Wer steigt auf? Wer steigt ab?
Saisonfinale im Kreis Inn/Salzach: Sieben Meister werden noch gesucht

13.05.2024 | Stand 14.05.2024, 10:56 Uhr

Der SV Unterneukirchen II ist Meister der B-Klasse 4 und steigt erstmals in der Vereinsgeschichte in die A-Klasse auf. Ausschlaggebend dafür war ein 3:1-Erfolg am vorletzten Spieltag gegen den TuS Engelsberg II. Christoph Kurz und zweimal Maxi Lippacher machten nach 0:1-Rückstand den Deckel drauf. Das Trainerteam um Chefcoach Sascha Herzog und die Abteilungsleitung haben aus jungen und erfahrenen Spielern einen großartigen Kader formiert und überzeugend eingestellt. Über spannende Landkreisderbys eine Etage höher freuen sich: Abteilungsleiter Richard Hillgartner (von links), Torwarttrainer Johannes Gründl, Robby Kettel, Trainer Sascha Herzog, Sportlicher Leiter Heinz Siegert, Johannes Reichenspurner, Andreas Hager, Michael Reichenspurner, Gergö Blesz, Betreuer Yannick Lohner, Tamas Blesz, David Junkmann, Stefan Rybinski, Thomas Latischew, Moritz Hirn, Alexander Schenfeld, Avdi Veliqui, Max Lippacher, Florian Schneiderbauer, Tobias Lehner, Max Hillgartner, Tobias Gramelsberger, Felix Hirn, Stephan Stocker, Timon Bartl, Christoph Kamhuber, Christoph Kurz, Gabriel Herzog, Marco Kainzmaier, Alex Steckler, Lukas Hillgartner und Christoph Nigl. − Foto: Verein

Direkter Vergleich, Tordifferenz, Dreier-Vergleich – die Kicker im Kreis Inn/Salzach reizen in dieser Saison fast alles aus, was die Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) hergibt, um Meister und Absteiger auszuspielen. Vor dem letzten Spieltag sind zwischen Kreisliga und A-Klasse noch sieben der 18 Meistertitel zu vergeben: in beiden Kreisligen, in den Kreisklassen 3 und 4 sowie den A-Klassen 1, 2 und 3.

Von 24 Mannschaften, die in die Relegation verwickelt sind, stehen auch erst fünf fest. Das Saisonfinale an Pfingsten könnte zum Fest für Hobby-Mathematiker werden. Heimatsport.de gibt einen Überblick über alle Entscheidungen von der Bezirksliga bis zur C-Klasse:

Bezirksliga Ost: Platz 2 machen im Fernduell der FC Moosinning (gegen Teisendorf) und der SV Dornach (gegen Saaldorf) unter sich aus. Bleiben beide punktgleich, hat Moosinning dank des besseren direkten Vergleichs (1:1, 3:1) die Nase vorn. Im Abstiegskampf hat der TSV Teisendorf nach dem 4:1 gegen den SVN München die besten Chancen, die Relegation zu umgehen – aber auch die schwerste Aufgabe vor sich. Ein Punkt muss in Moosinning her, um Peterskirchen (beim Absteiger Waldkraiburg) auf Distanz zu halten. Der direkte Vergleich spricht für Peterskirchen (1:0, 0:0). Die SG Reichertsheim/Ramsau/Gars (in Siegsdorf) kann den direkten Klassenerhalt nicht mehr schaffen und muss Waldperlach (gegen Dorfen) auf Distanz halten und auf dem unteren Relegationsplatz zu bleiben. Verliert die SGRR, reicht den Münchner Vorstädtern schon ein Punkt für die Abstiegsrunde.

Kreisliga 1: Der TSV Bad Endorf geht mit einem Zähler Vorsprung auf den SV Aschau/Inn in die letzte Runde. Nach zwei Jahren winkt die Rückkehr in die Bezirksliga. Die letzte Hürde ist der ASV Au, der verbissen um den Klassenerhalt kämpft. Die Aschauer „Veilchen“ empfangen derweil den SV Söchtenau-Krottenmühl. Der TuS Prien hat mit dem 0:3 vor 530 Zuschauern gegen Bad Endorf alle Aufstiegschancen verspielt. Am Tabellenende vergab Griesstätt mit dem 2:3 gegen Ostermünchen die letzte theoretische Chance auf den Klassenerhalt. Der Rest hängt vom Wiederholungsspiel in Brannenburg gegen den Sportbund am Mittwoch ab. Holen die Hausherren mindestens einen Punkt, kommt Au nicht mehr um die Relegation herum, weil Emmering und Brannenburg im direkten Vergleich besser sind. Kurios: Die Tordifferenz des TSV (plus 7) ist nur minimal schlechter als die von Spitzenreiter Bad Endorf (plus 8). Grünthal und Söchtenau sind vorzeitig gerettet. Noch ist es nur ein Rechenspiel: Wären Westerndorf, Emmering und Brannenburg am Ende punktgleich, müsste Emmering in die Relegation.

