Straubing gewinnt 2:1

23-Sekunden-Sieg im Derby: Ian Scheid und Travis Turnbull machen die Tigers froh

20.11.2022 | Stand 21.11.2022, 11:10 Uhr

Da bebt der Pulverturm! Travis Turnbull feiert sein Tor zum 2:1 mit den Fans und Teamkollege Mark Zengerle. −Foto: Harry Schindler

Von Julia Pickl

Blitzsieg für die Straubing Tigers! Die Niederbayern setzten sich am Sonntag in eigener Halle mit 2:1 gegen Ingolstadt durch, weil Ian Scheid und Travis Turnbull im letzten Drittel binnen 23 Sekunden aus einem 0:1 ein 2:1 machten.

Die Niederbayern fanden damit nach der Länderspielpause wieder in der Spur. Am Dienstag hatten sie sich im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League mit 0:4 gegen Frölunda geschlagen geben müssen, am Freitag folgte eine 1:5-Liga-Niederlage gegen die Grizzlys Wolfsburg. Zudem musste die Mannschaft von Trainer Tom Pokel im Derby auf ihren besten Torjäger Travis St. Denis verzichten, der nach einem Foul gegen Ex-Panther Laurin Braun vom Freitagabend von der DEL gesperrt worden war.

Die Ingolstädter ließen die Gastgeber in den ersten Spielminuten im Eisstadion am Pulverturm nicht in die Partie kommen, konnten sich andererseits aber auch keine großen Chancen erspielen. Das Derby war geprägt von viel Kampf und jeder Menge Emotionen, die nach zehn Minuten zu einem Handgemenge vor der ERC-Spielerbank führten.

Im folgenden Vier gegen vier brillierte Panther-Torhüter Michael Garteig mit gleich zwei spektakulären Rettungsaktionen in Folge gegen JC Lipon, der bei einem Konter alleine auf ihn zugelaufen war (11.). Die Tigers schöpften dadurch Selbstvertrauen, doch auch gegen Jason Akeson (16.) und Joshua Samanski (18.) war Garteig souverän zur Stelle.

Nach der Drittelpause konnten sich die Gäste mehr Chancen erspielen. Die Top-Möglichkeiten von Tye McGinn und Daniel Pietta konnte jedoch Straubings junger Goalie Florian Bugl entschärfen, der erst 20-Jährige lieferte am Sonntag eine ganz starke Partie (22.). Als ERC-Kapitän Fabio Wagner mit jeder Menge Geschwindigkeit auf ihn zukam, parierte Bugl souverän mit dem Schoner (25.); bei einem gefährlichen Schuss Wayne Simpsons aus der Drehung reagierte er in sekundenschnelle (25.), und auch gegen Jerome Flaake war Bugl zur Stelle (27.). Doch auch die Panther konnten sich auf ihren Rückhalt Garteig verlassen, so im Duell gegen Akeson (23.) wie auch gegen Lipon (29.).

Nach einer halben Stunde folgte der spielerische Glanzpunkt in dieser kampfbetonten Partie – durch Ingolstadts erste Sturmreihe: Charles Bertrand leitete einen Angriff mit viel Geschwindigkeit ein, Mirko Höfflin spielte den Puck mit Übersicht quer auf Simpson, der Bugl zum 0:1 überwand (30.)

Die Straubinger waren dadurch gezwungen, fortan offensiver zu agieren, doch Samanskis Schuss endete bei Garteig (12.)., Brandon Mannings Unterzahlkonter am Pfosten (39.). Kurz nach Ablauf der Strafe für die Panther vergab Simpson 18 Sekunden vor dem Drittelende nur knapp den zweiten Treffer für den ERC (40.).

Die Straubinger drückten im letzten Abschnitt auf den Ausgleich. Die Panther dagegen wollten die knappe Führung verwalten – und schenkten sie dann innerhalb von 23 Sekunden her: Ian Scheid und Travis Turnbull nutzten den kollektiven Tiefschlaf des ERC und drehten die Partie mit diesem Doppelschlag auf 2:1 (49.).

Die Gäste hatten sogar Glück, dass Lipon bei einem Unterzahlkonter (53.) und Parker Tuomie (54.) in Überzahl an Garteig scheiterten. Für die Panther blieb nur noch ein Pfostentreffer von Höfflin (56.).

„Im Endeffekt haben uns zwei Minuten das Spiel gekostet, indem wir unaufmerksam waren“, meinte ERC-Verteidiger Emil Quaas. „Die Straubinger haben das eiskalt ausgenutzt.“