Der Meister hat Wunschkandidaten
Trainer, Torwart, Yogan: Die wichtigen Eisbären-Entscheidungen dauern noch

04.07.2024 | Stand 04.07.2024, 19:15 Uhr |

Er bleibt, er bleibt nicht, er bleibt, er bleibt nicht: Bei Eisbären-Topskorer Andrew Yogan wurden schon viele Gänseblümchen gerupft. Der erfolgreiche Stürmer entscheidet sich aber meist spät für einen Klub. Fotos: Andreas Nickl (2)

Und bis sich alle Eishockeyfreunde umdrehen, zack, wird sie schon wieder da sein, die neue Saison. Es wird eine historische: Nie zuvor in Regensburg ging die hiesige Eishockey-Mannschaft als Zweitliga-Meister ins Rennen.

Positiv ist: Nachwuchs und die Profis, die schon in Regensburg sind, konnten am Dienstag schon Regensburger Eis in der Donau-Arena betreten – früh wie nie. Der Vorbereitungsplan mit dem Saison- und Heimdebüt am 10. August gegen Banik Sokolov steht auch, aber: Wichtige, sogar ganz wichtige Entscheidungen stehen nach wie vor aus.

Nach der bewährten Salamitaktik wächst der Kader jede Woche um ein, zwei, drei Spieler. Von den Meister-Eisbären fehlt nur noch die Verkündung einer Handvoll Spieler. Doch zur wichtigsten aller Personalien herrscht Stille, seit vor drei Wochen am 13. Juni verkündet worden war, dass Max Kaltenhauser, der alle sportlichen Entscheidungen traf und auch den Kader 24/25 schon gebaut hat, den Verein Richtung Red Bull München verlässt. Dem Erfolgstrainer war bewusst geworden, dass er mit seinem Team Unüberbietbares geleistet hatte, als auch noch das Angebot des Topklubs auf den Tisch flatterte. So wurde aus der geplanten vorzeitigen Verlängerung dann doch ein Abgang, der die Stabilität des Eisbären-Gebildes auf den Prüfstand stellen wird.

Anspruchsvolles Profil

Wer aber soll die Fußstapfen füllen? „Wir könnten in der nächsten halben Stunde einen Nachfolger verkünden, wenn wir das wollten“, schildert GmbH-Geschäftsführer Christian Sommerer den leicht nachvollziehbaren Fakt, dass es an Bewerbern nicht mangelt. Doch die Eisbären lassen sich Zeit: Ein Coach, der eine fertige, von jemand anderem zusammengestellte Mannschaft übernimmt, die Standort-Besonderheiten akzeptiert, lebt und möglichst schnell begreift und dazu für die Wahrung des besonderen Eisbären-Geistes in der Kabine sorgt und den Mut hat, nach einer so einmaligen Saison das Zepter zu übernehme, bedeutet ein sehr interessantes wie anspruchsvolles Anforderungsprofil – und deswegen will der Mann auch wohlausgesucht sein.

Niemanden verbrennen

Christian Sommerer mag keinen Zeitpunkt der Verkündung nennen – auch, wenn es wohl einen oder zwei Wunschkandidaten gibt. Und eine interne Lösung, wie sie damals im November 2019 auch Max Kaltenhauser nach Igor Pavlov gewesen war, hat man angesichts der nicht vergleichbaren Umstände verworfen – auch, um einen U-20-Coach peter Flache oder den jungen Co-Trainer Jan Suran (Sommerer: „Außerdem macht er an seiner bisherigen Stelle unvergleichliche Arbeit, die auch andere zur Notiz nehmen“) nicht zu verbrennen. Die Lösung der Trainerfrage rückt durchaus näher, aber wird schon noch ein paar Tage mehr brauchen. Auf die Frage, ob es es ein deutscher oder ein ausländischer Trainer wird, zögert Sommerer kurz – und bestätigt dann Letzteres.

Auch auf anderen Schlüsselpositionen warten die Fans noch auf Antworten. Wer Tom McCollum, den als wertvollsten Spieler der Playoffs ausgezeichneten Torwart, der nach Nordirland abwanderte, beerbt, ist eine davon. Auch da scheint ein Kandidat konkret ins Auge gefasst. Und was mit Superskorer Andrew Yogan, „Spieler der Saison“ der DEL2 und der mittelbayerischen Fanwahl, wird, darüber wird auch immer wieder kräftig spekuliert. Die Fans deuten inzwischen beinahe jeden Post in den sozialen Medien für eine Trendmeldung. Max Kaltenhauser hatte schon früh verkündet, für einen Spieler seiner Qualität gerne auch lange zu warten. „Er hat sich immer spät entschieden, auch vergangenes Jahr“, sagt Christian Sommer dazu und avisiert gleichzeitig jenseits der Torhüterposition noch zwei Neuzugänge, die auch schon unter Dach und Fach sind, darunter einen U-21-Mann.

