Rückblick auf markante Partien
Mit vielen Höhen und einigen Tiefen: Die Achterbahnfahrt des SSV Jahn

09.06.2024 | Stand 14.06.2024, 11:08 Uhr |

Zweite Liga, wir kommen! Konrad Faber & Co. jubeln in Wiesbaden. Fotos: Imago (4)/Andreas Nickl

Am Ende stand der Zweitliga-Aufstieg. Die abgelaufene Saison des Fußball-Drittligisten SSV Jahn glich bisweilen einer Achterbahnfahrt – vom souveränen Tabellenführer und sicheren Aufstiegskandidaten zum 18. der Rückrundentabelle. Wir lassen einige Stationen kurz Revue passieren.



Der Gipfel der Jahn-Glückseligkeit

Am 4. November 2023 waren die Regensburger auf der Glücklichkeitsskala ganz oben angelangt. Als dem Jahn in der Nachspielzeit gegen 1860 München im Grünwalder Stadion der Last-Minute-Treffer gelang, rasteten die zahlreich mitgereisten Anhänger vollends aus. Was für ein Wiedersehen mit dem Relegations-Gegner von 2017! Tobias Eisenhuth hatte Konrad Fabers Ehrentag noch mal besonders versüßt. Es ging feurig zur Sache auf den Rängen. Das 1:0 war der siebte Sieg in Folge. Es sollten weitere folgen.

Die Regensburger gewinnen für ihren „Agy

Am 3. Dezember herrschte im Jahnstadion eine ganz eigenartige Mischung aus Trauer und Jubel. Wenige Tage nach dem plötzlichen Herztod von Agyemang „Agy“ Diawusie traten die Regensburger gegen Freiburg II an. Das 3:2 war letztlich völlige Nebensache. Auch, dass der Jahn mit zehn Siegen am Stück den Drittliga-Rekord des Karlsruher SC eingestellt hatte, konnte das Team nicht trösten. Nachdem er den Ball zum 3:2 ins Tor befördert hatte, formte Noah Ganaus mit seinen Händen ein Herz. Der Matchwinner widmete seinen Treffer seinem Teamkollegen und Freund.

Ein irres Spiel für die Geschichtsbücher

Den 17. Februar werden alle, die dabei gewesen sind, ihr Leben lang nicht vergessen – auch diejenigen vor dem Fern-sehbildschirm. Der Fußball schreibt bekanntlich kuriose Geschichten. Dass ein Klub nach schneller 3:0-Führung noch 3:6 verliert, das ist schon ein einmaliges Schauspiel auf diesem Niveau. Der SSV Jahn hatte in Sandhausen losgelegt wie die Feuerwehr. Und schaffte es dann plötzlich nicht mehr, im eigenen Strafraum zu löschen. Es war eine Niederlage, die Wirkung hinterließ.

Der Regensburger Tiefpunkt in Lübeck

Erschreckend! So lässt sich die Leistung des SSV Jahn beim 0:1 in Lübeck treffend beschreiben. Das soll ein Aufstiegsanwärter sein? Das fragten sich nicht wenige mit Blick darauf, wie schlecht sich die Oberpfälzer beim Abstiegskandidaten anstellten. Die Darbietung hatte aber offenbar auch etwas Gutes. Sie war so dürftig, dass nun auch der Letzte verstanden hatte, dass es dringend eine andere Herangehensweise braucht.

• Jahn trumpft im Spitzenspiel in Münster auf

Beim 3:1 in Münster zeigten die Regensburger, die eine Woche davor mit dem Sieg gegen Halle wieder in die Spur gefunden hatten, eine, wenn nicht sogar die beste Saisonleistung. Die Hoffnung war groß, dass der Jahn auch in Ulm bestehen würde. Tat er aber nicht. Es folgte eine Sieglosserie. Knapp retteten die Regensburger den Relegationsplatz ins Ziel.

• Happy End in der Relegation gegen Wehen

Rechtzeitig besann sich der Jahn auf seine Qualitäten, rang dem Zweitliga-16. SV Wehen Wiesbaden daheim ein 2:2-Unentschieden ab und glänzte beim 2:1-Sieg im Rückspiel mit Nervenstärke und Einsatzwillen. Der Jubel kannte schier keine Grenzen. Nach nur einer Saison reihen sich die Regensburger wieder im extrem prominent besetzten Unterhaus ein.