Wieder verloren, wieder unnötig
1:4-Niederlage: Zu viele Strafzeiten kosten ERC Ingolstadt auch gegen Kölner Haie den Sieg

17.09.2023 | Stand 18.09.2023, 14:47 Uhr

Auch der erneut starke Torhüter Michael Garteig, der selbst einen Penalty seines ehemaligen Teamkollegen Frederik Storm hielt, konnte die Niederlage des ERC Ingolstadt in Köln nicht verhindern. Foto: Schneider, PIX-Sportfotos

Auch im zweiten Saisonspiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben zu viele Strafen dem ERC Ingolstadt den Sieg gekostet. Die Panther gaben am Sonntagnachmittag ihre Führung gegen die Kölner Haie in einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie noch aus der Hand und verloren vor allem durch ein verkorkstes letztes Drittel mit 1:4 (0:0, 1:0, 0:4).



Am Ende entschieden die Special Teams auf beiden Seiten die Partie: Während die Kölner mit drei Powerplay-Treffern und einem Shorthander den zweiten Sieg nach dem 5:1 gegen die Nürnberg Ice Tigers am Freitag feierten, blieben die Ingolstädter im Powerplay zu blass und gerieten viel zu häufig in Unterzahl. „Wenn man so undiszipliniert ist wie wir übers ganze Spiel, dann wird’s natürlich schwer“, meinte Stürmer Daniel Pietta bei Magenta Sport. „In den ersten beiden Dritteln konnten wir die Strafen noch ganz gut killen. Aber das zieht einem dann irgendwann die Energie, und am Ende haben wir es dann in Unterzahl nicht mehr verteidigt bekommen.“

Schon am Freitagabend hatten sich die Panther in Berlin das Leben selbst schwergemacht und im Penaltyschießen noch mit 1:2 verloren. Trotz einer erfolgreichen Vorbereitung ist der DEL-Saisonstart für die Panther damit misslungen. Die Hoffnung ruht nun auf einem Sieg im ersten Heimspiel am kommenden Freitag gegen die Schwenninger Wild Wings, die allerdings mit einem 2:1 im Penaltyschießen gegen die Adler Mannheim und einem 7:2-Auswärtssieg gegen die Iserlohn Roosters überraschend stark in die neue Spielzeit gestartet sind.

ERC musste auf Wojciech Stachowiak verzichten



Bis auf die Undiszipliniertheiten konnten sich die Ingolstädter jedoch sowohl in Berlin als auch in Köln wenig vorwerfen. Gegen beide Teams, die sich jeweils hochklassig verstärkt haben und mit großen Ambitionen in die Saison starteten, spielte der ERC eine ausgeglichene Partie auf hohem Niveau und ging zweimal in Führung.

Nachdem Wojciech Stachowiak, der den Treffer der Panther am Freitag erzielt hatte, wegen einer Oberkörperverletzung ausfiel, verwandelte Andrew Rowe in Köln nach einer halben Stunde einen Penalty mit ordentlich Raffinesse, indem er Kölns Torhüter Mike Pantkowski verlud und den Puck unter die Latte schoss (30.). Zuvor hatte Andreas Thuresson den Stürmer auf dem Weg zum Haie-Tor zu Fall gebracht.

Schon im ersten Drittel hätte Frederik Storm nach einem Foul von Mat Bodie seine Kölner per Penalty in Führung bringen können, doch mit seinem Schlagschuss konnte der Ex-Panther seinen ehemaligen Teamkollegen Michael Garteig im ERC-Tor nicht bezwingen (5.). Die 17204 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Lanxess-Arena bekamen zahlreiche Chancen auf beiden Seiten zu sehen, doch die Panther, die auf den in Berlin noch erkrankten Patrik Virta zurückgreifen konnten, machten zu wenig daraus: Charles Bertrands Schuss ging im Alleingang knapp am Kölner Tor vorbei (22.), Pietta hatte Torhüter Pantkowski bereits umkurvt, schoss die Scheibe aber aus zu spitzem Winkel ans Außennetz (24.). Bei einem Zwei-auf-Eins-Konter mit Rowe scheiterte Bertrand an Pantkowskis Fanghand (34.).

Drei Kölner Treffer im Zwei-Minuten-Takt



Insbesondere im Powerplay agierte das Team von Trainer Mark French im 115. Duell zwischen den beiden Mannschaften aber zu harmlos. Wie es besser geht, zeigten die Kölner im letzten Drittel mit drei Treffern in Überzahl sowie einem in Unterzahl. Den Ausgleich erzielte Ex-Panther Louis-Marc Aubry im Powerplay, indem er einen Schuss von Gregor MacLeod aus dem rechten Bullykreis zum 1:1 ins Tor verlängerte (49.). MacLeod traf nach einem Konter von Justin Schütz per Shorthander zur 2:1-Führung (54.). Thuresson verwertete einen Abpraller von Nick Bailen in doppelter Überzahl zum 3:1 (56.) und erzielte zwei Minuten später per Direktschuss auch das 4:1 im Powerplay (58.).

Die Kölner feierten damit nicht nur den zweiten Sieg in Folge und setzten sich an die Tabellenspitze der DEL, sie stellten nebenbei auch einen Zuschauerrekord auf. Mit insgesamt 35576 Besucherinnen und Besuchern in den ersten beiden Heimspielen übertrafen sie die bisherige europäische Bestmarke des Schweizer Eishockey-Klubs SC Bern (34262). „Das Powerplay war entscheidend, im Fünf gegen Fünf war es ein Spiel auf Augenhöhe“, meinte Haie-Trainer Uwe Krupp. „Ich freue mich für mein Team, das war ein hartes Stück Arbeit. Heute hat man gesehen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind.“



Kölner Haie: Pantkowski – Bailen, Müller; Sennhenn, Austin; Sustr, Glötzl; Hänelt – Bast, McIntyre, van Calster; Thuresson, Aubry, Kammerer; Grenier, MacLeod, Schütz; Wohlgemuth, Storm, Proft.
ERC Ingolstadt: Garteig – Wagner, Zitterbart; Jobke, Edwards; Bodie, Hüttl; Maginot – Bailey, Pietta, Krauß; Friedrich, Henriquez, Nijenhuis; St. Denis, Virta, Höfflin; Bertrand, Rowe, Simpson.
Schiedsrichter: Schrader/Hoppe. – Zuschauer: 17204. – Tore: 0:1 Rowe (30./Penalty), 1:1 Aubry (49./PP1), 2:1 MacLeod (54./SH1), 3:1 Thuresson (56./PP2), 4:1 Thuresson (58./PP1). – Strafminuten: 12/20.