Viel faktischer geht es in Sachen Spielplan zu, den die DEL2 gestern veröffentlicht hat. Im Gegensatz zu den vergangenen Spielzeiten beiden Spielzeiten mussten die Eisbären diesmal nur eine Partie wegen einer Belegung der Donau-Arena verlegen. Die Dienstagsspiele am 21. Januar 2025 in Landshut und 11. Februar in Kassel sind Bestandteil regulärer Dienstagsspieltage der DEL2. „Zwei weitere Verlegungen sind einer Doppelbelegung in der Arena des jeweiligen Gastgebers geschuldet“, verlautbarte Sommerer. Der Heimrechtstausch mit Kassel sorgt dafür, dass die Eisbären am 28. Februar und 2.März die 52 Spiele der Hauptrunde mit zwei Heimspielen beenden werden. In der Liga mussten übrigens nur sieben der 364 DEL-2-Spiele verlegt werden. Insgesamt äußert sich Christian Sommerer zufrieden mit der Zusammenarbeit. „Die Kooperation mit dem Stadtwerk hat hervorragend funktioniert und erleichtert uns die Saisonplanung und -durchführung enorm.“

Der aktuelle Kader

Tor: Jonas Neffin (U 24); Abwehr: Xaver Tippmann, Jakob Weber, Andre Bühler, Sean Giles (neu von den Fife Flyers/Schottland/EIHL), Patrick Demetz, Korbinian Schütz; Angriff: Richard Divis, Constantin Ontl, Yuma Grimm (U 24), Nikola Gajovsky, Corey Trivino (Kontingentspieler), David Morley (Kontingentspieler, neu vom HC Pustertal/Italien/ICEHL) , Aleandro Angaran (neu aus dem eigenen Nachwuchs, U 21), Kevin Slezak (U 24), Niklas Zeilbeck (U21), Christoph Schmidt (U24)

Abgänge: Andrew Schembri (Passau/Oberliga), Petr Heider, Tomas Schwamberger (beide Freiburg/DEL 2), Abbott Girduckis (Ingolstadt/DEL), Tariq Hammond (Dresden/DEL 2), Tom McCollum (Belfast Giants/EIHL), Lucas Flade (Bayreuth/Oberliga)

Noch offen: Andrew Yogan, Marvin Schmid, David Booth, Lukas Heger, Sandro Mayr

Alle 52 Hauptrundspiele der Eisbären in der Saison 24/25Fr., 13. Sept., 20.00: Eisbären – EV Landshut
So., 15. Sept., 18.30: ESV Kaufbeuren – Eisbären
Fr. 20. Sept., 20.00: Eisbären – Selber Wölfe
So., 22. Sept., 17.00: Starbulls Rosenheim - Eisbären
Fr., 27. Sept., 20.00: Eisbären – EC Bad Nauheim
So., 29. Sept., 18.30: Ravensburg - Eisbären
Mi., 2. Okt., 20.00: Eisbären – Krefeld
Fr., 4. Okt., 20.00: Eisbären – Weiden
So., 6. Okt., 17.00: Dresdner Eislöwen – Eisbären
Fr., 11. Okt., 20.00: Eisbären – EHC Freiburg
So., 13. Okt., 17.00: Crimmitschau - Eisbären
Fr., 18. Okt., 20.00: Eisbären – Kassel Huskies
So., 20. Okt., 17.00: EV Landshut – Eisbären
Fr., 25. Okt., 19.30: Selber Wölfe - Eisbären
So., 27. Okt., 17.00: Eisbären – Starbulls Rosenheim
Fr., 1. Nov., 19.30: EC Bad Nauheim - Eisbären
Fr., 15. Nov., 20.00: Blue Devils Weiden - Eisbären
So., 17. Nov., 17.00: Eisbären – Dresdner Eislöwen
Di., 19. Nov., 20.00: Eisbären – Ravensburg

Fr., 22. Nov., 19.30: EHC Freiburg - Eisbären
So., 24. Nov., 17.00: Eisbären – Crimmitschau
Fr., 29. Nov., 19.30: Krefeld Pinguine - Eisbären
So., 1. Dez., 17.00: Eisbären – Lausitzer Füchse
Fr., 6. Dez., 19.30: Kassel Huskies - Eisbären
So., 8. Dez., 17.00: Eisbären – ESV Kaufbeuren
Fr., 13. Dez., 19.30: ESV Kaufbeuren - Eisbären
So., 15. Dez., 17.00: Eisbären – EV Landshut
Fr., 20. Dez., 19.30: Starbulls Rosenheim - Eisbären
So., 22. Dez.. 17.00: Eisbären – Selber Wölfe
Do., 26. Dez., 20.00: Ravensburg – Eisbären
Sa., 28. Dez., 20.00: Eisbären – EC Bad Nauheim
Mo., 30. Dez., 19.30: Lausitzer Füchse – Eisbären
Fr., 3. Jan., 19.30: Dresdner Eislöwen – Eisbären
So., 5. Jan., 17.00: Eisbären – Weiden
Fr., 10. Jan., 19.30: Crimmitschau - Eisbären
So., 12. Jan., 17.00: Eisbären – EHC Freiburg
Fr., 17. Jan., 19.30: Lausitzer Füchse – Eisbären
So., 19. Jan., 17.00: Eisbären – Krefeld
Di., 21. Jan., 19.30: EV Landshut – Eisbären
Fr., 24. Jan., 20.00: Eisbären – Starbulls Rosenheim
So., 26. Jan., 17.00: Selber Wölfe – Eisbären
Fr., 31. Jan., 20.00: Eisbären – Ravensburg
So., 2. Februar, 18.30: EC Bad Nauheim – Eisbären
Fr., 7. Februar, 20.00: Eisbären – Dresdner Eislöwen
So., 9. Feb., 18.30: Blue Devils Weiden – Eisbären
Di., 11. Februar, 19.30: Kassel Huskies – Eisbären
Fr., 14. Februar, 20.00: Eisbären – Crimmitschau
So., 16. Februar, 18.30: EHC Freiburg – Eisbären
Fr., 21. Februar, 20.00: Eisbären – Lausitzer Füchse
So., 23. Februar, 17.00: Krefeld Pinguine – Eisbären
Fr., 28. Februar, 19.30: Eisbären – ESV Kaufbeuren
So., 2. März, 17.00: Eisbären – Kassel Huskies