Hohe Erwartungen an den Vizemeister
ERC Ingolstadt startet am Freitag in Berlin mit gutem Gefühl in die neue DEL-Saison

14.09.2023 | Stand 14.09.2023, 20:36 Uhr

Heiß auf den Start: Neuzugang Luca Zitterbart freut sich auf seine erste Saison als Panther. Foto: Traub

Der ERC Ingolstadt startet an diesem Wochenende mit zwei Auswärtsspielen in die 30. Spielzeit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Der Partie beim neunmaligen Meister Eisbären Berlin an diesem Freitag (19.30 Uhr) folgt am Sonntag (16.30 Uhr/beide Magenta Sport) das Gastspiel bei den Kölner Haien. Die Erwartungen an die Panther sind nach einer fulminanten Saison immens.



Noch wird in der Saturn-Arena gebohrt und gehämmert. Handwerker rennen geschäftig die Katakomben entlang, im Presseraum werden letzte Fußleisten angebracht. Bis zum ersten Heimspiel des ERC in der neuen DEL-Saison in einer Woche ist aber auch noch jede Menge Zeit – die Mannschaft dagegen ist mehr als startklar. „Schon allein durch die Spiele in der Champions League sind wir besser vorbereitet als zu diesem Zeitpunkt in der vergangenen Saison“, sagt Trainer Mark French. „Wir haben ein besseres Gefühl, was die Chemie zwischen den Spielern betrifft.“

Tatsächlich gehen die Panther im zweiten Jahr unter French mit weitaus weniger Fragezeichen in die neue Saison – allerdings auch mit der Bürde als deutscher Vizemeister. Wie in den vergangenen Jahren hört man aus Ingolstadt offiziell keine forschen Zielvorgaben, doch allein die Erwartungen der Fans sind so hoch wie selten zuvor. Die Euphorie ist immens, knapp 2000 verkaufte Dauerkarten sprengen alle Rekorde. Und die gelungene Vorbereitung mit dem Gewinn des Vinschgau-Cups sowie den drei Siegen in vier Champions-League-Spielen hat dem Streben der Fans nach Höherem weiter Auftrieb gegeben.

Daran konnte auch die 1:6-Niederlage am vergangenen Samstag gegen den tschechischen Klub Dynamo Pardubice nichts mehr ändern. Der Dämpfer könnte die Panther nach zuvor fünf Siegen in Folge vor dem Saisonstart sogar noch einmal wachgerüttelt haben, wenngleich French keinen positiven Effekt erkennen konnte. „Sie haben uns eine klare Lektion erteilt. Das einzig Gute in dem Spiel war, dass wir im dritten Drittel weiter hart gekämpft haben, was für mich in solchen Situationen sehr wichtig ist.“

Erster Prüfstein für den ERC Ingolstadt



Das wird wohl auch an diesem Wochenende vonnöten sein, denn auf die Panther wartet zum DEL-Saisonauftakt in Berlin und Köln gleich ein echter Prüfstein. Besonders die Eisbären gehen nach einer völlig verkorksten Saison, in der sie als amtierender Meister erstmals seit 2001 die Play-offs verpassten, und fast sechseinhalb Monaten Pause mit großen Ambitionen in die Saison. „Wir haben den Sommer sehr gut genutzt, und der Verein ist so aufgestellt, dass wir wieder vorne mitspielen können“, sagt Stürmer Marcel Noebels. „Wir wollen den zehnten Meistertitel holen.“

Der Titelträger der Jahre 2021 und 2022 hat seinen Etat noch einmal erhöht und unter anderem mit Frederik Tiffels aus München, Lean Bergmann aus Mannheim, Tobias Eder aus Düsseldorf und Ex-Panther Ty Ronning namhafte Stürmer verpflichtet. Zudem holte der DEL-Rekordmeister Kai Wissmann, der nach dem Abgang von Urgestein Frank Hördler gleich zum Kapitän gekürt wurde, sowie Blaine Byron zurück. Im Tor endete das Experiment mit drei jungen Goalies mit der Verpflichtung von Jake Hildebrand, als Ersatz steht auch Ingolstadts Finalheld Jonas Stettmer bereit.

Trainer Serge Aubin stieg mit seinem Team schon früh in die Vorbereitung ein, holte zuletzt drei Siege in Folge und hat anders als im vergangenen Jahr nicht schon jetzt verletzte Spieler zu beklagen. „Die Berliner werden uns äußerst motiviert empfangen. Wir bereiten uns darauf vor, gegen eines der stärksten Teams der Liga zu spielen“, sagt French.

Trainer Mark French bereit für sein zweites Kapitel in Ingolstadt



Der Panther-Trainer muss in der neuen Saison ohne sein Traumsturmduo Justin Feser und Frederik Storm auskommen, zudem die höhere Belastung durch die Champions League steuern. Bisher aber profitiere seine Mannschaft ganz klar von der Königsklasse, findet French. „Das Beste in der Vorbereitung war der klar erkennbare Fortschritt in unserem Spiel, weil wir gegen starke Mannschaften gefordert waren“, sagt der Trainer. „Das gibt uns vor dem Saisonstart ein gutes Gefühl.“

Der Trainer ist bereit für sein zweites Kapitel in Ingolstadt, die Fans dürfen sich auf ein weiteres Jahr Power-Eishockey freuen, und auch die Spieler können den Saisonstart in der fast ausverkauften Mercedes-Benz-Arena kaum erwarten. „Auswärts in Berlin – einen besseren Saisonstart kann man fast nicht haben“, findet Verteidiger Luca Zitterbart.

ERC Ingolstadt in Kürze

Kapitäne: Der ERC geht erneut mit Kapitän Fabio Wagner in die Saison. Das Team der Assistenzkapitäne ist von vier auf zwei Spieler geschrumpft, das Trainerteam entschied sich für Daniel Pietta und Mat Bodie, die diese Aufgabe schon in der vergangenen Saison bekleideten. „Wir haben viele gute Führungsspieler, deshalb war es keine einfache Entscheidung. Aber wir haben das Gefühl, dass es die richtige war“, sagte Trainer Mark French. „Daniel hat eine enorme Erfahrung, darüber hinaus sprechen seine Arbeitsmoral und der Respekt, den er in der Kabine genießt, für ihn. Das Gleiche gilt für Mat, der ebenfalls alles für die Mannschaft gibt.“

Personal: Sowohl bei den Panthern als auch bei den Eisbären sind vor dem Duell am Freitag in der Hauptstadt alle Spieler fit. Einzig der Einsatz des Berliner Stürmers Patrice Cormier entscheidet sich am Spieltag. „Mit Ingolstadt geht es für uns direkt gegen eines der besten Teams der Liga. Sie zeigen gerade in der Champions League, wie gut sie sind“, sagte Eisbären-Trainer Serge Aubin. „Wir müssen voller Energie und kraftvoll spielen. Ich erwarte eine enge Partie, in der um jeden Zentimeter gekämpft wird.“