Abschied
Admir Viden sagt „Tschüss“ beim TSV Dietfurt und will eine Fußball-Pause einlegen

22.05.2024 | Stand 22.05.2024, 11:45 Uhr
Hans Peter Gleisenberg

Admir Viden wurde von Dietfurts Abteilungsleiter Toni Bachhuber verabschiedet. Foto: Hans Gleisenberg

Es war Wehmut zu spüren, als TSV Dietfurts Abteilungsleiter Anton „Toni“ Bachhuber den langjährigen Coach Admir Viden im Rahmen der Saisonabschlussfeier verabschiedete.

Viele Erinnerungen wurden hier wach, die dem scheidenden Trainer schon jetzt, einen Legenden-Status in der Fußballgeschichte der 7-Täler-Kicker einbringen. Dies brachte der Abteilungsleiter auch mit dem Satz zum Ausdruck: „Die guten Trainer kommen immer zweimal.“

Über Trainerwechsel nachgedacht



Bachhuber machte auch deutlich, dass man in der abgelaufenen Saison wegen fehlender Leistung das eine oder andere Mal auf eine Trainerablösung angesprochen wurde, vor allem in der Winterpause. Doch hielt man an Viden fest, was sich letztlich als die richtige Entscheidung erwiesen habe.

Der Coach selbst räumte ohne Umschweife ein, dass die Vorrunde 2023/24 ein sportliches Desaster war. Aber wer richtig hingeschaut hatte, der musste auch die personellen Probleme ins Kalkül ziehen. Nach der Winterpause wurde es mit den Rückkehrern Christoph Semmler, Robert Fleischmann, den Fritz-Brüdern oder Daniel Schneeberger deutlich besser und der Klassenerhalt wurde gesichert.

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Toni Bachhuber hatte die Rückrundentabelle parat, die ausweist, dass der TSV Dietfurt hier den vierten Platz belegt. Bei seiner ersten Amtszeit in Dietfurt von 2010 bis 2014 spielte der TSV drei Jahre in der Bezirksliga, nach dem Abstieg folgte der sofortige Wiederaufstieg in der Saison 2013/14.

Schon damals waren Spieler wie Christoph Semmler, Tobias Schweiger oder Daniel Schneeberger im Team, die auch in der abgelaufenen Saison wieder geholfen haben, die Kastanien aus dem Feuer zu holen.

Als besonders Highlight nannte er die Saison 2011/12, in der die Bezirksoberliga abgeschafft wurde und die Herausforderung darin bestand, mindestens Platz acht zu erreichen, um nicht den Gang in die Kreisliga antreten zu müssen. „Es war eine äußerst intensive Spielzeit, aber mit Platz sieben wurde dieses Ziel auch souverän erreicht“, erinnerte er sich.

Zorn über Abstiegs-Regelung während der Corona-Pandemie



Es gab aber auch einen besonderen Tiefpunkt, der Viden noch heute die Zornesröte ins Gesicht treibt: „Am 1. Oktober begann meine zweite Trainerzeit in Dietfurt. Was sich durch die Corona-Wirren 2020 alles abgespielt hat, war unterirdisch. Da wusste die rechte Hand nicht mehr was die linke tat und die damalige Abstiegsentscheidung, von der wir leider auch betroffen waren, ist für mir heute noch ein Dorn im Auge“, so sein Blick zurück im Zorn.

Die letzten drei Jahre verbrachte sein TSV Dietfurt in der Kreisliga. In seiner Rückschau zeigte der scheidende Trainer auf, dass er in all den Jahren auf eine Mannschaft setzen konnte, die, bis auf wenige Ausnahmen, ausschließlich aus echten 7-Täler-Kickern bestand.

Viele habe er dabei aus der Jugend in die erste Mannschaft integriert: „Dietfurt hatte immer schon ein großes Potenzial an guten Spielern, aber nicht alle schafften den Sprung gleich. Bei manchen dauerte es natürlich auch eine gewisse Zeit, bis der Knoten geplatzt ist.“

Admir Viden selbst war in seiner aktiven Zeit ein Vollblutfußballer, der als Trainer auch den Blick hat, seine jeweiligen Schützlinge richtig einschätzen zu können. Sprichwörtlich war auch die permanente Unaufgeregtheit von Viden, der auch in prekären Situationen stets die Ruhe bewahrte. Dies kam auch in den Vorschau- und Spielberichtsgesprächen zum Ausdruck. Seine Analysen waren messerscharf und vor allem von großer Fairness geprägt, denn Schönreden war keine Option für den „Mide“.

Im Rückblick auf seine Trainerkarriere zeigte Viden auf, dass er immer „am Wasser“ gearbeitet habe: „Meine erste Station war Berching, bekanntlich an der Sulz gelegen. Dann ging es nach Dietfurt an die Altmühl, wieder zurück nach Berching und wieder nach Dietfurt“, zeigte er, seine Trainerstationen auf.

Angesprochen auf seine Trainerlizenz lachte er und sagte: „Fußball wird nicht auf dem Papier, sondern auf dem Rasen gespielt.“ Nun wird er nach eigenem Bekunden eine Pause einlegen und sich seiner Familie widmen, die weit verstreut lebt und wohnt: „Die Kinder in Lörrach und Regenburg, die Mama in Schweden und die Freunde in Bosnien. Sie alle d stehen auf der Reise- und Besuchsliste, ganz oben.“