Pfannenstiels EM
Reise-Stress und Hoffenheimer Herzenssache: Das erwartet Lutz Pfannenstiel bei der EM

14.06.2024 | Stand 14.06.2024, 19:18 Uhr |

Lutz Pfannenstiel (51) aus Zwiesel spielte als Torwart Profifußball auf allen Kontinenten und arbeitet seit 2020 als Sportdirektor für St. Louis City in der nordamerikanischen Profiliga MLS. Für die Heimatzeitung begleitet Pfannenstiel die EM als Kolumnist. Zum Start geht’s um persönlichen Reisestress und seinen Hoffenheimer Blickwinkel.

Ich erwarte, ähnlich wie bei der WM 2006, bei dieser Europameisterschaft ein Fußball-Fest, bei dem sich Deutschland als freundliches, weltoffenes Land präsentiert. Ich bin sicher, dass wir uns von der Stimmung, die die Fans aus ganz Europa zu uns bringen, anstecken lassen werden. Für mich wird die EM reisetechnisch eine Herausforderung. Hier läuft ja die MLS- Saison auf Hochtouren und ich habe versprochen, dass ich kein Spiel meiner Mannschaft versäumen werde. Also werde ich zweimal hin- und herfliegen, um einerseits bei den Liga-Spielen dabei zu sein und andererseits meinem Experten-Job nachzukommen. Das ist vielleicht ein bisschen anstrengend, aber eine EM in Deutschland hat man halt nicht alle Tage.

Als ehemaliger Hoffenheimer schaue ich natürlich gespannt auf Julian Nagelsmann, mit dem ich bei der TSG viele Jahre zusammengearbeitet habe und mit dem ich freundschaftlich verbunden bin. Und ganz besonders freue ich mich für Maximilian Beier. Ich weiß noch, wie er als Jungspund aus Cottbus zu uns in die U17 kam. Und jetzt spielt er für Deutschland bei der EM!

Natürlich hat jetzt nicht jede Mannschaft bei dieser EM absolutes Top-Niveau, wenn ich an Teilnehmer wie Georgien oder Albanien denke. Ich rechne trotzdem mit der einen oder anderen Überraschung. Aber letztendlich werden spätestens unter den letzten Vier wieder die üblichen Verdächtigen sein – und hoffentlich auch die deutsche Mannschaft, der ich das aufgrund des Heimvorteils zutraue. Ich wünsche mir eine friedliche, stimmungsvolle Europameisterschaft, die von Aktionen extremer Gruppierungen verschont bleibt.