Unterbau für die Landesliga
Starke Reserve, bessere Perspektive: Kareth II will mit Bezirksliga-Aufstieg Argumente liefern

Ein Bezirksliga-Aufstieg des Landesliga-Unterbaus würde dem Klub helfen

13.11.2023 | Stand 13.11.2023, 7:00 Uhr |
Markus Schmautz

Torjäger Simon Pitzl hat in dieser Saison schon 13 Treffer und fünf Assists zum Erfolg des TSV Kareth-Lappersdorf II beigesteuert. Ihm wird der Sprung in die Landesliga zugetraut. Foto: Schmautz

Als Tabellenführer in der Fußball-Kreisliga 1 überwintert der TSV Kareth-Lappersdorf II. Im letzten Spiel vor der Winterpause gelang dem Landesliga-Unterbau ein 6:0-Heimsieg gegen den Freier TuS Regensburg. Als Daniel Vöhringer im Frühjahr 2020, also inmitten der Corona-Abbruch-Saison 2019/21 übernahm, steckte man noch tief im Tabellenkeller. Seitdem hat sich einiges getan.

An die Anfänge als Trainer im Herrenbereich, damals war Vöhringer 24 Jahre alt, kann sich der Coach noch gut erinnern. „Wir holten aus vier Spielen neun Punkte und hielten die Liga. Neben jungen Nachwuchstalenten mussten damals regelmäßig Spieler von den Alten Herren aushelfen. Auch ich selbst schnürte meine Fußballschuhe.“

Ziel: „Eigengewächse halten“

Schon damals hatte der Jung-Trainer eine Vision vor Augen. „Wir wollten unsere Eigengewächse im Verein halten, uns Schritt für Schritt weiterentwickeln. Das Hauptziel war und ist es, dass möglichst viele Talente gut vorbereitet und ausgebildet den Sprung in den Landesliga-Kader schaffen“, so Vöhringer, der im ständigen Austausch mit den Verantwortlichen der Ersten, also mit Michael Kirner und Matthias Bösl, steht. „Für junge Spieler ist Spielpraxis eminent wichtig, zumal der Sprung vom Jugend- zum Herrenfußball nicht unterschätzt werden darf. 90 Minuten in der Kreisliga gefordert zu sein, bringt wesentlich mehr als 70, 80 oder 90 Minuten in der Landesliga auf der Bank zu sitzen.“

Seit nunmehr eineinhalb Jahren schickt der TSV sogar noch eine dritte Mannschaft ins Rennen, die auf Anhieb als Meister der B-Klasse 2 den Sprung in die A-Klasse 3 geschafft hat. Dort rangiert die Dritte, gecoacht wird sie von Klaus Graf, mit 23 Punkten auf Rang fünf. „Wir haben viele junge Spieler im Verein. Da wir nun drei Teams haben, kommt auch jeder auf die für die Entwicklung so eminent wichtige Spielzeit“, so Vöhringer, der mit der Zweiten nach rund 20 Jahren in der Kreisliga gerne den Sprung in die Bezirksliga schaffen würde.

Andere Klubs „wildern“

„Umliegende Vereine versuchen immer wieder unsere Nachwuchstalente abzuwerben. Sollten wir den Aufstieg schaffen, wäre auch das Argument der Bezirksliga als höhere Spielklasse vom Tisch“, erklärt Vöhringer, der mit dem TSV den „jungen Wilden“ auch so einiges zu bieten hat. „Wir spielen in der Kreisliga vorne mit, legen neben dem sportlichen Aspekt auch auf das Drumherum großen Wert. Die Spieler sollen sich mit dem Verein und dem Spielsystem identifizieren. Jeder, der Gas gibt, erhält seine Chance. Teamabende und Events werden organisiert und durchgeführt.“

Bereits im Frühjahr 2023 hätte sich Daniel Vöhringer den Traum von der Bezirksliga erfüllen können. Allerdings verlor sein Team als Vizemeister der Kreisliga 1 in der Relegation gegen die SpVgg Ziegetsdorf mit 1:2. „Danach machte sich in meinem Kopf die große Leere breit. Dafür war aber keine Zeit. Nur ein paar Tage später starteten wir in die Sommervorbereitung. Wir entwickelten eine Jetzt-Erst-Recht-Mentalität. Bisher können wir sehr zufrieden sein, wissen aber auch, dass wir mit dem aktuellen Tabellenstand noch nichts erreicht haben“, weiß Vöhringer.

Enge Kooperation im Verein

Nach der Winterpause wird er wieder sukzessive Spieler des 2005er-Jahrgangs, die derzeit ihr letztes A-Jugend-Jahr bestreiten, die Chance einräumen, sich im Herrenbereich zu beweisen. „Bei uns im Verein halten alle zusammen. Wir sind eng verknüpft untereinander, arbeiten allesamt Hand in Hand. Aktuell können wir die Rolle als Gejagter genießen.“ Damit müsse seine junge Mannschaft, die einen Altersdurchschnitt von 22,5 Jahren aufweist, aber erst einmal zurechtkommen. Der Titelfavorit SV Burgweinting liegt nur einen Zähler zurück.

„Vorige Saison konnten wir Patzer der Konkurrenten, die teilweise schon einen Tag früher am Werk waren, nicht nutzen. Heuer agieren wir stabiler, können mit Druck besser umgehen“, freut sich Vöhringer, der das als wichtiges Zeichen einer Weiterentwicklung ausmacht. Diese kommt sicherlich dem einen oder anderen Talent auch persönlich zu gute. „Es sind einige Spieler dabei, die in absehbarer Zeit eine gute Rolle im Landesliga-Kader einnehmen können“, ist Vöhringer sicher.