Knie-OP ist gut verlaufen
Kreuzbandriss, Abstieg – und bald vereinslos? So meistert Bayerwaldprofi Thomas Pledl seine erneute Leidenszeit

06.06.2024 | Stand 06.06.2024, 5:00 Uhr |

Abstieg und Kreuzbandriss: Bayerwaldprofi Thomas Pledl (r.) blickt auf eine verkorkste Saison zurück. − Foto: Imago Images

Dieses Saisonende hätte für Thomas Pledl schlechter nicht laufen können. Nicht nur, dass er mit dem MSV Duisburg den bitteren Abstieg in die Regionalliga verdauen muss. Zu allem Überfluss riss sich der Bayerwaldprofi (30) am vorletzten Spieltag beim 2:2 gegen Erzgebirge Aue das Kreuzband – und muss nun erneut monatelang pausieren. Weil der Vertrag in Duisburg zum Monatsende ausläuft, droht nun sogar eine Zeit als vereinsloser Spieler.

Für Pledl ist es nicht die erste schwere Verletzung in seiner Karriere: Bereits in seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf zog sich der Bayerwalder einen „Totalschaden“ zu, musste über ein Jahr pausieren. Vergangene Woche wurde er von Prof. Dr. Stefan Hinterwimmer in München erfolgreich operiert. „Alles ist gut verlaufen, jetzt muss ich nur noch fit werden“, sagt Pledl im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Trotz der misslichen Umstände wirkt der 30-Jährige zuversichtlich, gibt sich kämpferisch. „Verletzungen gehören zum Fußball dazu. Aber natürlich ist der Zeitpunkt ein ziemlich blöder.“ Pledl, der in einer insgesamt schwachen Duisburger Mannschaft als Spielmacher zu den wenigen Lichtblicken zählte, hatte vor der Verletzung einige Anfragen vorliegen – auch aus der 2. Bundesliga. „Diese sind nun erstmals hinfällig. Aber ich bin optimistisch, dass ich bald wieder zurückkomme.“

„Der Abstieg ist für mich am schlimmsten“



Eins steht für ihn jedenfalls fest: Das Knie soll kein Hinderungsgrund an einem erneuten Comeback sein. „Es dauert ein paar Monate, aber es wird sicher wieder verheilen.“ Mehr zu schaffen macht ihm der Abstieg mit dem MSV. „Das ist für mich aktuell am schlimmsten. Ich habe mich in der Mannschaft sehr wohl gefühlt und mich aufgeopfert. Aber am Ende hat es nicht sollen sein.“

In seiner Karriere lief der Bischofsmaiser unter anderem zwölf Mal in der Bundesliga auf, sammelte 170 Einsätze in der 2. Liga. Wie es mit ihm sportlich nun weitergeht, kann Thomas Pledl aktuell nicht sagen. In Duisburg jedenfalls läuft sein Vertrag zum Monatsende aus. Gespräche mit dem Verein haben noch nicht stattgefunden. „Es hat sich noch niemand bei mir gemeldet.“ Es könnte also eine Zeit als vereinsloser Spieler drohen.

„Marco wird noch viele Zweitliga-Einsätze sammeln“



Besser läuft es derzeit für seinen Bruder Marco (23), für den Thomas ein wichtiger Ratgeber ist. Vor einem Jahr kickte der jüngere Pledl noch in der Kreisklasse – und nun darf er sich ganz offiziell Zweitligaspieler nennen. Für Paderborn kam Marco beim 1:1 gegen Karlsruhe am 13. April für 61 Minuten zum Einsatz – und machte seine Sache gut. Bruder Thomas traut ihm auch in den kommenden Monaten einiges zu. „Paderborn ist ein super Verein mit tollen Trainern. Ich glaube, Marco wird dort seinen Weg gehen und noch viele Einsätze sammeln.“