Anger-Siegtreffer fast in der Nachspielzeit
Duell auf Augenhöhe endet 1:1 – Brandl-Crew in Relegationsspiel eins gegen Aschau/Inn mit Chancenplus

23.05.2024 | Stand 23.05.2024, 15:40 Uhr

SCA-Abwehrchef Simon Koch versucht, Gäste-Angreifer Johannes Baptist Asanger (weiß) aus der Gefahrenzone zu drängen. Hinten rechts sieht Andi Krämer die Szene. − Foto: Bittner

Eins wurde im ersten Relegationsspiel zum Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga klar: Die beiden Kreisliga-Vizemeister SC Anger (Gruppe 2) und SV Aschau/Inn (1) befinden sich niveautechnisch auf Augenhöhe. Über das 1:1 im Hinspiel entwickelten die Gäste aus dem Landkreis Mühldorf schließlich etwas mehr Freude als die Gastgeber, die ihren zahlreichen Top-Chancen nachtrauerten – den Kopf jedoch gleichwohl nicht in den Sand steckten: „Jetzt wissen sie, wie stark wir sind, jetzt machen wir’s halt auswärts“, zeigte sich SCA-Coach Andi Brandl im Anschluss absolut zuversichtlich. In seinem Kader fehlte neben den Langzeitverletzten nur Paul Walch beruflich bedingt, am Samstag, 25. Mai, ist er wieder mit von der Partie.

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Bis zum ersten spielerischen Höhepunkt vor 400 Zuschauern im Waldstadion dauerte es 20 Minuten, er gehörte jenem Team, das versuchte, Ball und Gegner zu kontrollieren: Angers Tobi Nitzinger schoss mit links aus spitzem Winkel knapp rechts vorbei. Die Gäste-Stärke blitzte auf, sobald die Elf von Tom Deißenböck am Leder war: Die weiten Bälle in die Spitze, meist von Kapitän Maxi Wintersteiger geschlagen, entwickelten zwar noch keine besonders hohe Gefahr, die Brandl-Crew musste bei diesen schnellen Gegenstößen dennoch höllisch aufpassen. Für etwas Beruhigung im Platzherren-Lager sorgte das Traumtor von Michi Noppinger, erzielt aus 14 Metern mit Lattenunterstützung in den entlegenen Knick – 1:0 (26.).

„Veilchen“ antworten aggressiv

Die „Veilchen“ antworteten aggressiv und kamen zur ersten guten Gelegenheit: Daniel Steinhauer drosch die Kugel aus 20 Metern haarscharf links vorbei (31.). Erstmals ernsthaft eingreifen musste SCA-Keeper Alex Koch dann gleich drauf bei einem Kracher von KL1-Top-Torjäger Christoph Scheitzeneder von der Strafraumgrenze (33.). Und da die Gäste weiter ernsthaft gewillt waren, das 1:1 noch vor der Pause zu machen, befand sich Anger plötzlich in der Kontersituation. Eine Art Dreh-Seitfallzieher von Jakob Maier strich um Zentimeter vorbei (41.). Im Gegenzug fiel der Ausgleich: Ecke Scheitzeneder, Kopfballverlängerung Johannes Baptist Asanger am ersten Pfosten, Kopfballtor von Stefan Oberbauer zentral fünf Meter vor dem Kasten – 1:1 (43.).

Beste Chance gleich nach der Pause

Die Top-Chance in Durchgang zwei gehörte Andi Nitzinger bereits in Minute 50, es hätte das 2:1 für Anger sein müssen: Ganz allein steuerte er – von Verfolger Asanger nicht mehr eingeholt oder gar gestört – auf SVA-Goalie Maxi Hopf zu, setzte die Kugel jedoch völlig frei an den rechten Außenpfosten.

20 Minuten vor dem Ende musste Alex Koch mal wieder eingreifen, um einen starken Abschluss von Oberbauer zu entschärfen. Der Startschuss für eine wieder ansehnlichere Schlussphase, wie in Hälfte eins ging’s nun erneut rauf und runter: Eine Ecke von Andi Krämer nahm Andi Nitzinger per Fallrückzieher direkt, bekam in seine artistische Aktion jedoch zu wenig Druck (75.). Unmittelbar davor scheiterte Tom Berger aussichtsreich an zu vielen Verteidigern vor ihm. Brenzlig auf beiden Seiten wurde es schließlich in der Nachspielzeit: Der eingewechselte Manuel Kraus zwang SCA-Keeper Koch mit einem wuchtigen Schuss nochmal zu einer spektakulären Parade (90.+2). Gegenüber sahen die Fans am Rande die vielleicht spektakulärste Situation der Partie: Ein 45 Meter-Freistoß von Anger-Verteidiger Christian Mühlbauer – halb Flanke, halb Torschuss – hätte genau in den Winkel gepasst. Hopf machte sich lang und bugsierte das Leder mit den Fingerspitzen gerade noch über die Latte, wobei er sich noch leicht am Rücken verletzte (90.+5). Somit geht’s mit einem 1:1 in Aschau in die Entscheidung.

„Ein unglaublich intensives Spiel, aus Chancensicht hätten wir uns mehr verdient. Wir waren nicht effektiv genug, Fußball ist nicht immer gerecht. Auf meine Truppe und den Verein bin ich unglaublich stolz. Läuferisch, kämpferisch und letztlich auch spielerisch war es diesem Bonusspiel schon absolut würdig, was wir abgeliefert haben. Unsere Reise ist noch nicht zu Ende“, bilanzierte Brandl. Apropos Reise: Der Coach verabschiedet sich nun in einen schon im Januar geplanten Urlaub, als nicht unbedingt absehbar war, dass Anger diese Relegation erreicht. Er wird also nur aus der Ferne mit dabei sein.

− bit