7:2-Derbysieg in der Eishockey-Bezirksliga

Da staunt auch Tigers-Profi Marcel Brandt: Regener Red Dragons stürmen in Richtung Playoffs

23.01.2023 | Stand 24.01.2023, 13:45 Uhr

Knapp 300 Zuschauer kamen in die Franz-Zwiebel-Eishalle. Mittendrin: Tigers-Profi Marcel Brandt (Mitte), der den ERC coacht.

Viel besser hätte das Wochenende für die Regener Red Dragons nicht laufen können. In einem furiosen Niederbayern-Derby der Bezirksliga Gruppe Nord kämpften die Drachen am Samstag den Konkurrenten EHC Straubing mit 7:2 (1:1, 3:1, 3:0) nieder.

Und nicht einmal 24 Stunden später folgte der nächste von Erfolg gekrönte Kraftakt: Beim Tabellenvorletzten ERSC Amberg taten sich die Regener ungewohnt schwer, durften aber am Ende dennoch einen 8:4-Erfolg bejubeln. Und damit ist klar: Sofern kein Eishockey-Wunder mehr geschieht, ist den Drachen die Teilnahme an den Playoffs nicht mehr zu nehmen.

Die Kulisse, die am Samstag im Eisstadion herrschte, wurde dem Geschehen auf dem Eis gerecht. Knapp 300 Zuschauer waren gekommen, sahen tolle Spielzüge, Rangeleien – und neun Tore. Die Entscheidung fiel erst im letzten Drittel, als die Straubinger dem hohen Tempo der Hausherren Tribut zollen mussten.

Dass die Revanche nach der 6:8-Niederlage im Hinspiel geglückt ist, darüber freut sich insbesondere ERC-Vorsitzender Tobias Himmelstoß. „Es war ein hochklassiges Spiel. Das wurde uns auch von einigen Oberligaspielern bescheinigt, die im Stadion als Zuschauer waren.“ Am Ende also wieder ein verdienter Sieg, der zwölfte im 13. Spiel, der laut Himmelstoß allerdings „um zwei, drei Tore zu hoch ausgefallen ist“.

Frühen Rückstand schnell egalisiert



Straubing gab gleich von Anfang an Gas und setzte die Dragons enorm unter Druck. Die Taktik ging auf: Schon nach zwei Minuten erzielte Jake-Michael Riley die Gästeführung. Das Spiel wurde nun deutlich schneller. Es entwickelte sich ein ständiges Hin und Her mit wenigen Strafen und Unterbrechungen – aber zahlreichen Chancen. Kurz vor Drittelende setzten sich die Dragons im Straubinger Drittel fest. Eigengewächs Julian Kufner nutzte diese Gelegenheit, zog von der blauen Linie ab – und traf zu dem so wichtigen Ausgleich vor der Drittelpause (19.).

Im zweiten Abschnitt wurden die Straubinger unter anderem vom jetzt erst im Stadion eingetroffenen DEL-Profi Marcel Brandt gecoacht. Auf dem Eis ging’s genauso schnell weiter wie zuvor. Allmählich bekamen aber die Drachen aber Oberwasser und münzten die Überlegenheit in Tore um: In der 28. Minute war Filip Michel zur Stelle und besorgte die erstmalige ERC-Führung. Und kurz danach sorgte David Bilek mit einem Doppelpack für einen beruhigenden Drei-Tore-Vorsprung (31./34.). Kurz keimte die Spannung nochmal auf, als EHC-Spieler Toni Früchtl zum 2:4 verkürzte.

Im Schlussdrittel sorgten die Regener für klare Verhältnisse. Bilek, Filip und David Michel schossen den standesgemäßen 7:2-Erfolg heraus. Straubing gab sich jedoch zu keinem Zeitpunkt geschlagen. Wie intensiv die Partie von beiden Seiten geführt wurde, verdeutlichte ein Faustkampf zwischen David Michel und Robin Deuschl. Letztlich mussten der Schiedsrichter und die Mitspieler einschreiten, um den Streit zu schlichten.

Trainer Weinzierl wendet Blamage in Amberg ab

Weil es sich bei dem Aufeinandertreffen mit Straubing um eine Nachholpartie handelte, stand am Sonntag die Auswärtsaufgabe beim Tabellenvorletzten Amberg an. „Man merkte den Spielern an, dass sie schwere Beine haben“, berichtet Himmelstoß. Dabei waren die Amberger mit nur zehn Feldspielern angetreten – verlangten dem haushohen Favoriten dennoch alles ab. Nach 30 Minuten führten die Oberpfälzer sogar mit 3:1.

„Zum Glück hat unser Trainer Philipp Weinzierl die richtigen Worte gefunden. Ihm ist es zu verdanken, dass wir uns am Ende nicht blamiert haben“, sagt Himmelstoß. Vor 60 Zuschauern, darunter 20 mitgereisten ERC-Fans, schossen David Michel (4), Filip Michel, Florian Mayer, Jaroslav Koma und Alexander Braun einen 8:4-Sieg heraus. „Ein richtig schwerer Arbeitssieg. Und wenn man ehrlich ist, hätte man sich über eine Niederlage nicht beschweren dürfen.“

Weiter geht’s für die Regener Dragons am Freitag. Dann steht ab 19.30 Uhr die Partie beim Tabellenfünften ESV Würzburg an.