Drei von vier Meister steigen auf
Pfatter, Kareth und Sinzing wagen den Sprung in die A-Klasse – Beilngries verzichtet

24.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:36 Uhr |
Markus Schmautz

Nach der Meisterschaftin der B-Klasse 1 wird der SV Pfatter II mit neuem Trainer eine Liga höher an den Start gehen. Foto: ofa

Die reguläre Saison 2022/23 im Fußballkreis Regensburg ist seit knapp zwei Wochen zu Ende. Meister in ihren B-Klassen wurden der SV Pfatter II, der SC Sinzing II, der TSV Kareth-Lappersdorf III und der FC Beilngries III, der allerdings auf sein Aufstiegsrecht verzichtet.

Zum ersten Mal überhaupt schaffte der SC Sinzing II den Sprung in die A-Klasse. Der Verein wurde 1946 gegründet und umfasst rund 1500 Mitglieder. In der Fußballabteilung ging es in den letzten Jahren steil bergauf. Die erste Mannschaft schrammte in der Kreisliga 2 knapp an der Vizemeisterschaft vorbei. Die Zweite sicherte sich hingegen die Meisterschaft in der B-Klasse 3.

„Unsere großen Trümpfe waren die gute Kameradschaft und die Tatsache, dass die beiden Herrenmannschaften gemeinsam trainieren. So rücken alle noch enger zusammen, helfen sich gegenseitig aus“, erklärt der SC-Vorstandsvorsitzende Franz Schöppl. Das Training leiten somit zum großen Teil Bastian Schöppl und Claus Alkofer. Nichtsdestotrotz leisten Andre Zeuner und Lukas Goldbach „unschätzbare Arbeit“ als Spieler und Betreuer, berichtet Schöppl, der sich freut, dass sich das Team gegen die starke Konkurrenz vom FC Kosova II (44) und vom TSV Pettenreuth-Hauzendorf (43) so deutlich hat durchsetzen können. In der Endabrechnung beträgt der Vorsprung auf die Verfolger starke elf Zähler. Der SC schaffte 55 Punkte (18/1/3) bei 67:23 Toren auf sein Konto.

„Seit Jahren keine Abgänge“

Natürlich nehme man das Aufstiegsrecht wahr. „Wir können mithalten. Wenn es zu Phasen kommt, in denen es nicht so gut läuft, dann heißt es durchzuhalten. Ich habe alle in die Pflicht genommen“, erklärt Schöppl. Die Jugendarbeit trägt sukzessive Früchte. „Der Kader bleibt zusammen. Schon seit Jahren haben wir keine Abgänge zu verzeichnen“, erklärt Franz Schöppl, der das am Zusammenhalt und an der guten Arbeit des Trainerteams festmacht. „Bei uns kommt keiner zu kurz. Wir gehen optimistisch an die neue Saison heran.“ Toptorjäger des Meisters der B-Klasse 3 war Max Nebl mit elf Treffern.

In der B-Klasse 1 schnappte sich der SV Pfatter II mit 53 Punkten (16/5/1) und 68:20 Toren die Meisterschaft vor dem Patenverein aus Wörth (46). Zuletzt schaffte die Pfatterer Reserve im Jahr 2015 den Sprung in die A-Klasse, aus der man nach nur einer Saison wieder abgestiegen ist. Nachdem die Zweite des SVP in den vergangenen beiden Spielrunden jeweils Dritter geworden ist, nahm man sich im Sommer 2022 vor, erneut eine gute Rolle spielen zu wollen. „Eine Grundvoraussetzung war der Aufstieg nicht, aber uns war klar, dass wir vorne mithalten können. Nun sind wir Meister. Wir stellen uns der sportlichen Herausforderung, werden das Aufstiegsrecht wahrnehmen, was in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist“, erläutert Marco Hahn, der sportliche Leiter des SV Pfatter.

Nicht mehr mit dabei sein wird zur neuen Saison Aufstiegstrainer Max Ammer, der Trainer beim künftigen Ligakonkurrenten SSV Köfering wird. „Max war die optimale Lösung. Er hat den Laden zusammengehalten, gut angeschoben. Ihm gebührt ein großer Anteil am Erfolg“, bescheinigt Hahn, der sagt, dass die „Tür beim SVP für Max immer offen“ stehen werde. Der 37-jährige Mittelschullehrer geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich spiele seit 2016 beim SV Pfatter, wohne inzwischen im Dorf, das voll hinter dem Verein und dem Fußballsport steht. Natürlich fällt mir der Abschied nicht leicht. Umso mehr freue ich mich, dass ich mich als Meister verabschieden darf.“ Selbst sah er sich nur als Notnagel, sprang dann ein, wenn es personell zu Engpässen. Kommende Saison wird Florian Eisenhut ein drittes Mal das Traineramt beim SV Pfatter II übernehmen. Ihm zur Seite stehen wird Markus Dummer.

Vor einem Jahr entschloss man sich dazu, beim TSV Kareth-Lappersdorf eine dritte Herrenmannschaft zu gründen. „Wir hatten zum Start 13 oder 14 Spieler. Im Laufe der Saison wurden es immer mehr“, erklärt Trainer Klaus Graf. Der 50-Jährige stand selbst fünf Mal auf dem Platz beim souveränen Meister der B-Klasse 2. „Mit 18 Siegen und vier Unentschieden bei 104:25 Toren wurden wir ungeschlagen Meister. Wir waren im Kreis die einzige Mannschaft, der mehr als 100 Tore gelangen. Zudem hatten wir mit Raphael Fisch den erfolgreichsten Torschützen des Fußballkreises in unseren Reihen“, blickt Graf zurück. Gemeint ist Raphael Fischer. Der 19-Jährige traf insgesamt 40 Mal ins Schwarze. Vor der Aufgabe in der A-Klasse ist dem Coach nicht bange: „Wir wollen mit oben angreifen. Als Unterbau für unsere Zweite, die heuer Vizemeister in der Kreisliga 1 wurde, wäre es wichtig, wenn wir in absehbarer Zeit noch eine Liga höher klettern könnten. Mit einem Mittelfeldrang in der A-Klasse geben wir uns nicht zufrieden.“ Der Zusammenhalt sei phänomenal. Mit 16 Mann ging es kürzlich zur Abschlussfahrt nach Kroatien. Trainiert habe die Dritte zeitgleich, aber parallel, zur Zweiten. „Die Akzeptanz im Verein ist groß. Auch Michael Kirner, der Trainer der Landesliga-Mannschaft, oder Patrick Wein waren sich nicht zu schade, um auszuhelfen“, betont Graf mit einem Lächeln auf den Lippen.

Sprungbrett für die Zweite

Ein großes Lob hat er für die gute Jugendarbeit aus Kareths Höhen übrig. „Auch die Spieler aus unserer A3 sind sehr gut ausgebildet. Nicht zuletzt deshalb konnten wir spielerisch so guten Fußball zeigen.“ Der Kader bleibt größtenteils zusammen. Die Dritte sieht Graf unter anderem als Sprungbrett für die Zweite. Die Zusammenarbeit zwischen ihm und Daniel Vöhringer, dem Coach der Kreisliga-Mannschaft, wird weiterhin besonders eng sein. Auf die Eingruppierung ist man gespannt. „Am liebsten würden wir in der A-Klasse 3 auf Torejagd gehen“, erklärt Graf.