Bis heute engagiert dabei
Der Fred − seit sieben Jahrzehnten Mitglied beim SV Perlesreut

24.05.2024 | Stand 24.05.2024, 9:32 Uhr

Seit 70 Jahren Vereinsmitglied beim 100 Jahre alten SV Perlesreut: Alfred Fuchs sen. mit Enkel Frederik Fuchs. − Foto: Denk

Ein Anruf genügt und kurz darauf trifft sich die PNP mit Alfred Fuchs sen. und seinem Enkel Frederik am Sportplatz in Perlesreut, ihrer zweiten Heimat. Gesund und vital ist Fred, wie er hauptsächlich genannt wird, mit seinen 87 Jahren noch heute mehrmals in der Woche auf dem Sportplatzgelände anzutreffen, um nach dem Rechten zu schauen. Seine Verbundenheit zeigte er seit 70 Jahren von Anfang an, nicht nur auf dem Papier, sondern mit voller Tatkraft auf dem Spielfeld, am Vereinsheim und später auch in der Vorstandschaft.

1954 in den Verein eingetreten



Begonnen hat alles 1954, als er in den Verein eintrat, in der 2. Mannschaft als Jungspieler ausgeholfen hat, um sich nach und nach zu etablieren. Sein Traum war, Spieler der 1. Mannschaft zu sein: „Die musste man sich erst verdienen“, erzählt Fred. Mit Ehrgeiz schaffte er es in die damalige C-Klasse Wolfstein als Stammspieler. An der Seite von Fred war stets seine Frau Anna, die Kinder und später auch Enkelkinder zum Anfeuern und Mithelfen. Es ist heute fast unvorstellbar, dass sich eine Frau nach dem Spiel die dreckigen Mannschafts-Dressen aller Spieler mit heim nimmt zum Waschen, Flicken und damals auch noch zum Bügeln, damit sie die Woche darauf wieder zum Einsatz bereit sind.

Er weiß es nicht mehr so genau, aber so 20 oder auch 30 Jahre lang werden es wohl gewesen sein, an denen er jeden Sonntag gespielt und so manchen Aufstieg in die B-Klasse, aber auch wieder Abstieg in die C-Klasse erlebt hat.

Alfred war 30 Jahre im Ausschuss des SV Perlesreut und in den 70er und 80er Jahren mehrmals als 1. bzw. 2. Vorstand ganz vorne mit dran bei anstehenden Entscheidungen. „Wia i dann s’Fuaßboina af’ghört hab, is erst richtig losganga mit da Oabat“, erzählt er weiter. Ebenfalls ca. 30 Jahre fungierte er bis vor drei Jahren, mit Unterbrechung, als Platzwart, mähte Rasen, pflegte die Anlage und reparierte alles, was gerade anstand.

Erinnerung an alte Zeiten mit schweren Bierfässern



Während seiner Zeit als Ausschussmitglied wurden u. a. mehrere Vereinsheime gebaut und wieder abgerissen, als diese wieder einmal aus allen Nähten platzten. Irgendwann entstand dann die Idee, ein Fest für die Region abzuhalten, Pläne wurden geschmiedet, nach einer Brauerei mit Zelt gesucht; alle Kräfte gebündelt, damit sowas gestemmt werden konnte – das Schmalzlerfest war geboren. „Damals hat’s des Bier na in 200-Liter-Holzfässer geb’n; de ham a Gwicht ghobt, mei liaba…“, denkt er noch heute an die schweißtreibende Arbeit.

Diese Zeit ist vorbei, es ist vieles einfacher geworden. Ausschenken und zapfen tut der Fred, trotz automatischer Zapfanlage, nicht mehr, aber auch in diesem Jahr ist er wieder tatkräftig mit dabei, das Büro aufzubauen und hinzulangen, wo halt gerade Not am Mann ist.

Ein sanfter Generationenwechsel findet statt; in der Familie Fuchs wird die Leidenschaft für den Sportverein wohl vererbt. Heute steht nämlich sein Sohn Freddy hinter dem Ausschank und sein Enkel Frederik ist mittlerweile 2. Vorstand beim SV, Schmalzlerfest-Präsident 2024 und bereits seit 2016 Vorstand des Fördervereins, bei dem sein Opa 1993 Gründungsmitglied und Vorstand war.

− ade