „Ich denke, dass mit der katastrophalen 1:6-Niederlage aus dem Hinspiel alles gesagt ist und wir gegenüber unseren Fans auch was gutzumachen haben“, sagt Tobias Rösl. „Wir werden uns voll auf unsere Aufgaben konzentrieren und uns auf einen starken Gegner, der zurecht da oben in der Tabelle steht einstellen“, führt Ammerthals Coach weiter aus. „Mit Demut und einem gesunden Selbstvertrauen werden wir das Spiel angehen. Die Mannschaft hat diese Woche wieder intensiv gut trainiert und ist für das Spiel aus meiner Sicht gut vorbereitet“, so Rösl, der auf seinen zuletzt bewährten Kader zurückgreifen kann.

sjb/abd