„Es war eine schöne Reise“
Überragender Fan-Support und neuer Trainer: TSV Gangkofen blickt nach Kreisliga-Abstieg positiv nach vorne

08.06.2024 | Stand 08.06.2024, 7:00 Uhr |

Traumhafte Aussichten: Die Fans des TSV Gangkofen – wie hier in Geratskirchen beim Match gegen Pfarrkirchen – unterstützten ihr Team in allen drei Relegationsspielen lautstark. − Foto: Alex Schädel

Neuer Aufbruch trotz sportlicher Misere: Beim Bezirksliga-Absteiger TSV Gangkofen geht‘s trotz der Niederlage im alles entscheidenden Relegationsspiel gegen den SV Schöfweg (0:2) weiter, „am Ende war es denkbar knapp, aber es war für die Fans und die Mannschaft eine schöne Reise“, sagt Spielertrainer Andreas Vilsmaier (36). Denn die Relegation habe gezeigt, „dass die Fans hinter uns stehen, wenn es drauf ankommt“.

Schon beim ersten der drei Gangkofener Relegationsspiele in Massing unterstützte die Mehrheit der 1450 Fans die Violetten aus dem Landkreis Rottal-Inn. Gegen Falkenberg gewann die Vilsmaier-Elf im Elfmeterschießen. Dabei wurde Torwart Alexander Boschner zum Held – er parierte gleich drei Falkenberger Versuche. Auch beim zweiten Abstiegs-Duell, in Geratskirchen gegen die TuS Pfarrkirchen, zeigte die TSV-Gemeinde ihre Stärke. Mit großen Fahnen und lautstark über die volle Distanz von 120 Minuten feuerten die zahlreichen Anhänger die Mannschaft an. Leider wurden zwei Spieler zu tragischen Helden: Torwart Boschner, der mit dem letzten Elfmeter an seinem Pfarrkirchner Gegenpart Sebastian Baier scheiterte, und Maximilian Lauer.

Dem Abwehrspieler, der zuvor über die volle Distanz eine überragende Leistung gezeigt hatte, versagten vom Punkt die Nerven. Hätte er, als fünfter TSV-Schütze, den Ball versenkt, hätten Vilsmaier & Co. in Geratskirchen den Liga-Erhalt feiern können.

So musste die Partie in Landau an der Isar, gegen den SV Schöfweg, über Wohl oder Wehe entscheiden. Während des ganzen Spiels schallten immer wieder die „Gaufna, Gaufna“-Rufe über die Sportanlage in Landau, der Gangkofener Support: überragend. Leider verhalf diese leidenschaftliche Rückendeckung dem TSV nicht zum Glück, 0:2 hieß es nach 90 Minuten und wieder hieß der Unglückrabe Maximilian Lauer. Der 31-Jährige beförderte die Kugel nach einem gehaltenen Elfmeter zum Erstaunen aller ins eigene Netz. „Ganz bitter, dass ihm das passiert, denn er hat in allen drei Spielen großartig gespielt“, lobt Vilsmaier den Pechvogel. Ein Video dieser Szene, die dem SV Schöfweg den Klassenerhalt auf dem Silbertablett servierte, ist inzwischen viral gegangen, wurde über eine Million mal geklickt. „Man sollte da aber nicht mehr draus machen als es ist, das passiert – und es ist nur Fußball“, relativiert Andreas Vilsmaier.

Der Spielertrainer freut sich jetzt erst einmal auf eine fußballerische Pause. „Wir müssen erst einmal durchschnaufen, bei uns gibt’s jetzt keinen, der jetzt schon voller Elan auf die neue Saison blickt.“ Apropos neue Spielzeit: Mit Jochen Freidhofer tritt beim Bezirksliga-Absteiger in Gangkofen ein neuer Trainer an, Andreas Vilsmaier rückt ins zweite Glied. Wenn die Vorbereitung Ende Juni beginnt, muss sich der 36-Jährige weniger Gedanken um Organisation und Trainingsinhalte machen, „dann habe ich vielleicht etwas mehr Zeit für die Familie“, sagt der neue Co-Spielertrainer – beim TSV sehen die Verantwortlichen schon wieder Licht am Ende des Relegations-Tunnels.