Das Vertrauen zurückgezahlt
FC Illdorf und Spielertrainer Alexander Gerbl feiern den Verbleib in der Kreisklasse

09.06.2024 | Stand 09.06.2024, 16:29 Uhr |

Das 2:1 gegen Langerringen war erst der zweite Pflichtspielsieg für den FC Illdorf in diesem Kalenderjahr. Aber er brachte den Klassenerhalt. Entsprechend ausgelassen und emotional fiel der Jubel in der Kabine aus. Foto: FC Illdorf

Der FC Illdorf bleibt auch im zweiten Jahr in Folge ein Kreisklassist. Das ist das Ergebnis der Relegationspartie vom vergangenen Freitagabend, in der der FCI einen 0:1-Rückstand gegen die SpVgg Langerringen II noch in einen 2:1-Sieg drehte. Nach dem Party-Wochenende blickt Spielertrainer Alexander Gerbl noch einmal sehr emotional auf die vergangene Saison zurück.

„Die Sau rausgelassen“

Die Frage ist ein bisschen fies und demnach auch nicht so einfach zu beantworten: Was denn die ausschweifendere Party gewesen sei? Die Meisterfeier vor einem Jahr? Oder doch die nach dem Klassenerhalt am vergangenen Wochenende? „Das kann man nicht eindeutig sagen“, antwortet Alexander Gerbl mit einem Schmunzeln. Man habe in beiden Fällen ordentlich „die Sau rausgelassen“. Der Unterschied sei vielleicht der: Vor einem Jahr stand die große Feier als Höhepunkt am Ende einer ohnehin mit vielen Erfolgen geschmückten Saison. Diesmal war das Gefühl, das sich am stärksten Bahn brach, riesige Erleichterung.

Der SC Freiburg der Kreisklasse

Denn der Spielertrainer blickt, stellvertretend für viele beim FCI, auf eine besonders emotionale Saison zurück. Zum einen, was seine Mannschaft betrifft, in der es immer wieder schwerere Verletzungen gegeben hatte: „Kreuzbandrisse, Leistenbruch und so weiter“, zählt Gerbl auf. „Da war viel dabei, an dem die Jungs auch psychisch zu nagen hatten.“ Aber auch den Spielertrainer selbst habe es, wie er sagt, berührt, was vor allem in der vergangenen Rückrunde beim FC Illdorf abgelaufen sei.
Der Erfolg im Relegationsspiel gegen den Zweiten der A-Klasse Augsburg Süd war in diesem Kalenderjahr erst der zweite Illdorfer Pflichtspielsieg. Demgegenüber gab es neun Niederlagen und nur ein Unentschieden. „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Trainer bei dieser Bilanz trotzdem die volle Rückendeckung bekommt, dass es nie ein böses Wort gibt, sondern weiter alle an einem Strang ziehen“, betont der 34-Jährige. Man habe, auch wenn es nicht lief, stets das Vertrauen gespürt. „Wenn man es mit dem Profifußball vergleichen möchte, kam es mir ein bisschen vor wie beim SC Freiburg“, sagt Gerbl. Er wolle sich dafür ausdrücklich bei Verein und Mannschaft bedanken. In gewisser Weise tat der Verteidiger das ja bereits auf dem Platz in Friedberg, als er mit einer spektakulären Grätsche einen halben Meter vor der eigenen Torlinie klärte (50.). Wäre der Ball zum 0:2 in den Illdorfer Kasten getrudelt, „wäre es das wohl gewesen“, ahnt der Spielertrainer. Sein Team lag durch den frühen Treffer von Fabian Köbler (6.) zu diesem Zeitpunkt bereits in Rückstand.

Grätsche als Weckruf

Stattdessen wirkte Gerbls Aktion aber noch einmal wie ein Weckruf. Manuel Tunat trat in der 67. Minute dann zum Elfmeter an (Gerbl: „Riesenrespekt dafür!“), scheiterte eigentlich an SpVgg Daniel Braun, doch der Ball drehte sich mit Effet über die Linie. „Da habe ich gemerkt, dass uns auch der Fußballgott ein bisschen unter die Arme gegriffen hat“, grinst der FCI-Trainer. Und so nutzte sein Team den Schwung und kam nur wenige Minuten später zum umjubelten Siegtreffer, als Michael Richter trocken abzog (73.).

„Wir haben uns vor dieser Saison in die Augen geschaut und gesagt, dass es schwierig werden könnte“, erzählt Gerbl. Doch dann sei man den Weg, mit Spielern aus dem eigenen Verein, konsequent weitergegangen – bis zum Happy End inklusive ausgelassener Party am Wochenende.

DK