Kreisliga 2: Der TSV Bad Reichenhall ist der Verlierer der vorletzten Runde. Damit die Kurstädter nach dem 0:1 gegen Tüßling/Teising noch Meister werden, müsste Fridolfing am Pfingstsamstag gegen Reischach ebenso verlieren wie Anger (in Schönau) und die SG Tüßling/Teising gegen Absteiger SV Kay – und Reichenhall natürlich das Derby in Hammerau gewinnen. Der TSV Fridolfing könnte sogar mit einer Niederlage Meister werden, wenn Anger und Tüßling remis spielen: Kommen die ersten Vier punktgleich ins Ziel, was auch denkbar ist, wäre der Aufsteiger aus Fridolfing Erster und Anger Zweiter.

Im Kampf um den Klassenerhalt sind die Rechenspiele einfacher: Die SG Schönau kommt nicht mehr um die Relegation herum, weil sie den direkten Vergleich gegen Hammerau (3:1, 1:4) verloren hat. Hammerau wiederum reicht ein Punkt gegen Bad Reichenhall, um sicher drinzubleiben. Der direkte Vergleich spricht gegen die SG Inzell/Weißbach (0:3, 0:1). Für den SV Kay enden neun Jahre in der Kreisliga mit dem Abstieg.

Kreisklasse 1: ASV Kiefersfelden oder SV Nußdorf – wer geht in die Relegation um den Aufstieg? Das ist die einzige offene Frage vor dem Saisonfinale. Sie entscheidet sich im Fernduell: Kiefersfelden spielt in Vogtareuth, Nußdorf in Söllhuben. Der SV Pang hätte auch ohne das 1:1-Gegentor in der Nachspielzeit beim Meister TuS Bad Aibling absteigen müssen. Der SV Bad Feilnbach hält dank des besseren direkten Vergleichs gegenüber dem SV Vogtareuth (1:0, 1:1) die Klasse.

Kreisklasse 2: Spannend ist es nur noch am Tabellenende – wobei der direkte Absteiger mit dem FC Maitenbeth seit Sonntag feststeht. Nach dem 1:3 gegen Edling ist der DJK-SV nicht mehr einzuholen – er sicherte sich damit zugleich den direkten Vergleich und die Relegation. Für den zweiten Relegationsplatz kommen noch Ramerberg (26 Punkte, gegen Maitenbeth), Amerang (28, in Tattenhausen) und Wasserburg II (29, in Edling) in Frage – wobei die „kleinen“ Löwen gegen SVR und SVA im direkten Vergleich den Kürzeren ziehen würden.

Kreisklasse 3: Spielleiter Christian Schuster war vergeblich mit dem Meisterpokal nach Heiligkreuz gekommen: Statt mit der Trophäe fuhr der DJK-SV Pleiskirchen mit einem 0:1 nach Hause. Nun muss ein Sieg gegen den TuS Traunreut her, um doch Meister zu werden – es sei denn, der TSV Neuötting patzt in Kirchweidach. Der direkte Vergleich spricht für Pleiskirchen. Traunreut wäre mit einem Sieg in Pleiskirchen mindestens Zweiter. Damit man noch Meister wird, müsste Neuötting verlieren. Dann wären alle drei punktgleich – und aus den direkten Duellen hätte der TuS die beste Ausbeute. Unten ist es weniger kompliziert: Der SV Oberbergkirchen braucht gegen Absteiger TSV Tittmoning noch einen Punkt, um drinzubleiben, weil der FC Mühldorf zuletzt in der siebten Minute der Nachspielzeit 0:1 in Unterneukirchen kassierte.

Kreisklasse 4: Oberteisendorf (50 Punkte), Waging und Otting (je 49) marschieren im Gleichschritt ins Saisonfinale. Dabei hat der Spitzenreiter mit dem sieglosen Absteiger SV Unterwössen nur noch eine Pflichtaufgabe zu lösen. Platz 2 wird am Samstag im direkten Duell zwischen Waging und Otting entschieden – wobei den „Seerosen“ ein Unentschieden reichen würde. Dann gäbe nach dem 1:1 im Hinspiel die Tordifferenz den Ausschlag. Der SV Leobendorf hat sich mit dem 5:1 in Unterwössen gerettet, weil er beide Partien gegen Weildorf für sich entschieden hat. Die DJK (gegen Bergen) und Bischofswiesen (in Vachendorf) machen nur noch aus, wer welchen Relegationsplatz belegt.

A-Klasse 1: War das 1:0 in Höhenrain schon die Vorentscheidung für Aßling im Titelkampf? Die Hausaufgabe am Pfingstmontag gegen die FT Rosenheim scheint leicht zu sein – leichter jedenfalls als das direkte Duell der Verfolger: Hohenthann gegen Höhenrain. Den Hausherren reicht ein Punkt, um zum zweiten Mal in Folge in die Aufstiegs-Relegation zu gehen. Im Tabellenkeller ist der Verlierer der Partie zwischen Iliria Rosenheim und dem SV Westerndorf II abgestiegen. Der Sieger bleibt aber auch nur dann drin, wenn der ESV Rosenheim gegen Bruckmühl II keinen Punkt holt.

