Holzfreyung vergibt drei Mal
„Brutale Erleichterung“ nach Elfmeterkrimi: Rathsmannsdorf feiert vor 1049 Fans Aufstieg in die Kreisklasse

02.06.2024 | Stand 03.06.2024, 10:41 Uhr |

Entscheidung um 20 Uhr: Laute Jubelschrei „stören“ die Abendruhe im Passauer Stadtteil Hacklberg. Der SV Rathsmannsdorf feiert den Aufstieg in die Kreisklasse. − Foto: Sven Kaiser

Der letzte Aufsteiger der Fußballsaison 2023/2024 im Kreis Niederbayern Ost heißt: SV Rathsmannsdorf. Die „Ronsdorfer“ setzten sich am Sonntagabend vor 1048 Zuschauern in Hacklberg gegen die DJK Holzfreyung nach einem Krimi über 120 Minuten (1:1) und Elfmeterschießen durch (4:2) und steigen in die Kreisklasse auf.

Es war ein letztes nervenaufreibendes Entscheidungsspiel dieser Saison im Kreis Ost mit zwei lautstarken Fanlagern, die knapp drei Stunden lang alles gaben auf den Rängen. Angetrieben von den Gesängen, Trommelschlägen und Hupen gingen die Spieler der beiden A-Klassisten ans körperliche Limit. Von Krämpfen geplagt sorgten sie nach torlosen 90 Minuten für eine aufregende Verlängerung (1:1) und ein fesselndes Elfmeterschießen. In diesem hatten die Rathsmannsdofer die stärkeren Nerven, verwandelten drei von vier Schüssen; Holzfreyung dagegen brachte den Ball nur einmal im Tor unter und bleibt ein weiteres Jahr A-Klassist.

Den entscheidenden Elfmeter verwandelte SVR-Spielertrainer Simon Schuster abgeklärt links unten. „Es war ein brutal hartes Spiel, ich spüre einfach eine brutale Erleichterung und bin glücklich, dass mein Heimatverein nach mehr als zehn Jahren in der A-Klasse wieder aufsteigt“, sagte der 24-Jährige in einer ersten Reaktion nach seinem alles entscheidenden Schuss.

Schreckmoment als Kevin Gaßler regungslos am Boden liegt



Bereits zuvor war der SVR die etwas bessere und torgefährlichere Mannschaft, aber Stürmer Christoph Spirk, der der gegnerischen Abwehr mehrfach entwischte, musste lange auf sein Tor warten. Erst in der 97.Minute, unmittelbar nach einer Zeitstrafe gegen Holzfreyungs Spielertrainer Petr Kulhanek, hob der 21-Jährige den Ball in der ersten Halbzeit der Verlängerung zum 1:0 ins Tor (97.). Aber die Holzfreyunger gaben sich nicht geschlagen und kamen fulminant zurück. Der dribbelstarke Kevin Gaßler setzte sich zum x-ten Mal auf der Außenbahn durch und Kulhanek verlängerte seine flache Hereingabe per Grätsche zum 1:1 ins Netz (116.).

„Unglaublich, dass wir nochmal zurückgekommen sind“, lobte der Torschütze später seine Mitspieler. Das galt insbesondere für Gaßler, der in der ersten Halbzeit eine Ecke direkt verwandelte – aber Schiedsrichter Florian Raml (Riedlhütte) pfiff den Treffer aufgrund eines FOuls im Fünfmeterraum zurück. Der 18-Jährige sorgte zudem in der ersten Halbzeit für eine Schrecksekunde bei den mehr als 1000 Zuschauern, als er ohne Fremdeinwirkung zu Boden sackte. Mit Kreislaufproblemen musste der Offensivspieler ausgewechselt werden, kam jedoch in der 70. Minute zurück aufs Feld.

„Elfmeterschießen ist eine Lotterie – schade“



In den Schlussminuten der Verlängerung hatte er sogar noch die Chance auf den Sieg, doch ein Freistoß touchierte nur den Außenpfosten. Auch Kulhanek hatte das 2:1 für Holzfreyung noch auf dem Fuß. Aber die Entscheidung musste vom Punkt fallen und da trafen drei Holzfreyunger nicht. „Elfmeterschießen ist eine Lotterie, es ist schade, dass wir es nicht geschafft haben, aber ich bin sehr stolz auf meine Jungs“, sagte der DJK-Spielertrainer aufmunternd obwohl auch dem 38-Jährigen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben war.

Rathsmannsdorf – Holzfreyung / Tore: 1:0 Christoph Spirk (97.); 1:1 Petr Kulhanek (116.); Protokoll des Elfmeterschießens: Nico Gaßler scheitert an Tobias Spirk; 2:1 Sebastian Meier; 2:2 Kevin Gaßler; 3:2 Jonas Erhard; Michael Schwarz schießt drüber; Philip Haider trifft den Pfosten; Patrick Kinateder schießt drüber; 4:2 Simon Schuster. SR Florian Raml (Riedlhütte).