Wenn’s am schönsten ist...
„Bleibe ein treuer Fan“: Fridolfings Erfolgscoach Dominik Otter im Abschiedsinterview

20.06.2024 | Stand 20.06.2024, 9:00 Uhr |

Nach dem 3:0-Sieg am letzten Spieltag gegen den TSV Reischach und dem damit verbundenen Titelgewinn in der Kreisliga 2 sowie Aufstieg gab’s beim TSV Fridolfing kein Halten mehr. Mittendrin das Erfolgs-Trainerduo Tobias Schild (Dritter von links) und Dominik Otter (Zweiter von links), für den es das letzte Spiel an der Seitenlinie des TSV war. − Foto: mb.presse

Dreimal am Stück aufsteigen – davon können viele Coaches nur träumen. Einer, der das mit gerade mal 33 Jahren in seiner Vita stehen hat, ist Dominik Otter. 2021 übernahm er gemeinsam mit Spielertrainer Tobias Schild (29) hauptverantwortlich die Geschicke beim TSV Fridolfing, der zuvor in die A-Klasse abgerutscht war. In der kommenden Saison – also nur drei Jahre später – wird der Klub aus dem Landkreis Traunstein in der Bezirksliga spielen. Dann jedoch steht mit Sepp Aschauer ein anderer an der Seitenlinie. Denn Otter, der in Fridolfing aufgewachsen ist, dort mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern lebt und bei der Firma Rosenberger arbeitet, gab Anfang März bekannt, sein Amt nach der Saison freiwillig abzugeben.

Nach dem 3:0-Sieg im Saisonfinale gegen den TSV Reischach und dem Meistertitel sagte er „Servus“ – quasi wenn’s am schönsten ist. Zum Abschied sprach Heimatsport.de mit dem C-Lizenz-Inhaber über seine erfolgreiche Zeit als Trainer, den Rücktritts-Grund und die Zukunft.

Herr Otter, dreimal in Folge aufzusteigen, ist ja schon selten. Und dann auch noch als so junger Trainer – irre. Wie hat das geklappt?
Dominik Otter: Ich kenne ja auch die Zeiten davor, als es nicht immer glatt gelaufen ist. Daher ist es umso schöner, dass wir zusammen die Wende geschafft haben. Dass es so läuft, hätte natürlich keiner geglaubt. Geklappt hat es sowieso nur, weil wir als Mannschaft immer funktioniert haben. Wir haben wenig auf andere geschaut und das Ganze immer auf einer freundschaftlichen Basis durchgezogen.

Sie haben selbst viele Jahre beim TSV Fridolfing gespielt. Wann genau begann Ihre Trainerkarriere?
Otter: Meine erste Trainerstation war bei der „Zweiten“. Hier wurde, ich glaube es war 2014, dringend ein Trainer gesucht. Und nachdem ich zu diesem Zeitpunkt verletzt war, bin ich für ein Jahr eingesprungen. Ich wollte es dann nochmal auf dem Rasen versuchen, habe mich dann leider wieder verletzt. Damals trainierte Berni (Zeif, d. Red.) die erste Mannschaft. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, ihn als Co-Trainer zu unterstützen. Berni hatte von Anfang an immer viel Vertrauen zu mir, so ging’s eigentlich los.

2021 wurden Sie vom „Co“ zum Cheftrainer befördert. Wie kam’s dazu?
Otter: Nach dem Corona-Abstieg haben wir – Abteilungsleitung, Trainer etc. – uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir in die Erfolgsspur zurückkommen können. Damals wurden einige Änderungen beschlossen beziehungsweise ein richtiges Konzept aufgestellt. Andi Stadler (Abteilungsleiter, d. Red.) war da richtig dahinter. Unter anderem wurde auch die Position des Sportlichen Leiters geschaffen, die Berni übernommen hat. Zu dem Zeitpunkt war auch schon klar, dass Tobi (Schild, d. Red.) kommt – und so kam’s dazu, dass er und ich die „Erste“ übernommen haben.

Ihnen ist das scheinbar Unmögliche gelungen. Zuletzt auch dank einer überzeugenden Saison in der Kreisliga, in der Sie als Aufsteiger quasi keine Schwächephasen zeigten. Für Außenstehende kam die Meldung über Ihren Rücktritt überraschend. Wann und wieso fiel der Entschluss dazu?
Otter: Ich habe bereits im Winter mit Berni darüber gesprochen. Es hat immer Spaß gemacht, aber man muss einfach sehr viel Zeit investieren, dadurch kommt anderes zu kurz. Unter anderem die Familie – und das wollte ich ändern.

Sind Sie jetzt komplett raus beim TSV und „nur“ noch treuer Fan, oder haben Sie noch irgendeine Funktion?
Otter: Treuer Fan bin ich auf jeden Fall, eine Funktion habe ich aktuell nicht. Aber es gibt ja immer etwas zu tun. Wenn also Hilfe benötigt wird, unterstütze ich den Verein gerne.

Wie geht’s jetzt weiter für Sie, wird Ihnen der Fußball fehlen? Und können Sie sich vorstellen, irgendwann mal wieder als Trainer zu arbeiten?
Otter: Ich genieße es jetzt erstmal, mehr Freizeit zu haben, aber ich bin mir sicher, dass mir das alles auch fehlen wird. Ich habe es gerne gemacht, daher würde ich es auch nicht ausschließen, es irgendwann mal wieder zu machen.

Ihr Nachfolger Sepp Aschauer hat nun in der Bezirksliga keine einfache Aufgabe vor sich. Wie gut kennen Sie ihn? Passt er zur Mannschaft?
Otter: Den Namen kennt man ja, wenn man den Fußball in der Region in den letzten Jahren verfolgt hat. Persönlich kennengelernt haben wir uns nur kurz nach einem unserer Heimspiele. Ich glaube, er passt sehr gut zur Mannschaft, hat viel Erfahrung und kann vor allem den jungen Spielern noch einiges mitgeben. Zusammen mit Tobi wird das super funktionieren.