Eishockey-WM
Nächster Kantersieg: Deutsches Eishockey-Team nimmt Viertelfinale ins Visier

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 22:54 Uhr

Die Spieler Deutschlands freuen sich über ein Tor. − Foto: Ožana Jaroslav/CTK/dpa

Nach der wilden Achterbahnfahrt der ersten Woche haben die deutschen Vizeweltmeister bei der Eishockey-WM in Tschechien den Weg ins Viertelfinale eingeschlagen.



Das Team von Bundestrainer Harold Kreis fertigte nach zwei deutlichen Pleiten und einem Kantersieg auch Kasachstan mit 8:2 (2:1, 3:0, 3:1) ab, zum Weiterkommen reicht voraussichtlich ein weiterer Erfolg aus den verbleibenden beiden Vorrundenspielen.

„Es war ein Spiel, bei dem alles ins Tor gefunden hat“, sagte NHL-Torjäger John-Jason Peterka am ProSieben-Mikrofon. „Die ganze Mannschaft hat heute gezeigt, dass wir ein gutes Team sind und Charakter haben“, meinte der Ingolstädter Wojciech Stachowiak, der mit vier Assists glänzte, bei MagentaSport - bevor er den Blick auf den nächsten Gegner Polen am Samstag (16.20 Uhr/MagentaSport und ProSieben) richtete: „Ich bin sehr überzeugt, dass es wieder klappen wird wie heute.“

Spiele gegen Polen und Frankreich



NHL-Debütant Maksymilian Szuber (2.), der Straubinger Parker Tuomie (3.), Peterka (22.), Geburtstagskind Lukas Reichel (29./51.), der Bremerhavener Lukas Kälble (36.), Berlins Frederik Tiffels (55.) und der Münchner Maximilian Kastner (59.) erzielten vor 8479 Zuschauern in Ostrava die Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Roman Startschenko (8.) und Artjom Koroljow (52.) trafen für den Weltranglisten-15., der bislang nur gegen Frankreich gewann. Nach dem Spiel gegen Aufsteiger Polen trifft Deutschland noch am Dienstag (12.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport) auf Frankreich.

„Wir haben unsere Identität gefunden“, hatte Kreis vor dem Spiel bei ProSieben gesagt, sein Auftrag ans Team: „Geht einfach raus und spielt Hockey!“ Nach dem ersten freien Tag als Belohnung für das 8:1 gegen Lettland stellte der Coach „viel mehr Energie in der Mannschaft“ fest, „die bringen wir jetzt aufs Eis“.

Erstes Tor nach kürzester Zeit



Nach 62 Sekunden führte diese Energie bereits zum ersten Tor: Szuber traf im Nachschuss. Nur 82 Sekunden später dröhnte schon wieder „Völlig losgelöst“ aus den Lautsprechern - Tuomie erhöhte auf 2:0. Doch als Jonas Müller auf der Strafbank saß, verkürzten die Kasachen: Startschenko überlistete Torhüter Philipp Grubauer.

Der Außenseiter fand danach besser ins Spiel, die deutsche Mannschaft, die mit einem 6:4 gegen die Slowakei und zwei 1:6-Klatschen gegen die Favoriten USA und Schweden ins Turnier gestartet war, ließ mehr Gegenangriffe zu. „Wir haben da angeschlossen, wo wir aufgehört hatten“, sagte Kastner nach dem ersten Drittel bei MagentaSport, „dann haben wir ein bisschen nachgelassen.“

Peterka stellte den alten Abstand wieder her



Mit einer sehenswerten Einzelaktion nur 71 Sekunden nach Wiederbeginn stellte Peterka den alten Abstand wieder her. Beim direkten Gegenangriff hatte Grubauer Glück bei einem Lattenschuss. Auf der anderen Seite wechselte Trainer Galym Mambetaljew bereits nach 22 Minuten den Torhüter aus.

In den nächsten Minuten verbrachte die DEB-Auswahl zwar mehr Zeit im eigenen Drittel, als ihr lieb war - doch vorne blieb sie effektiv: NHL-Stürmer Reichel feierte seinen 22. Geburtstag mit seinem ersten Turniertor - gefolgt von einem fulminanten Schlagschuss von Kai Wissmann, dessen Treffer wegen Abseits nach Videobeweis aber zurückgenommen wurde. Das 5:1 durch Kälble folgte aber nur wenig später. Im Schlussdrittel krönte Reichel seinen Ehrentag mit Tor Nummer zwei, Tiffels und Kastner erhöhten im Anschluss.

− sid