Vor elf Jahren noch in der Bezirksliga
„Mannschaft fand keinen nennenswerten Abschluss“: FC Bischofswiesen steigt nach 0:2 in die A-Klasse ab

27.05.2024 | Stand 27.05.2024, 8:00 Uhr

Bitterer Abschied für Bischofswiesens Stefan Schnitzlbaumer: In seiner letzten Saison steigt er mit seinen Mannschaftskollegen vom Riedherrn in die A-Klasse ab. − Foto: Zucker

Nach dem Abstieg der SG Schönau in die Fußball-Kreisklasse hat es nun auch den FC Bischofswiesen erwischt: Die Mannen vom Riedherrn zogen nach einem schwachen Auftritt im Relegationsmatch im Priener Sportpark gegen den besseren und entschlossener wirkenden TV Feldkirchen mit 0:2 den Kürzeren und müssen somit den bitteren Gang in die A-Klasse antreten. Der neue Trainer Moritz Bauregger (bisher TSV Teisendorf) steht dann vor der Aufgabe, die Schützlinge wieder aufzurichten und zu neuer Blüte zu führen.

Nach dem 4:1 in Vachendorf wollte der scheidende FCB-Übungsleiter Andreas Hochreiter den Schwung mitnehmen. Daraus wurde jedoch nichts, da das verunsichert wirkende Team gegen die kompakt agierende TVF-Elf über 90 Minuten keine Mittel hatte. „Unsere Mannschaft fand keinen einzigen nennenswerten Abschluss. Da hätte nur ein Glücksschuss geholfen, zu dem es jedoch auch nicht gekommen ist“, erklärte FCB-Vorsitzender Andreas Maltan, der sich von der Leistung ebenso enttäuscht zeigte wie die 150 an den Chiemsee mitgereisten Fans.

454 Zuschauer sahen eine Partie, der Feldkirchen von Beginn an seinen Stempel aufdrückte. Während die Bischofswieser die große Torgefahr vermissen ließen, hätte die Truppe von Peter Ilchmann auch noch den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können. Dabei hatte sich der FCB so viel vorgenommen. Auf der Auswechselbank saßen elf Akteure für alle Eventualitäten. Doch die Hochreiter-Crew kassierte früh die kalte Dusche, als Maximilian Schnitzlbaumer seine Farben nach dem ersten gekonnt vorgetragenen Angriff in Führung schoss (5.). Der Torschütze legte sich die Kugel quasi im Mittelfeld schon selbst auf, ehe er die Hereingabe von Dawid Kotarak im Sechzehner veredelte.Von diesem Schock erholte sich der FCB nicht mehr. Vielmehr verpasste Maxi Schnitzlbaumer dann auch den zweiten Treffer, als er an Bischofswiesens Keeper und Namensvetter Stefan Schnitzlbaumer scheiterte. Der FCB hatte nur einen gefährlichen Kopfball von Jakob Schmidt zu bieten, ließ jedoch sonst alles vermissen, was zum Erfolg nötig ist: Struktur im Aufbau, Ideen und Spielwitz, erfolgreiches Zweikampfverhalten, Passgenauigkeit, Drang aufs gegnerische Tor sowie den unbedingten Siegeswillen. Das einzig gezeigte Prädikat war Einsatzwille, doch der reichte nicht.

Auch im zweiten Durchgang mühte sich Bischofswiesen vergeblich – im Spiel nach vorne war der Relegant der Kreisklasse 4 einfach zu harmlos. Auf der anderen Seite hatte der eingewechselte Tobias Raab bereits das 2:0 für die Feldkirchner auf dem Schlappen, ehe er kurz vor Schluss per Heber für die Entscheidung sorgte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Ilchmann-Truppe bereits einen Mann mehr auf dem Feld, weil Bischofswiesens Tobias Kosch die Ampelkarte gesehen hatte.

Für den langjährigen FCB-Schlussmann Stefan Schnitzlbaumer war’s ein ebenso trauriger Abschied wie für Coach Hochreiter, die sich ein schöneres Ende ihrer langen Laufbahn vorgestellt hätten. Statt eines Lokalderbys gegen die Schönauer „Erste“ heißen die Rivalen in der kommenden Spielzeit unter anderem SG Schönau II und SG Ramsau/Berchtesgaden. Während bei den Unterlegenen Resignation herrschte, bejubelte Feldkirchen einen verdienten Sieg, der die Mannschaft auch weiterhin in der Kreisklasse belässt. Für Bischofswiesen geht’s hingegen eine Liga tiefer. Vor elf Jahren fungierten die Riedherrn-Kicker noch drei Klassen höher in der Bezirksliga.

− pcw/tn