3:2-Sieg gegen Krakau bei Straubings CHL-Heimpremiere

Eishockey-Königsklasse: Der Pulverturm „brennt“ – doch Tigers vergeben Chancen dutzendweise

09.09.2022 | Stand 09.09.2022, 22:50 Uhr

Straubings JC Lipon (Nr. 88) stochert die Scheibe zum 2:0 für die Tigers ins Netz, „assistiert“ von Tim Brunnhuber (r.). −Foto: Harry Schindler

Von Werner Schötz

Es dauerte genau 4:55 Minuten nach dem Eröffnungsbully bis der Pulverturm „brannte“ am Freitagabend bei der Heimpremiere der Straubing Tigers in Europas Eishockey-Königsklasse gegen den polnischen Abonnement-Meister aus Krakau.

In einer Wahnsinns-Anfangsphase hatten die Jungs von Tigers-Erfolgscoach Tom Pokel den überragenden Cracovia-Goalie Stojanovic schon mit einem Dutzend Abschlüssen regelrecht „waidwund“ geschossen, ehe Parker Tuomie per Rebounder das erste Heimtor in der blau-weißen Champions-Hockey-League-Historie vorbehalten war. Dass am Ende „nur“ ein 3:2 anstatt eines möglichen Kantersieges stand und die knapp 3600 Fans noch um den Erfolg zittern mussten – geschenkt. Denn die Gäubodenstädter bleiben mit dem zweiten Erfolg im dritten CHL-Match in jedem Fall auf Playoff-Kurs.

„Keep the heat on“, forderte Pokel auf der Bank umgehend nach dem Führungstreffer – und die Mannen um Kapitän Sandro Schönberger hielten weisungsgemäß den Druck hoch im Kessel gegen die polnische Defensive. Logische Folge: der schnelle Treffer zum 2:0 durch JC Lipon (9.) ebenfalls im Nachfassen. Einziges Manko – wieder einmal: für den enormen Aufwand hätten eigentlich schon im ersten Abschnitt mindestens vier, fünf Tore rausspringen müssen.

Wer unter den 3556 Zuschauern trotzdem auf ein Schützenfest von Connolly, Akeson,Leier & Co. gehofft hatte, der rieb sich im weiteren Verlauf verwundert die Augen – über die fast schon groben Straubinger Fahrlässigkeiten in der Chancenverwertung, über den grandios haltenden Cracovia-Keeper und schließlich über den Anschlusstreffer zum 2:1 der Polen. Sollte am Ende noch das große Zittern am Pulverturm beginnen? Die Frage beantwortete schließlich im letzten Drittel Straubings CHL-Topscorer Taylor Leier (47.) mit seinem dritten Treffer im dritten Spiel zum vorentscheidenden 3:1.

Also am Ende doch noch die erwartet klare Sache? Denkste! 4:39 Minuten vor der Schlusssirene leistet sich die heimische Defense den einzigen Aussetzer des Abends – und Kasperlik ist plötzlich zum 3:2 zur Stelle. Dann drohte 70 Sekunden vorm Ende auch noch eine Strafzeit wegen hohen Stocks – zum Glück kam beim Videobeweis heraus, dass es der Stock eines Cracovia-Mitspielers war. Erst dann war endlich Zeit zum Durchatmen am „brennenden“ Pulverturm.

Am Sonntag (14.35 Uhr/Livestream auf Sport1) steigt das Rückspiel gegen Schwedens Meister Färjestad BK Karlstad – das Hinspiel hatten die Tigers mit 1:6 verloren.