Kader bleibt zusammen
Ehrgeiz, Fleiß, Talent und eine Meister-Achse: Jandelsbrunns Aufstieg hat viele Gründe

24.05.2024 | Stand 24.05.2024, 7:35 Uhr

Hoch die Hände: Die dritte Meister-Mannschaft des SSV der vergangenen 14 Jahre nach 2011 und 2021 bereitete ihren Fans mit 20 Siegen in 24 Saisonspielen viel Erfolg. − Foto: Katrin Zimmermann

Sie haben im Sportheim nächtelang gesungen, sind auf dem Bulldog-Anhänger durchs Dorf gefahren und haben mit den Fans eine Party auf dem Fußballplatz veranstaltet. Der SSV Jandelsbrunn hat sich für eine starke Saison mit der Meisterschaft in der A-Klasse Hauzenberg belohnt. Das wurde ordentlich gefeiert – ganz überraschend kam der Erfolg nicht, wie der Sportliche Leiter Gerhard Seibold (48) mit der PNP analysiert.

Es gibt viele Zahlen, die erklären, warum die Jandelsbrunner in der Abschlusstabelle oben stehen. Mit fünf Punkten Vorsprung auf die DJK Holzfreyung. Kein Team hat mehr Tore geschossen (80), der SSV kassierte die mit Abstand wenigsten (14) und hat alle zwölf Rückrundenspiele gewonnen (eines davon am grünen Tisch). Elf der 20 Saisonsiege schoss das Team der Trainer Andreas Schneiderbauer (37) und Christopher Bichlmeier (27) mit drei Toren Unterschied heraus. Von 24 Partien ging nur eine einzige verloren (0:2 in Wildenranna). Aber all diese Zahlen haben nur einen statistischen Wert, viel entscheidender: „Die Mannschaft hatte den Willen, Meister zu werden und hat sich dieses Ziel selbst gesteckt“, erinnert sich ihr Manager. Diese Entschlossenheit drückte sich in Trainingsfleiß, Zusammenhalt und Lernbereitschaft aus. Und führte dazu, dass Gerhard Seibold und viele andere SSV-Mitglieder und Fans „einfach nur stolz auf diese junge Truppe“ sind.


Fotostrecke von der Meister-Feier: „Moasta hama“: Jandelsbrunn außer Rand und Band


Das Team musste allerdings erst durch ein Tal gehen, ehe es vom Gipfel aus mit der Meisterschale in der Hand winken durfte. Vor einem Jahr stieg der SSV mit elf Punkten aus der Kreisklasse Freyung ab. Ein bitteres Jahr, aber die Verantwortlichen im Verein wussten, dass sie nur an ein paar Stellschrauben drehen müssen, denn auf dem Platz stand und steht ein talentiertes Team junger Eigengewächse. „Man hat schon während der Abstiegssaison gesehen, dass sie alle wollen. Wir hatten nie unter 25 Mann im Training“, erinnert sich Seibold.

Dickes Lob für die Coaches Bichlmeier und Schneiderbauer



Mit Christopher Bichlmeier (FC Dreisessel) und Andreas Schneiderbauer (SG Haidmühle) kam ein neues Trainerduo – und sie brachten das Team schnell in die Spur. „Sie haben die Abwehr brutal stabilisiert und die Mannschaft spielerisch weiterentwickelt“, lobt Gerhard Seibold die Arbeit der Coaches, denen er perfekte Ansprachen und einen idealen Umgang mit den Spielern bescheinigt.

Die Konsequenz: Konstant gute Leistungen, konstant gute Ergebnisse und im Frühjahr schüttelte der SSV mit der DJK Holzfreyung den letzten verbliebenen Verfolger ab. Spätestens das 3:0 im direkten Duell war eine Machtdemonstration. „Ehrlich gesagt, habe nicht unbedingt gedacht, dass es heuer schon klappt“, gesteht Seibold, der den sofortigen Wiederaufstieg allerdings gerne mitnimmt. „Mir ist nicht bange vor der Kreisklasse.“ Das hat Gründe: Der komplette Kader bleibt zusammen, Verstärkungen will der A-Klassen-Meister zeitnah verkünden und auch die Trainer werden Arbeit fortsetzen. „Wenn wir verletzungsfrei durchkommen, dann dürften wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, prophezeit der 48-Jährige.

„Alle haben einen großen Sprung nach vorne gemacht“



Im Team des SSV gibt es ein paar Leistungsträger, deren Namen sicherlich auch höherklassige Vereine schon kennen. Nicolai Reisinger (21 Jahre) brauchte für 21 Saisontore gerade einmal 16 Partien, weil ihn zwischendurch eine Verletzung ausbremste. Torwart Jan Fischer (20) ist ein sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten und Kapitän Patrick Seibold (22) sowie der erfahrene Andreas Wiener (28) komplettieren mit der Schaltzentrale in der Offensive, Spielertrainer Bichlmeier, die Achse des Jandelsbrunner Erfolgs. „Aber man muss schon erwähnen, dass alle anderen auch einen großen Sprung nach vorne gemacht haben in ihrer Entwicklung“, ergänzt Jandelsbrunns Sportlicher Leiter. Und in der Breite fehlt es dem SSV aktuell ebenfalls nicht, was eine hohe Trainingsqualität erzeugt. „Wir haben über 40 Spieler und im Training immer zwischen 20 und 30 Mann.“

Selbst als die Meisterschaft vor dem Saisonfinale durch ein Sportgerichtsurteil (wir berichteten) endgültig feststand, ließen die SSVler nicht locker. „Die haben eine Nacht lang gefeiert, sich aber dann auf das letzte Spiel konzentriert“, erzählt Seibold. Mit Erfolg: Die letzte Partie wurde mit 7:1 gewonnen. Danach „hatten wir ein paar schöne Tage“, so ein glücklicher Manager. Die Meister-Gesänge, sie klingen noch in den Ohren aller Beteiligten. Sie sind auch ein Ansporn, sich eine Klasse höher nicht aus der Bahn werfen zu lassen.