Nächstes historisches Kapitel?
Aufstiegschance auf der Seitenstraße: Rudertings Fußballerinnen winkt ein Regionalliga-Relegationsspiel

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 18:51 Uhr

Können sie sich bald über ein Relegationsspiel freuen? Rudertings Torschützinnen in Kirchberg (v.l.), Franziska Haider, Anna-Lena Parzhuber und Emily Hobelsberger. − Foto: Frank Bietau

Die Fußballfrauen des FC Ruderting haben in der zurückliegenden Hallensaison mit Platz 3 in der deutschen Futsalmeisterschaft ohnehin ein historisch einmaliges Kapitel im Verein geschrieben, jetzt könnte die Mannschaft von Trainer Michael Eder dem Jahr 2024 nochmals eine Krone aufsetzen. Quasi mit einer Doppelchance.

Dass der Meister aus der Bayernliga in die Regionalliga Süd aufsteigt, ist klar. Aber eben nur der Meister, der Vize wäre schon weg. „Die Meisterschaft liegt nicht mehr in unserer Hand“, sagt Johanna Maier (35), die Spartenleiterin des FC. Denn dass Tabellenführer Schwaben Augsburg im letzten Spiel gegen den FC Ezelsdorf nur Remis spielt oder gar verliert, darf getrost ins Reich der Fabeln eingereiht werden. Sollten die Fuggerstädterinnen und Ruderting (finales Spiel gegen Amicitia München) am Ende punktgleich sein, dann würde das bessere Torverhältnis den Ausschlag geben.

Bleibt’s beim momentanen Stand, dann winkt dem Vizemeister Ruderting entgegen der Regularien nun doch die Möglichkeit, in die Regionalliga aufzuzurücken. Die „zweite Chance“ eröffnet sich über einen – noch theoretischen – Umweg. „Uns wurde am Freitag vom süddeutschen Verband mitgeteilt“, berichtet Johanna Maier, „dass möglicherweise eine Mannschaft in der 2. Bundesliga ihre Bewerbung zurückzieht. Dann gäbe es dort einen Absteiger weniger.“ Die Folge: Von den drei Absteigern wären bei normaler Regelung zwei in der Regionalliga Süd einzuordnen (Hoffenheim II und Weinberg). Weil deren Sollstärke (12 Mannschaften) dann nicht erreicht wäre, müsste in einem Relegationsspiel zwischen dem Bayern-Vize und dem Zweiten der Oberliga Baden-Württemberg ein Nachrücker ermittelt werden. Ähnlich wie in der weiß-blauen Eliteklasse die dortige Tabellensituation: Der VfB Stuttgart (88:11 Tore/ 60 P.) führt eine Runde vor Saison-Zapfenstreich mit zwei Punkten vor dem SC Sand II (67:10). Am Schlusstag erwartet der Zweitplatzierte den Primus.

Über den Rückzugskandidaten der 2. Liga „wissen wir nichts, aber wir gehen davon aus, dass der Name in den nächsten zwei Wochen bekannt gegeben wird“, sagt die Rudertinger Spartenchefin. Die 2. Bundesliga absolvierte am Sonntag den letzten Spieltag, vorläufig sind die Absteiger TSG Hoffenheim II, VfL Wolfsburg II und SV Weinberg.

Ungefährdeter Derbysieg beim SV Kirchberg i.W.



Soviel zur Zukunft, die Vergangenheit bescherte den Rudertingerinnen am Samstag einen Derbysieg beim SV Kirchberg i.W., das 3:0 stellten vor 120 Zuschauern Tore von Anna-Lena Parzhuber (20.), Emily Hobelsberger (57.) und Franziska Haider (76.) sicher. „Wir waren spielerisch klar besser, und man hat den Kirchbergerinnen angemerkt, dass für sie die Saison gelaufen ist und sie auch ersatzgeschwächt waren“, relativiert Maier das faire Duell, in dem für den Gewinner noch das ein oder andere Tor mehr drin gewesen sei. „Kirchberg hat viele weite Bälle geschlagen und unsere Innenverteidigung hatte da kaum Probleme.“

Fotostrecke: Ruderting feiert 3:0-Sieg in Kirchberg