TSV 1860 II von Null auf Kreisklasse
Sechziger profitieren von einer Neuregelung des BFV vor zwei Jahren

27.05.2024 | Stand 27.05.2024, 15:31 Uhr

Wolfgang Schellenberg, der erfahrene Cheftrainer des TSV 1860 Rosenheim (Landesliga Südost), hat ab der neuen Saison wieder einen Unterbau zur Verfügung: Die „Zweite“ des Vereins darf ihr Comeback nach zehn Jahren Pause sogar in der Kreisklasse geben. − Foto: Zucker

Der TSV 1860 Rosenheim darf mit seiner neuen U21-Mannschaft gleich in der Kreisklasse einsteigen. Die „Sechziger“ profitieren von einer Neuregelung, die der Bayerische Fußball-Verband (BFV) vor zwei Jahren auf dem Verbandstag beschlossen hat. Danach müssen neu gemeldete Vereine oder Mannschaften „auf begründeten Antrag“ nicht mehr zwangsläufig ganz unten in der C-Klasse anfangen.

1860 hatte seine zweite Mannschaft 2014, also vor genau zehn Jahren, nach dem Abstieg aus der Bezirksliga zurückgezogen. Nun suchte das neue Vorstandsteam nach einem Weg, den jungen Spielern, die den A-Junioren entwachsen sind, aber noch nicht regelmäßig in der Landesliga zum Zuge kommen, Spielpraxis zu geben. Dabei hoffen die Rosenheimer, dass auch die Kicker aus dem Deutschen Fußball-Internat (DFI) Bad Aibling, dessen Mannschaften der TSV zur neuen Saison übernimmt, bei der Stange bleiben. Die C-Klasse wäre für die 18- bis 20-Jährigen, die gerade bayerischer Hallenmeister geworden sind und noch in der A-Junioren-Landesliga spielen, nicht der richtige Platz gewesen, um sie auf höherklassige Aufgaben vorzubereiten.

Die Verantwortlichen hätten der U21 auch die Kreisliga zugetraut, der Verbands-Spielausschuss gab am Ende Grünes Licht für die Kreisklasse. „Wir freuen uns, dass der TSV 1860 Rosenheim wieder einen Unterbau für seine Landesliga-Mannschaft schafft“, sagt der Kreisvorsitzende des BFV, Michael Baumann. „Wir drücken die Daumen, dass das Konzept greift – dann kann sich die Mannschaft sportlich über kurz oder lang für die Kreisliga qualifizieren.“

Unterhaching II stieg in die Bayernliga auf

Die erste Mannschaft in Bayern, die im vergangenen Jahr eine Abkürzung auf dem Weg nach oben genommen hatte, war die zweite Mannschaft der SpVgg Unterhaching. Auch dort ging es darum, die der A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft entwachsenen Spieler zu fordern und zu fördern. Sie durfte – nach einem Jahr außer Konkurrenz – gleich in der Landesliga Südwest starten und steigt jetzt als souveräner Meister in die Bayernliga Süd auf. Dort war sie 2015 nach einem Chaos-Jahr als Tabellenletzter ausgestiegen. Zur Erinnerung: Einige Spiele hatten die Hachinger damals wegen einer Kooperation mit dem DFI in Bad Aibling ausgetragen.

Fürstenfeldbruck macht Neuanfang in der A-Klasse

In Oberbayern ist 1860 Rosenheim II nicht die einzige Mannschaft, die zur neuen Saison oberhalb der C-Klasse einsteigen darf. So macht der SC Fürstenfeldbruck, der sein Team nach dem Kreisliga-Abstieg 2023 abgemeldet hatte, einen Neuanfang in der A-Klasse.

− ah