Zusammenhalt und Zuzahlung
Der Dingolfinger EC: So behauptet sich das gallische Dorf im Frauen-Eishockey

21.09.2022 | Stand 22.09.2022, 11:09 Uhr |

Sie stehen zusammen: Die Eishockey-Frauen des Dingolfinger EC. Bevor am 22. Oktober die Punktehatz in der bayerischen Landesliga beginnen kann, ist Selbstorganisation gefragt. −Foto: ECD

Von Luka A. Robic

Seit Anfang September stehen sie wieder auf dem Eis: In der Dingolfinger Marco-Sturm-Eishalle bereitet sich Niederbayerns einziges Frauen-Eishockeyteam auf die Saison vor.



Der Dingolfinger EC kämpft in der Landesliga Bayern um Punkte, und das seit Jahren ziemlich erfolgreich: Vergangene Saison eroberten die jungen Frauen um Goalie Stefanie Bruntsch, Tochter von Vorstand Kurt Bruntsch, die bayerische Vizemeisterschaft, in der süddeutschen Meisterschaft belegten die DEC-Ladies den dritten Platz. „Wir sind als gallisches Fraueneishockey-Dorf in der Süddeutschen Liga bekannt“, stellt Vorstand Bruntsch mit einem Lächeln fest.

Bis zum Saisonstart am 22. Oktober beim VfR München-Angerlohe soll die Form wettkampfreif sein. In der dreigeteilten Landesliga Bayern spielen die Dingolfingerinnen in der Gruppe A zusammen mit den Geretsrieder River Rats, den Königsbrunner Pinguinen, dem EC Bad Tölz und eben den Angerloherinnen aus München. In Dingolfing setzen sie auf den Teamzusammenhalt, wie Stefanie Bruntsch feststellt: „Durch das Eishockeyspielen sind viele private Freundschaften entstanden unter den Mädels“, sagt die Torhüterin. Und das, obwohl viele der Spielerinnen nicht einmal aus Dingolfing kommen, sondern überall aus Niederbayern.

Probleme kommen vor allem dann zum Vorschein, wenn es um das Thema Geld geht. Der Verein sucht händeringend nach Sponsoren, zum größten Teil fangen die Spielerinnen bislang selbst die Kosten auf, indem sie freiwillig hohe Mitgliedsbeiträge zahlen. Kostenintensiv sind vor allem die Auswärtsreisen. Für die Spielerinnen, seien sie berufstätig oder in der Ausbildung, ist eine vierstündige Fahrt nach Mannheim eine große Belastung. Das nächstgelegene Auswärtsspiel bestreiten die Dingolfingerinnen in München. „Derby“ sagen sie in Dingolfing scherzhaft dazu – obwohl der Spielort 100 Kilometer entfernt ist.


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