Salzburg eine Stunde im Titeltraum
7:1 gegen LASK bei Ulmer-Abschied: Sturm Graz zittert sich parallel gegen Klagenfurt zum Titel

20.05.2024 | Stand 20.05.2024, 13:19 Uhr

Artistische Ballannahme von Salzburgs Roko Simic.  − Fotos: Bittner

Exakt eine Stunde lang durfte der FC Red Bull Salzburg erneut vom Titel in der österreichischen Fußball-Bundesliga träumen – doch dann traf im Parallelspiel Sturm Graz zum 1:0 gegen Austria Klagenfurt und riss die Fans der Mozartstädter aus jenen Hoffnungen, die ohnehin sehr klein waren. Die Kärntner waren dem Ausgleich nahe, schafften ihn jedoch nicht, die Steirer machten am Ende noch das 2:0 und feierten den ersten nationalen Titelgewinn nach 13 Jahren. Darum nützte den „Roten Bullen“ ein fulminanter 7:1-Kantersieg vor ausverkauftem Haus daheim gegen den Linzer ASK nichts mehr – doch zumindest versucht hat’s die Elf des nun wieder scheidenden Trainers Onur Cinel mit diesem überzeugenden Auftritt.

Der Tenor im Rund: Hätten sie nur immer so gespielt, wäre die Meisterfrage gar nicht erst aufgekommen. Auf der anderen Seite war und ist klar: Sturm Graz hat diesen Meisterteller absolut verdient und ist nun dank des ÖFB-Pokal-Gewinns sogar Double-Gewinner. Österreichweit gab’s ein Aufatmen, dass es noch möglich ist, Salzburg im Kampf um Platz 1 zu bezwingen – die letzten zehn Jahre war dies schließlich nicht so.

Nach dem emotionalen Abschied von Kapitän Andi Ulmer (kam nicht mehr zum Einsatz) nach knapp 15 Jahren – mit den Ehrengästen Johnny Soriano (RBS-Rekordtorschütze) sowie den beiden Leipzig-Profis Xaver Schlager und Nicolas Seiwald – dauerte es nur sieben Minuten bis zur Salzburger Führung: Sekou Koita, der den Verein verlassen wird, traf zum 1:0. Nur wenig später erhöhte Kapitän Luka Sucic mit Hilfe von LASK-Keeper Tobias Lawal auf 2:0 (8.). Auf den Anschlusstreffer von Moses Usor (25.) antwortete Strahinja Pavlovic mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke – 3:1 (36.). Das Abstaubertor von Roko Simic war dann nur das vermeintliche 4:1, da sich der Schütze beim Schuss von Karim Konate im Abseits befunden hatte (41.).

Die Gastgeber präsentierten sich vor gut 17000 Zuschauern auch in Durchgang zwei torhungrig: Sucic traf nach einem Foul von Philipp Ziereis an Konate per Strafstoß zum 4:1 (61.), danach erhöhten Konate (66.) mit Saisontor Nummer 20, Koita (71.) und Dorgeles Nene (78.) zum Endstand. Als Vizemeister muss Salzburg nun erstmals seit 2018 wieder in die Champions League-Qualifikation – eine erste große Herausforderung für den neuen RBS-Coach Pepijn Lijnders, der in einem Monat seine Arbeit in der Mozartstadt aufnimmt.

− bit