Jetzt unter Europas Top 16
Mit acht Bussen ins Eishockey-Glück: So feierten Straubings Fans ihre Tigers

06.10.2022 | Stand 22.09.2023, 4:54 Uhr |

Ein Bild für die Geschichtsbücher: Das Team der Strau,bing Tigers posiert nach dem historischen Achteltfinaleinzug in der europäischen Königsklasse des Eishockeys mit den enthusiastisch feiernden Fans – exklusiv für die Passauer Neue Presse. −Foto: Michael Oswald

Von Werner Schötzund Michael Duschl

Florian Mittermeier wollte – völlig abgekämpft, hochroter Kopf, verschwitzt, kaum noch Stimme, aber selig lächelnd – eine halbe Stunde nach der Schluss-Sirene an diesem historischen Abend nur noch eines: „Duschen!“ Dabei hatte der junge Mann aus dem Gäuboden gar nicht auf dem Eis gestanden für „seine“ Straubing Tigers beim 3:1-Triumph in der Villacher Stadthalle und dem damit verbundenen Einzug in die Top 16 der „Königsklasse“ des europäischen Eishockeys – als Debütant in der Champions Hockey League.

Nein, der 30-Jährige ist einer der Fanbeauftragten des niederbayerischen Eishockey-Erstligisten – und hatte wie rund 1000 Gleichgesinnte alles gegeben auf der Tribüne zur Unterstützung seiner sportlichen Idole. Singend, klatschend, schreiend, pfeifend, trampelnd. Fast drei Stunden lang. Ohne Pause.

Am Tag danach war Mittermeier wie alle mitgereisten Fans unheimlich stolz auf das Erreichte. „Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich: Erste niederbayerische Mannschaft im CHL-Achtelfinale, unter den besten 16 in Europa – bei der Rückfahrt nachts hab ich nur in glückliche, lachende Gesichter geschaut. Einfach Gänsehaut.“

In acht Bussen waren die Fans aus Straubing ins rund 350 Kilometer entfernte Villach gefahren. Die meisten Tigers-Anhänger waren in Privatautos angereist, übernachteten in Kärnten. Im Vorverkauf gingen 650 Karten an die Gäste. Im Stadion, wo maximal 4500 Zuschauer Platz haben, waren schlussendlich rund 1000 Niederbayern und die gaben schon weit vor dem ersten Bully Vollgas. „Atemberaubend, wir hatten Gänsehaut als wir zum Warmmachen auf das Eis gekommen sind“, kommentierte Verteidiger Marcel Brandt, dessen Ehefrau Tanja im Fanblock mitanfeuerte. Auch Kapitän Sandro Schönberger war im Gespräch mit der Heimatzeitung überwältigt vom Support aus der Heimat: „Es war ein Heimspiel für uns. Echt Wahnsinn, was die Fans für uns alles auf sich nehmen.“ Kein Wunder, dass auch Tigers-Trainer Tom Pokel die „enorme Unterstützung der Fans“ herausstellte. „Es war mit diesem Support ein spektakulärer Sieg. Ich bin richtig stolz auf meine Jungs. Wir haben wieder Geschichte geschrieben.“


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