VfB Eichstätt im Trainingslager
Dominic Rühl im Interview über die Vorbereitung, Neuzugänge und eine Ananas in Pilsen

08.02.2024 | Stand 08.02.2024, 5:00 Uhr

Die Ananas als Pokal für die Gewinner beim Turnier im Trainingslager für Jonas Fries (vorne), Senih Fazlji (rechts) und Johannis Zimmermann. Foto: VfB Eichstätt

Halbzeit. Der VfB Eichstätt, Tabellenführer der Bayernliga Nord, war am 15. Januar in die Winter-Vorbereitung gestartet und hat mittlerweile bereits etwas mehr wie die Hälfte der schweißtreibenden Schufterei hinter sich. In knapp zwei Wochen beginnt die Rest-Saison. Wir haben uns mir Dominic Rühl über Neuzugänge, seine Talente mit den Darts, seine eigene Vertragssituation und eine Ananas im Trainingslager unterhalten.

Herr Rühl, welches Zwischenfazit können Sie bislang zur Vorbereitung ziehen?
Dominic Rühl: Wir waren ja zuletzt in einem viertägigen Trainingslager in Tschechien. Da waren die Bedingungen echt gut, der Kunstrasenplatz überragend und das Hotel hat auch gepasst. Der Fokus lag aber auf Teambuilding-Maßnahmen. Und da ist Pilsen eine interessante Stadt, um auch außerhalb des Platzes gemeinsam etwas zu erleben. Nichtsdestotrotz war das Trainingslager auch spielerisch und taktisch eine gewinnbringende Sache.

Beim mannschaftsinternen Dart-Wettbewerb im Trainingslager bewiesen unter anderem Florian Lamprecht, Pascal Schittler oder Timo Weglehner eine ruhige Hand. Wie ist es bei dieser Sportart um Ihr Talent bestellt?
Rühl: Ich habe keines (lacht). Um ehrlich zu sein, habe ich für das Dart-Spielen überhaupt keine Affinität und auch der ganze Hype rund um die Dart-Weltmeisterschaft geht an mir immer spurlos vorbei. Deshalb habe ich mich auch erfolgreich um eine Teilnahme gedrückt. Meine Interesse liegt dafür zum Beispiel beim Super Bowl.

Erklären Sie uns bitte noch, was es mit der Ananas auf sich hatte.
Rühl: Das war mehr oder weniger ein Running Gag. Wir hatten an einem Tag einen Wettbewerb mit Latten- und Zielschießen oder aber auch Fußball-Tennis. Da hat das Siegerteam dann die Ananas als Gewinner-Pokal erhalten. Die Frucht hätte eigentlich länger überstehen sollen, aber am Ende des Tages mussten wir feststellen, dass sie nicht so feierfest war wie die Jungs (lacht).

Vor dem 3:3-Unentschieden gegen den TSV Weißenburg (siehe Kasten) bezwang Ihre Truppe den Liga-Konkurrenten ASV Neumarkt mit 4:2 und hielt auch den Süd-Bayernligisten FC Pipinsried mit 2:1 in Schach.
Rühl: Alle Partien waren von Licht und Schatten geprägt. Wir haben jedes Mal viel zu leicht Gegentore kassiert und auf der anderen Seite eine katastrophale Chancenverwertung an den Tag gelegt. In jedem Spiel hätten wir mindestens fünf, sechs Tore schießen müssen. Daran gilt es in den verbleibenden zweieinhalb Wochen noch zu arbeiten.

Ein beherrschendes Thema in den vergangenen Wochen waren die neuen Regionalliga-Anforderungen. Stichwort: Flutlicht. Ist darüber auch in der Kabine diskutiert worden?
Rühl: Für die Jungs selbst kann ich nicht sprechen. In den Einzelgesprächen ist das aber kein Thema gewesen – auch bei uns im Trainerteam nicht. Denn erstens gibt es ein Jahr Übergangsfrist und zweitens ist in erster Linie das sportliche Abschneiden entscheidend. Alles andere sind Mutmaßungen.

Mit Luca Brudtloff, Torwart Manuel Jurkic und Siegfried Kübler haben drei Spieler den Verein verlassen. Demgegenüber stehen drei Neuzugänge. Wie bewerten Sie die personelle Rochade?
Rühl: Ich bin überzeugt, dass wir uns qualitativ verbessert haben. Ferdinand Fischer-Stabauer ist zwar gerade erst 18 Jahre alt geworden und durfte gegen Weißenburg das erste Mal bei den Herren mitspielen, aber ihm kommt seine Ausbildung im Nachwuchsleistungszentrum bei der SpVgg Unterhaching zu Gute. Natürlich muss er körperlich noch zulegen. Unabhängig davon ist er ein spannender Junge.

Und Timo Weglehner, Torjäger und Neuzugang vom Bezirksligisten DJK Stopfenheim?
Rühl: Er hat sich auf und neben dem Platz super eingeführt und schon jetzt eine gute Entwicklung genommen. Er ist voll integriert, als ob er von Anfang an dabei wäre. Ich denke, dass er die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen wird. Timo gibt uns in der Breite auf jeden Fall mehrere Optionen.

Ist mit der Verpflichtung von Torwart Nikolai Sauernheimer das Rennen um die Nummer eins zwischen den Pfosten neu eröffnet?
Rühl: Bei mir gilt auf jeder Position das Leistungsprinzip. Jeder Einzelne muss sich Woche für Woche in den Trainingseinheiten beweisen. Aber klar: Mit Phillip Böhm haben wir hinten drin eine Bank. Auch Nikolai, der ein absoluter Teamplayer ist, ist sich bewusst, dass wir bereits einen guten Torwart haben. Er ist sehr reflektiert und nimmt somit die Rolle des Herausforderers an.

In der Winterpause werden auch die Weichen für die Zukunft gestellt. Die oftmals wichtigste Personalie ist die des Trainers. Haben Sie Ihren Einjahres-Vertrag schon verlängert?
Rühl: Beide Seiten haben ja von Anfang an gesagt, dass sie an einer längerfristigen Zusammenarbeit interessiert sind. Daran hat sich nichts geändert. Ich fühle mich wohl in Eichstätt und stehe auch nahezu täglich mit Sportvorstand Marco Schiebel in Kontakt. Bis jetzt haben wir aber noch keinen Druck verspürt, um die Tinte unter einen neuen Vertrag zu setzen. Alles zu seiner Zeit.

Am 24. Februar beginnt mit dem Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg II die Rest-Saison. Es folgt gleich eine Woche später das Spitzenspiel beim Zweitplatzierten SpVgg Hankofen-Hailing. Wie groß ist Ihre Vorfreude auf den Start?
Rühl: Riesig. Wir müssen von Anfang an hellwach sein und Vollgas geben. Auf uns warten nämlich gleich fünf spannende Wochen mit acht Spielen – und noch dazu bekommen wir es in diesem Zeitraum mit fünf Mannschaften aus den Top-7 zu tun. Fußballer-Herz was willst Du mehr?

Das Gespräch führte Norbert Dengler.