Neuer Weg des Traditionsclubs
Anderer Spielstil ausschlaggebend: SC Zwiesel trennt sich von Strajt und Ruzicka – Talente sollen entwickelt werden

04.06.2024 | Stand 04.06.2024, 6:00 Uhr |

124 Tore hat Michal Strajt in 143 Spielen für den SC Zwiesel erzielt. Damit ist der Tscheche mit großem Vorsprung der beste Torjäger der vergangenen Jahrzehnte. Nun aber wird er den Verein verlassen. − Foto: Bietau

Der SC Zwiesel hat wieder zurück in die Spur gefunden. Dieses Fazit lässt sich nach einem ordentlichen Platz vier in der Kreisliga Straubing ziehen. Nachdem die Glasstädter noch in der Vorsaison gegen den Absturz in die Kreisklasse ankämpften, präsentierte sich der Bayerwald-Traditionsverein im vergangenen Jahr wieder häufig von seiner besten Seite. Niedermeier, Schlenz, Scheuenpflug und Co. spielten bis zum Schluss um den Relegationsplatz, mussten sich erst im Saisonfinale in Bischofsmais 1:3 geschlagen geben – und sich vom Bezirksliga-Traum verabschieden.

Biller und Schaller ersetzen Wagner und Pertler



Der verpassten Chance trauert man in Zwiesel nicht lange hinterher. Sportchef Thomas Kagerbauer (42) betont vielmehr die positiven Aspekte der vergangenen Monate. „Wir haben eine sehr ordentliche Saison gespielt und können mit der Entwicklung der Mannschaft wirklich zufrieden sein.“ Besonders die Derbysiege gegen Lindberg (2:1 und 2:0) vor tollen Kulissen sowie der Hinspielerfolg gegen Bischofsmais (4:1) bleiben den Fans in guter Erinnerung. Andererseits, so Kagerbauer, habe man immer wieder teils langwierige Verletzungsausfälle verkraften müssen, die das Trainerteam um Andreas Wagner (52) und Sven Pertler (34) vor Herausforderungen stellten.

Beide verlassen den Verein nun zur neuen Saison. Während Wagner beim Kreisligakonkurrenten Kirchberg vorm Wald anheuert, zieht es Pertler als Spielertrainer zum Kreisklassenaufsteiger TSV Klingenbrunn. Was die Nachfolge angeht, haben die SC-Verantwortlichen um Kagerbauer frühzeitig klare Verhältnisse geschaffen und mit dem Kirchberger Frauen-Erfolgscoach Markus Biller (43) sowie Rückkehrer Michael Schaller (42) zwei ausgewiesene Fußballfachmänner verpflichtet. Der kurzfristige Erfolg, so Kagerbauer, ist auch künftig eher zweitrangig. Der Fokus liegt auf der langfristigen Entwicklung des Klubs.

„Daher ist es unser vorrangiges Ziel, dass unsere jungen Spieler weiter ihren Weg gehen.“ Dennoch ist klar: Mit dem Abstieg in einer wohl erneut starken und ausgeglichenen Kreisliga wollen die Zwieseler erneut nichts zu tun haben. „Im besten Fall spielen wir wieder vorne mit. Der Aufstieg ist für uns aber kein Muss.“ Erwartungsvoll blicken die Verantwortlichen auch ins Jahr 2025. Dann nämlich rücken zehn bis 15 weitere Jugendspieler in den Herrenbereich auf – und sorgen zwangsläufig für eine starke Verjüngung des Kaders.

Zwei Lindberger Talente wechseln in die Glasstadt



Mit den Lindberger Talenten Ludwig Weinberger (20) und Alexander Gruber (19) stoßen schon in diesem Sommer zwei vielversprechende Neuzugänge hinzu. Zwei erfahrene Leistungsträger laufen künftig dagegen nicht mehr mit den drei Tannen auf der Brust auf. Topscorer Michal Strajt (34 Jahre, 16 Tore, 12 Vorlagen) und Abwehrchef Michal Ruzicka (32 Jahre, 3 Tore, 2 Vorlagen) haben den Verein verlassen. „Beide hinterlassen große Lücken, die wir aber in der Sommerpause mit entsprechendem Ersatz wieder füllen wollen“, kündigt Kagerbauer an und betont, dass man „nicht im Bösen“ auseinandergehe. Grund für die Trennung sei vielmehr ein anderer Spielstil, den Schaller und Biller einführen wollen.

Wie diese neue Taktik im Detail aussieht, werden die Zwieseler Kicker spätestens am Sonntag, 23. Juni, erfahren. Dann startet der SC in die Sommervorbereitung.