Rund 300 FCI-Fans vor Ort
FC Ingolstadt gewinnt mit seiner Trainerin Sabrina Wittmann erstmals den Toto-Pokal

25.05.2024 | Stand 27.05.2024, 9:30 Uhr

FCI-Trainerin Sabrina Wittmann gab alles für den ersten Toto-Pokal-Sieg der Ingolstädter. In der ersten Halbzeit konnte die 32-Jährige mit dem Spiel ihrer Mannschaft nicht zufrieden sein. Foto: Imago Images

Der FC Ingolstadt hat es mit seiner Cheftrainerin Sabrina Wittmann geschafft: Erstmals in der Vereinsgeschichte gewannen die Schanzer den bayerischen Landespokal.



Im Finale am Samstag beim Regionalliga-Meister Würzburger Kickers sicherte sich der Drittligist vor 4131 Zuschauern nach einem harten Kampf mit einem 2:1 (1:1)-Sieg die Trophäe. Die Tore für die Ingolstädter erzielten der Däne Sebastian Grönning und Ryan Malone (45. und 81. Minute).

Beide Mannschaften gingen das Endspiel in Bestbesetzung an, also auch die Gastgeber, die sich für das Relegations-Hinspiel gegen Hannover 96 II um den Aufstieg in die 3. Liga am kommenden Mittwoch in Form bringen wollten. Beim FCI entschied sich Trainerin Sabrina Wittmann allerdings dafür den in der Vorwoche erkrankten Linksverteidiger Moritz Seiffert durch den etatmäßigen Rechtsverteidiger Marcel Costly zu ersetzen, Yannick Deichmann übernahm dessen Rolle.

Allerdings war von Wittmanns Team zunächst nichts zu sehen – in der ersten halben Stunde boten die Schanzer nämlich nur Sommerfußball an, präsentierten sich pomadig, ohne ersichtliches Engagement und gewannen kaum einen Zweikampf. Anders dagegen die Gastgeber, die sich als spritzige und entschlossene Einheit präsentierten und die Ingolstädter im Stadion am Dallenberg regelrecht überrumpelten.

Galaauftritt von Dardan Karimani



Einen ersten Vorgeschmack bekamen die Gäste bereits in der dritten Minute, als Dominik Meisel mit einer durchgerutschen Flanke FCI-Keeper Marius Funk vor erste Probleme stellte. Anschließend folgte der Galaauftritt von Rechtsaußen Dardan Karimani. Erst brach der 25-Jährige auf der linken FCI-Seite durch, lief alleine auf Funk zu, verzog aber den Abschluss (13.), dann iniziierte der flinke Kickers-Offensivmann einen Angriff über Saliou Sané, wobei Pascal Moll die Führung nur knapp verpasste (18.) und schließlich spielte Karimani erneut Moll frei, als FCI-Innenverteidiger Ryan Malone ausrutschte und Funk erneut retten musste (24.).

Die folgende Ecke überstand der Drittligist dann jedoch nicht mehr schadlos. Karimani flankte auf Sané, und der Torjäger köpfte am kurzen Pfosten zum hochverdienten 1:0 ein (24.).

Von den Schanzern kam bis dahin gar nichts. Erst in der 33. Minute gab es nach einem Pass von Felix Keidel auf Benjamin Kanuric die erste Torannäherung, doch der 16-Meter-Schuss ging knapp am linken Pfosten vorbei. Nach einer weiteren Halbchance durch Pascal Testroet, dessen Schuss vom Ex-Schanzer Peter Kurzweg geblockt wurde (42.), fiel in der Nachspielzeit der ersten Hälfte völlig überraschend der Ausgleich: Deichmann passte von rechts flach vors Tor, und Torjäger Sebastian Grönning drosch den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte zum 1:1 in die Maschen durch – ein für die Schanzer schmeichelhaftes Ergebnis zur Pause.

Wende nach der Halbzeit



Ob bereits der Treffer für den Hallo-Wach-Effekt für die Ingolstädter gesorgt hatte oder Wittmanns Kabinenansprache sei dahingestellt. Jedenfalls zeigten die Schanzer, bei denen nun Linksverteidiger Seiffert anstelle von Keidel ins Team kam und Deichmann dessen Position im zentralen Mittelfeld einnahm, ein ganz anderes Gesicht.

Kanuric hatte in der 49. Minute die Führung auf dem Fuß, fand jedoch in Kickers-Keeper Vincent Friedsam seinen Meister. Wenig später wurde Grönning bei einem Kopfball nach Testroet-Flanke behindert und verpasste. Der Däne war kurz davor schon im Strafraum zu Boden gegangen, der FCI forderte vehement Elfmeter – vergeblich. Und die danach erneut reklamierende FCI-Trainerin sah vom Pfaffenhofener Unparteiischen Lothar Ostheimer die Gelbe Karte.

Rund 300 FCI-Fans vor Ort



Die Ingolstädter waren nun vor ihren rund 300 mitgereisten Anhängern drin in der Partie, wenngleich die Würzburger gefährlich blieben. So verpasste Meisel, der zuvor schon eine Kopfballchance vergeben hatte, mit einem Schuss – abermals auf Voarbeit von Karimani – das FCI-Gehäuse nur knapp (62.).

Die Partie wurde nun zu einem richtigen Pokalfight und einem offenen Schlagabtausch. Beide Trainer brachten frische Kräfte, beim FCI waren dies Julian Kügel und Bryang Kayo für Testroet und Kanuric. Die Führung erzielte Ryan Malone dann mit einem Kopfball (81.). „Hey, super Schanzer!“, skandierten nun die hüpfenden FCI-Fans. Diese mussten allerdings noch bange Schlussminuten überstehen, in denen Funk gegen Fabian Wessig nochmals den Sieg retten musste.

DK