Relegations-Rückspiel
Jetzt gilt’s: Der SSV Jahn Regensburg ringt in Wiesbaden um den Aufstieg in die 2. Liga

27.05.2024 | Stand 27.05.2024, 17:16 Uhr

Mit vollem Einsatz und harten Bandagen: Konrad Faber (oben) im Zweikampf mit Wiesbadens Aleksandar Vukotic Foto: Andreas Nickl

Spannung in Regensburg: Für den Jahn wird‘s heiß. Der SSV ringt an diesem Dienstag (20.30 Uhr/Sat.1 live) in Wiesbaden um den Aufstieg in die 2. Liga. Das Relegations-Rückspiel steht an.



Die Erinnerung an diese Begegnungen ist bei vielen vermutlich schon verblasst. Die hessische Landeshauptstadt war zuletzt für den SSV Jahn ein gutes Pflaster. An einem heißen Tag Ende August 2019 stoppten die Regensburger dort am fünften Spieltag der 2. Liga mit einem fulminanten 5:0-Sieg beim SV Wehen Wiesbaden ihre Mini-Krise zum Saisonstart. Im Jahr darauf hatten sie in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit 4:2 im Elfmeterschießen die Nase vorne. Freilich steht an diesem Dienstag (20.30 Uhr/Sat.1 live) noch weit mehr auf dem Spiel.

Im Relegations-Rückspiel strebt das Team von Chefcoach Joe Enochs in der bereits ausverkauften Brita-Arena mit Macht zurück ins Fußball-Unterhaus, in dem sich auf der anderen Seite der SVWW auf den letzten Drücker behaupten will.

Das 2:2 am Freitagabend in Regensburg lässt viele Deutungen zu. Enochs ist überzeugt: „Wir haben sehr viel Mut aus diesem Hinspiel geschöpft und fahren mit Selbstvertrauen da hin. Die Jungs sind sehr gut drauf und haben gesehen, dass wir definitiv mithalten können, dass wir Nadelstiche setzen können. Wir glauben an uns. Wenn wir die Leistung bestätigen, haben wir gute Chancen, aufzusteigen.“ Der 52-Jährige goss seinen Optimismus bei der Spieltagspressekonferenz am Montag in diese prägnante Formel: „Das Glas ist nicht nur halbvoll, es ist dreiviertel voll.“

Droht ein Elfmeterschießen?

Rund 1300 Jahn-Fans werden den Jahn nach Wiesbaden begleiten und wie im Hinspiel lautstark unterstützen. Auch deren Zuversicht dürfte der spielerische Leistungsaufschwung der Mannschaft am Freitag genährt haben. Zudem spielt den Regensburgern in die Karten, dass die Auswärtstorregel nicht mehr zur Anwendung kommt und somit die beiden Gegentreffer nicht mehr so ins Gewicht fallen wie früher. Bei einem Unentschieden geht die Partie in die Verlängerung und gegebenenfalls ins Elfmeterschießen. Die Entscheidung könnte also erst fallen, wenn der neue Tag bereits naht.

Fällt sie vom Punkt, sieht sich der Jahn jedenfalls gewappnet. „Wir trainieren schon die ganze Saison über Elfmeter und haben Schützen, die sich sicher fühlen. Wir haben die Spieler im Kopf, aber ich bin kein Freund davon zu sagen, dass diese fünf schießen, egal wie“, gibt Enochs die Marschroute vor. Schließlich ist alles andere als ausgemacht, dass am Ende einer Verlängerung noch alle Kandidaten mit von der Partie sein werden, sei es aus Verletzungs- oder anderen Gründen.

Personell beim SSV Jahn alles soweit im Lot



Personell ist beim SSV Jahn alles soweit im Lot, sieht man von den Langzeitblessuren ab. Der relegationsgestählte Benedikt Saller meldet sich nach abgesessener Gelbsperre zurück und ist laut Enochs eine „coole Alternative“, wenngleich der Coach offen ließ, ob Robin Ziegele die rechte Außenbahn für den Routinier räumen muss.

Am Montagmittag absolvierte der SSV Jahn noch ein Training in Regensburg. Mit dem Bus ging es anschließend nach Wiesbaden, wo am Spieltag eine abschließende Einheit auf dem Programm steht. „Es wird ein langer Tag“, merkt Enochs lakonisch an.

Es war mehr drin im Hinspiel. Deswegen hinterlässt das Remis bei allem Optimismus auch zwiespältige Gefühle. Enochs nannte die beiden Gegentreffer „eher Zufallsprodukte“, wenngleich sie einer kurzen Phase der Unordnung entsprangen. Daraus will der Jahn nun seine Lehren ziehen.

„Müssen höllisch aufpassen“



„In der ersten Hälfte haben wir den Gegner kaum zu Torchancen kommen lassen. Nach den drei Wechseln zur Halbzeit hat es ein bisschen gedauert, bis wir uns darauf eingestellt und es wieder im Griff gehabt haben. In dieser Phase bekommen wir die zwei Gegentore“, bilanziert Enochs rückblickend. Er leitet daraus ab: „Wir müssen höllisch aufpassen und eine konzentrierte defensive Leistung bringen, wenn wir dort bestehen wollen.“ Kleinigkeiten gelte es defensiv zu verbessern, um Wehen Wiesbaden nicht erneut zu Torchancen zu verhelfen.

Wo Schatten ist, ist meist das Licht nicht fern: „ Was uns Mut macht, ist, dass wir zwei überragende Tore herausgespielt haben.“ Mindestens eines wird auch im Rückspiel vonnöten sein, um die Lotterie Elfmeterschießen zu vermeiden. Ein Pfund, mit dem der SSV Jahn dabei wuchern kann, sollte erneut der Geschwindigkeitsüberschuss auf den offensiven Außenbahnen sein – in Person des Torschützen Dominik Kother und von Konrad Faber. Das Duo habe zumindest „einige Aktionen nicht ideal und sauber zu Ende gespielt“, moniert Enochs – und hofft auf noch mehr Effizienz.

Döring: „Basics abrufen“

Sein Kollege Nils Döring vom SV Wehen Wiesbaden glaubt derweil fest an den Klassenerhalt. „Die Zuversicht ist größer als die Bedenken“, sagte der Coach am Montag und fügte hinzu: „Wenn wir die Basics abrufen, sehe ich eine gute Voraussetzung, um ein erfolgreiches Spiel zu absolvieren.“

Im Hinspiel saß Döring wegen einer Sperre auf der Tribüne, am Dienstag kehrt der 44-Jährige auf die Bank zurück.