3:1-Sieg in Passau

DSC tilgt vor über 1000 Fans die Derby-Schmach – Hawks-Coach Bares sauer

06.12.2022 | Stand 07.12.2022, 13:38 Uhr

Revanche gelungen: Dieses Mal durften die Deggendorfer jubeln. Auch Neuzugang Antonin Dusek (2 v.l.) gelang ein Treffer.

Von Alexander Augustin

Sie wollten ein anderes Gesicht zeigen, sie haben ein anderes Gesicht gezeigt. Eineinhalb Wochen nach der emotionalen Derby-Auswärtspleite hat der Deggendorfer SC am Dienstagabend an gleicher Stelle Revanche genommen und die Passau Black Hawks in deren eigener EisArena mit 3:1 (1:0, 0:1, 2:0) geschlagen.

„Es reicht einfach nicht, wenn wir nur 50 Minuten Eishockey spielen. Dazu haben sich einige Spieler nicht konsequent an den Matchplan gehalten. Da können einige Spieler nicht einfach machen, was sie wollen“, übte hinterher Black- Hawks-Coach Petr Bares Kritik an seiner Mannschaft, für die mit höherer Disziplin mehr drin gewesen wäre in diesem Duell.

Vom Bully weg zeigen aber zunächst die Deggendorfer vor 1018 Zuschauern, dass sie die Derby-Niederlage (1:4) von vor neun Tagen nicht auf sich sitzen lassen wollen. Mit viel Druck schnüren sie die Black Hawks im eigenen Drittel ein. Die dickste Chance resultiert allerdings aus einem Puckgewinn in der neutralen Zone. Marcel Pfänder und Neuzugang Antonin Dusek können alleine auf EHF-Goalie Raphael Fössinger zulaufen, scheitern aber an ihm. (4.)

Fössinger ist es auch, der in der Folge mehrere DSC-Chancen stark entschärft. So überstehen die Hausherren die Anfangsphase und reißen mehr und mehr das Spiel an sich. Mit dem mutigen Forechecking, das die Black Hawks schon am Sonntag vor einer Woche zum Erfolg geführt hat, stellen die Passauer ihre Gäste vor Probleme, kommen aber nicht zum Erfolg - anders als Deggendorf.


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Nach einem Bully rechts vor dem Black-Hawks-Tor gelangt der Puck über Thomas Greilinger und Curtis Leinweber ins Zentrum zu Ondrej Pozivil. Der fackelt nicht lange und versenkt die Scheibe im rechten oberen Eck (13.).

Doch wie schon beim ersten Aufeinandertreffen in der EisArena ist der Rückstand kein Tiefschlag für die Passauer. Es entwickelt sich ein offenes Spiel, das im zweiten Drittel hin und her wogt. Die Mätzchen auf dem Eis nehmen zu, doch dieses Mal lassen sich die Gäste nicht provozieren. Der DSC ist die aktivere Mannschaft, kommt aber kaum gefährlich vors Tor - auch nicht in insgesamt fünf Überzahlsituationen im zweiten Abschnitt, die allesamt teils kläglich ereignislos bleiben. Besser machen es die Black Hawks.

Ein paar Sekunden Passauer Überzahl Mitte des zweiten Drittels führen prompt zum Ausgleich: Die EHF legen sich die Gäste-Defensive zurecht und Jakub Cizek trifft aus ganz spitzem Winkel ins kurze Eck zum 1:1 (31.). Dieses Mal jubelt er dezenter. Beim 4:1-Sieg der Passauer hatte er die DSC-Fans provoziert und war nachher per Videobotschaft zu Kreuze gekrochen.

Auch am ersten Advent hatte Passau ein 0:1 gedreht - Wiederholung am Nikolausabend? Nein! Weil der DSC sich dieses Mal nicht aus dem Konzept bringen lässt und doppelt zurückschlägt. Nach einem Angriff über Dusek und Alex Grossrubatscher ist im Slot Julian Elsberger frei. Seinen ersten Versuch kann Fössinger noch parieren, doch der Nachschuss sitzt (46.).

Nur zwei Minuten später liegt der Puck erneut im Tor: Grossrubatscher zieht aus der Distanz ab, Debütant Dusek hält den Stock rein und fälscht die Scheibe unhaltbar für Fössinger ab (48.).

Passau bäumt sich noch einmal auf, wird dem DSC aber nicht mehr wirklich gefährlich. Die Gäste verpassen ihrerseits mehrmals die Entscheidung, dürfen am Ende aber mit ihren erneut zahlreich mitgereisten Fans jubeln - ganz anders als noch vor eineinhalb Wochen. Nach drei Siegen in Folge ist die Derby-Tristesse verflogen.