Profitraum wird wahr
Von der Kreisklasse in die 2. Bundesliga: Vilzings Marco Pledl wechselt zum SC Paderborn

16.01.2024 | Stand 17.01.2024, 10:25 Uhr

Am Dienstag wurde Marco Pledl auf der Homepage des SC Paderborn als Neuzugang präsentiert. − Foto: Screenshot Verein

Es ist ein Fußballmärchen, das nun tatsächlich wahr wird: Der Bayerwaldler Marco Pledl (23) erfüllt sich seinen Profitraum – und wechselt mit sofortiger Wirkung vom Regionalligisten DJK Vilzing zum Zweitligisten SC Paderborn.



In einer Pressemeldung gibt die DJK diese Krachermeldung bekannt. Darin heißt es: „Im Lager des Fußballregionalligisten DJK Vilzing gibt es kurz vor Beginn der Rückrundenvorbereitung noch einen Spielerabgang. Offensivspieler Marco Pledl verabschiedet sich von den Schwarzgelben und wechselt zum Zweitligisten SC Paderborn. Der 23-jährige Linksfuß war erst im Sommer aus der Kreisklasse an den Huthgarten gewechselt und konnte in der Vorrunde durch konstant starke Leistungen überzeugen. “ Über die Ablösemodalitäten haben die Vereine Stillschweigen vereinbart.

Dachauer: „Es zeigt, dass wir einiges richtig gemacht haben“



Vilzings Sportlicher Leiter Sepp Beller: „Marco hat ein Angebot erhalten aus dem Profibereich, das er wahrnehmen möchte. Er ist mit dem Wunsch an uns herangetreten, dass wir ihn freigeben, dem sind wir nachgekommen.“

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Abteilungsleiter Roland Dachauer hat ein weinendes und ein lachendes Auge: „Der Abschied von Marco ist natürlich ein großer sportlicher und menschlicher Verlust für uns, aber auf der anderen Seite macht es uns richtig stolz, dass von uns ein Spieler zu einem Zweitligisten wechselt. Das zeigt uns, dass wir einiges richtig gemacht haben in unserer Arbeit. Die sportliche Leitung mit der Verpflichtung des Spielers aus der Kreisklasse, der Trainer in seiner Förderung – wir freuen uns, dass Marco nun diese Chance bekommt. Wir drücken ihm alle Daumen, dass er den Durchbruch schafft.“

Vertrag am Montag unterschrieben



Pledl war am Montag zur Vertragsunterschrift in Paderborn und nimmt ab sofort dort am Trainingsbetrieb teil. „Die Einigung mit Paderborn ist recht einfach und unkompliziert erfolgt, wir haben Marco bereits abgemeldet. Unser Grundsatz war bisher immer, dass wir einem jungen Spieler, der in den Profibereich wechseln kann, diese Chance nicht verbauen möchten – das galt natürlich auch für Marco, auch wenn Winter natürlich immer ein anspruchsvolles Transferfenster ist und er eigentlich noch bis 2025 im Wort stand“, führt Dachauer weiter aus.

Ob sich im Kader der Schwarzgelben aufgrund der unerwarteten Lücke nun noch was tut im Winter, steht bislang nicht fest. „Wir werden die Lage intern besprechen, dann sehen wir weiter“, informiert Beller.

Paderborn präsentierte den Neuzugang am Dienstag auf seiner Homepage. In der Meldung schreibt der Zweitligist: „Zur Rückrunde der Saison 2023/2024 hat sich der SCP07 mit einem jungen Offensivspieler verstärkt, der zunächst bei der U21 in der Regionalliga West zum Einsatz kommen soll. Der offensive Mittelfeldspieler will in Paderborn den nächsten Schritt in seiner Karriere machen.“

Klar ist jedenfalls: Mit dem Wechsel in die 2. Bundesliga krönt der 23-Jährige ein für ihn persönlich sensationell verlaufendes Jahr. Noch im vergangenen Sommer feierte er mit seinem Heimatverein SV Bischofsmais den Aufstieg in die Kreisliga – mit 35 Toren und 25 Vorlagen hatte er daran einen erheblichen Anteil. Im Juli übersprang er dann mir nichts dir nichts fünf Spielklassen auf einmal, wechselte zur DJK Vilzing in die Regionalliga Bayern – wo er sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfte. Mit vier Toren und elf Assists zählt er zu den Topscorern bei der DJK, die sensationell auf Platz zwei in der Regionalligatabelle überwintert.

− fed/red