Erneut kein Fortuna-Sieg
Bayernliga-Neuling verliert gegen Tabellenführer Cham – Ziegler beendet Tormisere

05.09.2023 | Stand 12.09.2023, 22:07 Uhr
Gerd Winkler

Die Spieler des ASV Cham (weiße Trikots) hatten am Dienstag beim Gastspiel in Regensburg das bessere Ende für sich. Foto: Christian Brüssel

Fußball-Bayernligist SV Fortuna wartet nach dem Heim-1:2 (1:0) am Dienstag gegen Spitzenreiter ASV Cham weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Wenigstens kam endlich der Torschützenkönig der Vorsaison in der Landesliga Mitte, Fabian Ziegler, zum ersten Treffer eine Klasse höher.

Dem Aufsteiger blieb am Dienstagabend die Rote Laterne erspart, weil der punktgleiche SC Feucht gegen den TSV Kornburg eine 0:2-Heimniederlage quittierte. Gegen jenes Kornburg, das sich mit dem zweiten Dreier vorläufig aus der Abstiegszone rausgearbeitet hat, haben die Grün-Weißen am Samstag anzutreten. Im Nürnberger Stadtteil dürften die Trauben nicht so hoch hängen, wie gegen Cham.

Ein langer Diagonalball zu Rechtsaußen Jason Sarajlic, der legte vor dem Strafraum quer – ohne Gegnerdruck zirkelte Ziegler das Leder zentimetergenau in den Winkel zum 1:0 (11.). Dem Ausgleichstreffer (61.) von Thomas Stowasser ging ein Ballverlust in einer Eins-gegen-Drei-Situation an der Mittellinie von Tobias Zöllner voraus. Chams in der zweiten Halbzeit gewaltig auftrumpfender Linksaußen Ilhami Medineli erhielt das Zuspiel, seinen nicht allzu scharf geschossenen Ball aus 18 Metern ließ Keeper Nico Wagner nach vorne prallen – Stowasser sagte danke.

Siegtor per Handelfmeter

Zum Siegtreffer kam der Tabellenführer durch einen verwandelten Handelfmeter von Andreas Kalteis (83.). Der ausgestreckte Arm von Unglücksrabe Martin Sautner war zuvor angeschossen worden.

Nach 94 durchaus unterhaltsamen Minuten pfiff Schiedsrichter Stefan Dorfner das bisweilen nicklig geführte Oberpfalz-Derby ab. Die Gefühlswelten hätten nicht unterschiedlicher sein können: Hier, der auf dem Spielfeld einen Kreis bildende ASV Cham, mit lautem Gejohle die weitere Unbesiegtheit feiernd, dort die pure Enttäuschung – in sich versunken saßen die Fortunen noch lange auf der Auswechselbank sowie oben auf der Böschung.

Als sich Trainer Helmut Zeiml gesammelt hatte, klagte er über „die tote Chance zum 2:0“. Nach einem klasse Doppelpass mit Mario Baldauf tauchte Zöllner vor ASV-Keeper Julio Peutler auf. Sein Schuss prallte aber zurück zum Standardspezialisten und von dort knapp ins Toraus (51.). Ansonsten sah Zeiml „richtig Gutes“: Es sei mit einem neuen System gespielt worden, in der Vorwärtsbewegung eine Dreierkette, wenn es nach hinten ging, eine Fünferkette. Das sei durchaus aufgegangen.

Bei der Analyse über die von Cham nach zehn Minuten klar dominierte zweite Halbzeit, befand Zeiml: „Die hatten ja nix Zwingendes.“ Tatsächlich kamen jedoch der Ex-Donaustaufer Cigi Özlokman (59./unbehelligter Schuss von der Strafraumgrenze drüber), Valentin Seebauer (62./nach einem Freistoß blank stehend per Kopf drüber) und Ex-Jahn-Profi Björn Zempelin (90.+4/schoss alleingelassen Keeper Wagner aus sechs Metern an) zu Topchancen.

Fortuna nur bedingt gefährlich

Derweil kam die Fortuna neben besagtem Hochkaräter von Zöllner nur zu Halbchancen, nicht einmal das Leder unmittelbar auf das Gästegehäuse. Ziegler (54.) und Sarajlic (63.) zielten aus spitzem Winkel am langen Eck vorbei, nach einer unsauberen Ballannahme verlor Ziegler nahe dem Elfmeterpunkt das Leder (89.) und eine Direktabnahme von Lucas Schmidt am Sechzehner rauschte am langen Eck vorbei (90.+1).