A-Klasse 2: Ein echtes Finale um die Meisterschaft – mit Vorteilen für den TSV Breitbrunn-Gstadt! Den Hausherren reicht ein Unentschieden gegen Verfolger Croatia Rosenheim zum Titel. Gewinnen die Gäste, sind sie dank des besseren direkten Vergleichs vorne. Auch unten gibt es eine Partie mit Endspiel-Charakter: Dem Verlierer des Duells zwischen Rimsting und Bernau droht der Abstieg – es sei denn, die SG Raubling II/Nicklheim verliert gegen Prutting. Rimsting könnte sich sogar eine Niederlage erlauben, wenn die SG maximal unentschieden spielt.

A-Klasse 3: Die Meisterschaft wird im Fernduell zwischen Oberndorf (58 Punkte) und Kraiburg (57) entschieden. Der Tabellenführer ist in Rott zum Siegen verdammt, damit Kraiburg nicht mit einem Dreier gegen Forsting vorbeizieht. Der TSV Haag hat sich mit dem 2:1 gegen Aßling II gerettet und die Gäste in die B-Klasse zurückgeschickt.

A-Klasse 4: Mit einem 7:0 in Perach machte der SVG Burgkirchen sein Meisterstück. Im Vorjahr war der ehemalige Landesligist nur knapp dem Abstieg entronnen. Für Platz 2 braucht die SG Marktl/Stammham – auch sie spielte schon in der Landesliga – noch einen Punkt gegen Polling. Der TuS Mettenheim hat den Absturz von der Kreisklasse in die B-Klasse vermieden – dank eines umkämpften 4:3 in Polling und des besseren direkten Vergleichs gegenüber der „Zweiten“ des FC Mühldorf, die damit trotz des 2:2 in Zangberg absteigen muss.

A-Klasse 5: Die DJK Kammer müsste das Nachholspiel gegen Tengling und das Saisonfinale gegen Kienberg gewinnen, um Traunwalchen auf Platz 2 noch abzulösen. Die Traunwalchener haben die Relegation (gegen Oberbergkirchen oder Mühldorf) mit einem Sieg am Pfingstmontag in Altenmarkt aber selbst in der Hand. Der TuS Kienberg verabschiedete sich mit einem 0:6 gegen Altenmarkt/Stein sang- und klanglos aus der Liga.

A-Klasse 6: Valentin Aschauers 2:2 in der fünften Minute der Nachspielzeit reichte dem TSV Petting in Chieming zum Titel und zum ersehnten Aufstieg nach elf Jahren! Verfolger SG Chieming/Grabenstätt ist am Pfingsten spielfrei und muss nun sogar um Platz 2 bangen. Schon ein Punkt gegen Saaldorf II reicht dem TSV Siegsdorf II, um die SG zu verdrängen. Der direkte Vergleich (1:2, 1:0) bringt keine Entscheidung, doch die Tordifferenz der Bezirksliga-Reserve ist um acht Treffer besser. Gegner in der Relegation wäre der SV Schwindegg.

B-Klassen: Das vorletzte Wochenende der Saison brachte zwei weitere Meister. Unterneukirchen II (Gruppe 4) hat es ebenso geschafft wie der SV Taching (Gruppe 5), der wegen des besseren direkten Vergleichs von der DJK Nußdorf nicht mehr einzuholen ist. Drei von zwölf Aufstiegsplätzen sind noch offen: In der Gruppe 3 hat nun Babensham II die besseren Karten gegenüber Grünthal II, in der Gruppe 4 kann zwischen Oberbergkirchen II und Reischach II die Tordifferenz entscheiden. In der B-Klasse 6 ist der TSV Teisendorf II aufgestiegen. Um auch Meister zu werden, braucht er einen Punkt bei Fridolfing II. Die Hausherren müssen ihrerseits gewinnen, um die Chance auf den Aufstieg zu wahren. Dem FC Reit im Winkl reicht aber gegen Surheim II ein Zähler , um alles klar zu machen.

C-Klassen: Vor 13 Monaten musste Genclerbirligi Wasserburg die Mannschaft abmelden – jetzt feierten 250 Fans die Meisterschaft in der Gruppe 3 mit einem 2:1 gegen Verfolger Kraiburg II. Der braucht noch einen Punkt gegen Maitenbeth II zum Aufstieg. Der TSV Petting feierte am Wochenende das Aufstiegs-Double. Um auch den Meisterpokal für die C-Klasse 6 abzuholen, fehlt aber noch ein Punkt gegen Verfolger Bischofswiesen II. Scheffau-Schellenberg lauert derweil auf einen Ausrutscher. Die DJK Traunstein spielt in der nächsten Saison mit zwei Mannschaften in der B-Klasse – die erste ist ab-, die zweite aufgestiegen. Den Aufstieg perfekt machten am Wochenende auch die FT Rosenheim II (mit einem 5:2 im Spitzenspiel gegen Großkarolinenfeld II) und der TSV Marquartstein (mit einem 2:1 im Verfolgerduell gegen Tattenhausen II).

− ah