Madrid feiert Wechsel des Superstars
150 Millionen Handgeld und zitternde Konkurrenz: Real lässt mit Mbappé-Deal die galaktische Ära neu aufleben

04.06.2024 | Stand 04.06.2024, 8:34 Uhr |

Auf den Schals der Fans war er schon länger, doch nun ist der Wechsel von Kylian Mbappé nach Madrid auch offiziell. − Foto: dpa

Bis zur nächsten großen Fiesta müssen sich die Fans von Real Madrid noch ein wenig gedulden.

Kaum war die rauschende Party zum 15. Triumph in der Champions League ausgeklungen, gaben die Königlichen ihren Madridistas zwar die nächste Gelegenheit für überschwänglichen Jubel mit der lange erwarteten Verpflichtung von Frankreichs Fußball-Gigant Kylian Mbappé. Nur hautnah im weißen Dress werden sie ihn so ganz schnell noch nicht zu sehen bekommen. „Es wird im Juli sein“, schrieb die spanische Fachzeitung „Sport“ und ergänzte: „Es wird ein Ereignis wie einst die Präsentationszeremonie von Cristiano Ronaldo in Madrid 2009.“

Die galaktische Ära lebt neu auf



Real hatte immer Mannschaften voller Stars und aus diesen ragten schon immer einige Superstars wie ein Ronaldo oder Mbappé-Landsmann Zinédine Zidane heraus. Mbappé, 25 Jahre jung, schon Weltmeister (2018) und Vizeweltmeister (2022) ist bereits einer der ganz Großen des Weltfußballs. Er wird vorerst die personifizierte Krönung der Königlichen.

„Mit der Ankunft von Mbappé lässt (Präsident) Florentino Pérez die galaktische Ära neu aufleben, in der Fußballer wie Figo, Zidane, Beckham und Ronaldo gleichzeitig im Kader standen“, schrieb „As“. „Mbappé kommt in eine junge, von Stars gespickte Mannschaft“, schrieb der „Independent“ aus England.

Selbst wenn einer wie Toni Kroos, der zweifelsohne mit seinen millimetergenauen Pässen ein perfekter Mbappé-Zuspieler gewesen wäre, seine Karriere in diesem Sommer beendet. Es bleiben Spieler wie Jude Bellingham, Vincius Jr, Federico Valverde oder Aurelien Tchouameni, die zu den besten ihrer Zunft gehören.

„Jahrhundert-Hochzeit“ als Alpraum in real für die Konkurrenz



Die Homepage brach am Montagabend kurzzeitig zusammen, als die Bekanntgabe der lange erwarteten und nicht mehr angezweifelten Verpflichtung per zweizeiliger Mitteilung erfolgte. Fünf Jahre gilt sein Vertrag, Medienberichten zufolge bekommt Mbappé ein üppiges Handgeld von 150 Millionen Euro, gestaffelt für die fünf Jahre. Zudem soll er ein jährliches Gehalt in Höhe von 15 Millionen Euro kassieren.

Eine Ablösesumme wurde nicht fällig, sein Vertrag bei Paris Saint-Germain läuft Ende dieses Monats aus. So wie vor zwei Jahren, als er sich doch gegen Real entschied, wo er eigentlich schon seit Jahren hinwollte und wo man ihn seit Jahren auch schon wollte. „Niemand kann verstehen, wie aufgeregt ich gerade bin“, schrieb Mbappé am Montagabend bei Instagram. Ein Traum werde wahr. Dazu stellte er Fotos aus Kindertagen im Real-Trainingsanzug, eines zusammen mit Ronaldo.

Für die Gegner könnte die „Jahrhundert-Hochzeit“ („Le Parisien“) der Superlativ des weißen Alptraums werden. „Es findet zusammen, was sich lange gesucht hat, in Madrid beginnt eine neue Zeitrechnung“, schrieb die „Neue Zürcher Zeitung“. Für den Traum Real gab Mbappé offensichtlich sogar seinen Traum von Olympia im eigenen Land auf, er wurde Medienberichten zufolge nicht in den Kader berufen.

Ein Event, das die Vorfreude nur noch steigern wird



Spätestens nach der EM steht dann der Präsentationstermin auf dem Programm des Franzosen, der während seiner Zeit bei PSG 256 Tore in 308 Spielen erzielte und bei den Madrilenen wie einst Landsmann Karim Benzema die Nummer 9 tragen soll. Zweifelsohne wird die Vorstellung im legendären, vor allem aber modernisierten Estadio Santiago Bernabéu ein Event werden, das Mbappés Vorfreude auf das Debüt im weißen Dress noch weiter steigen lassen dürfte - ebenso wie die Furcht der Konkurrenz.

− dpa