Kreisliga Neumarkt/Jura West
TSV Heideck: Hubers riskanter Kunstgriff

08.06.2024 | Stand 08.06.2024, 6:00 Uhr |
Mathias Hochreuther

Selbstbewusster TSV-Trainer Christoph Huber: „Wir haben immer an uns geglaubt.“ Foto: Traub

Schaulaufen statt Endspiel: Was vor wenigen Wochen noch nach einem „Finale furioso“ roch, wird an diesem Sonntag ein Saisonabschluss mit Freundschaftsspiel-Charakter. Wenn der TSV Heideck beim TV 21 Büchenbach antritt (15 Uhr), sind in der Kreisliga West bereits alle relevanten Entscheidungen gefallen.

Veitsaurach und Ramsberg/St. Veit steigen direkt ab, Cronheim und Barthelmesaurach/Kammerstein gehen in die Abstiegs-, Alesheim in die Aufstiegsrelegation. Und freilich darf sich der TSV Heideck als Meister über die Rückkehr in die Bezirksliga freuen, der er letztmals unter Trainer Jürgen Zwickel in der Saison 2009/10 angehörte. 13 Spielzeiten lang gehörte der TSV zuletzt zum Etat der Kreisliga, was zum einen von einer erstaunlichen Konstanz zeugt, zum anderen aber auch belegt, dass der aktuelle Trainer Christoph Huber nicht ganz Unrecht hat mit seiner Aussage: „Wir haben Geschichte geschrieben.“

Albrecht raus? „Die Zuschauer haben schon geraunt.“

Das zu realisieren, hat laut Huber durchaus etwas gedauert. „Da waren so viele Emotionen dabei“, berichtet der 36-Jährige über die Zeit nach dem Abpfiff am vergangenen Sonntag. Erst in der Nachspielzeit hatte da Heideck den 2:1-Siegtreffer gegen die SG Pfofeld/Theilenhofen erzielt, die damit eingefahrenen drei Punkte waren die entscheidenden im Meisterschaftsrennen.

Und Huber erzählt über diesen Treffer eine kleine Geschichte, die das Erfolgsgeheimnis der Heidecker in dieser Runde erklären kann. „Wir haben immer an uns geglaubt.“ Diesen Satz würde Huber als Überschrift über den Aufstieg stellen; er trifft auch auf ihn selbst zu. „Ich habe Albi (Torjäger Michael Albrecht, d. Red.) zehn Minuten vor Schluss ausgewechselt. Er hat mich gleich gefragt, warum, und die Zuschauer haben auch schon geraunt“, berichtet Huber über die Schlussphase des Spiels gegen Pfofeld. „Ich habe zu ihm gesagt, ruh‘ dich ein paar Minuten aus, du kommst gleich wieder rein und gibst Vollgas.“ Und der Plan ging auf, nach Albrechts Siegtreffer in der 92. Minute konnte die bis Montagabend andauernde Aufstiegsfeier im Sportheim an der Liebenstädter Straße beginnen.

Wäre Hubers Plan nicht aufgegangen, er hätte sich vermutlich einiges anhören dürfen. Aber der Glaube an die eigenen Stärken und Entscheidungen standen in dieser Runde bei Huber und in Heideck an oberster Stelle. „Letztes Jahr habe ich auch Fehler gemacht, habe das System ungestellt, als es mal nicht so lief und der Mannschaft damit nicht geholfen. In dieser Saison haben wir uns weiterentwickelt, spielerisch und mental. Und wir hatten hinten raus auch die nötige Luft und waren fit“, führt Huber aus. So durften er und seine Spieler sich natürlich über viele Glückwünsche freuen.

„Heideck wird für mich immer etwas Besonderes bleiben“, sagt der Mitteleschenbacher, der zur neuen Runde den noch um den Klassenerhalt kämpfenden SV Cronheim betreuen wird.

Am Mittwoch fand das letzte Training mit der ersten Mannschaft statt, am Sonntag wartet das Saisonfinale in Büchenbach und dann steht noch die offizielle Abschlussfeier an. Nach sieben Jahren beim TSV als Trainer der U19 und U17 sowie der zweiten und ersten Mannschaft ist dann endgültig Schluss für Christoph Huber in Heideck. „Das fühlt sich gut an, so aufzuhören“, sagt er. Nämlich als Kreisligameister.

HK