Von wegen Abstiegskandidat!
„Alle Spieler haben zugelegt“: Bischofsmais trotz verpasstem Aufstieg stolz − und bestens gerüstet für die neue Saison

07.06.2024 | Stand 07.06.2024, 9:04 Uhr |

Viel Grund zum Jubeln hatte Kreisliga-Aufsteiger SV Bischofsmais, spielte eine starke Saison, wurde Vize-Meister. Die Enttäuschung über das Scheitern in der Bezirksliga-Relegation war schnell verflogen. − Foto: Helmut Müller

36 „Buden“ hat Marco Pledl in der Saison 2022/23 für den SV Bischofsmais in der Kreisklasse Regen gemacht und hatte großen Anteil daran, dass der Verein den Sprung in die Kreisliga Straubing schaffte – mittlerweile spielt der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler über die Zwischenstation DJK Vilzing (Regionalliga Bayern) beim SC Paderborn und feiert gegen den Karlsruher SC sein Zweitliga-Debüt.

„Seine beeindruckende körperliche Präsenz, seine außergewöhnliche Laufbereitschaft und sein großes fußballerisches Können – der Mann für alles bei uns“, gerät Spielleiter Benjamin Ebner ins Schwärmen, „das war selbstverständlich ein herber Verlust.“ Und so waren die Ambitionen des Neulings sehr zurückhaltend, der Klassenerhalt das große Ziel.

Abstiegskandidat? Von wegen! Das Team strafte zahlreiche Experten Lügen, fand von Beginn an seinen Rhythmus, legte eine furiose Saison hin, erreichte den Vize-Rang und scheiterte in der Relegation zur Bezirksliga Ost vor fast 2000 Zuschauern in Lalling gegen den SV Schöfweg knapp mit einem 1:2 nach Verlängerung.

„Schade, dass es nicht geklappt hat, aber die Enttäuschung darüber ist längst verflogen“, erzählt Spielleiter Benjamin Ebner, „es wäre sicher das Sahnehäubchen gewesen, die Kirsche auf der Torte, aber die gesamte Truppe einschließlich der Coaches hat wirklich Großartiges geleistet. Wir haben unsere Vorgabe bei weitem übertreffen können“.

„Menschlich top, sportlich spitze“



Die drei Neuzugänge aus Tschechien erwiesen sich als absolute Volltreffer. „Menschlich top und sportlich spitze. Solche Jungs kannst du dir nur wünschen. Sie haben sich perfekt integriert“, beschreibt Benjamin Ebner, „Glücksgriffe in jeder Beziehung“. Martin Suchy im Mittelfeld als Lenker und Denker. Matej Stefl – er stand zwischenzeitlich wegen eines Bänderrisses für mehrere Partien nicht zur Verfügung – wirbelte auf der Außenbahn und erzielte 14 Treffer. Und Ex-Profi Petr Prucha – kaum zu stoppen auf der Position neun. Der körperlich robuste Angreifer, beidfüßig, erzielte 26 Treffer.

Solche Fähigkeiten wecken Begehrlichkeiten, doch die drei Unterschiedsspieler haben Offerten höherklassiger Vereine ausgeschlagen und ihre Zusage für eine weitere Spielzeit gegeben. „Darüber sind wir super-froh“, so Spielleiter Benjamin Ebner, „sehr wichtig war grundsätzlich aber auch, dass wir ohne große Blessuren und Ausfälle durch die komplette Punkterunde gekommen sind“. Dazu sind verletzte Spieler zurückgekehrt. Lukas Dachs kam auf zwölf Einsätze, Sebastian Ebner auf neun – beide Akteure waren aufgrund von Kreuzbandrissen lange außer Gefecht.

Eder: „Alle Spieler haben zugelegt“

Spielertrainer Marco Eder – er wird, wie sein „Co“ Marco Kolmer, ebenfalls beim SV Bischofsmais bleiben, zieht ein überaus positives Resümee: „Echt stark, was wir da zustande gebracht haben. Das hätte uns so wohl kaum jemand vor der Saison zugetraut. Nicht nur unsere Tschechen haben uns weiter gebracht, sondern alle Spieler zugelegt. Das war richtig, richtig gut, während andere Mannschaften nicht so performt haben.“

Dass die Erwartungshaltung im Umfeld des Clubs steigt, kann der Spielleiter nicht beeinflussen, „wir intern in der Führung bleiben jedenfalls auf dem Teppich und halten den Ball flach. Die neue Spielzeit beginnt bei Null. Wir wollen uns in der Kreisliga Straubing etablieren, beweisen, dass unser Abschneiden keine Eintagsfliege, kein Zufall war. Wir sind aber schon zuversichtlich, denn das Trainer-Gespann und der komplette Kader bleiben zusammen. Eine schöne Herausforderung, besonders für unsere vielen Talente, die wir ohne Druck weiter fordern und fördern wollen.“

Ein Verein, der verstärkt auf eigene Kräfte setzen und seine „Zukunft mit Augenmaß“, so Sebastian Ebner, gestalten möchte. Dass mit Simon Dresely vom Bezirksligisten Spvgg Niederalteich ein Bischofsmaiser zu seinem Heimatverein zurückkehrt, passt da perfekt ins Bild.